Halberstadt l Auch das zweite Heimspiel hat Fußball-Regionalligist Germania Halberstadt etwas unglücklich verloren. Gegen Drittliga-Absteiger FC Rot-Weiß Erfurt hieß es nach 90 umkämpften Minuten 0:1 (0:1) aus Sicht der Gastgeber.

Leon Heynke auf der Bank

„Never change a winning team.“ Diesen Leitspruch nahm VfB-Trainer Maximilian Dentz zum Anlass, der gleichen Elf wie beim 5:0-Coup beim BFC Dynamo zu vertrauen. Leon Heynke nahm nach seiner abgesessenen Gelb-Rot-Sperre daher zunächst auf der Bank Platz, Hendrik Kuhnhold durfte im Innenblock wieder von Beginn an ran.

In der Anfangsphase hatte der Gast aus Thüringen gute Möglichkeiten. Erst rettete Tino Schulze für seinen Keeper Fabian Guderitz auf der Linie (2.), der Freistoß von RWE-Kapitän Marcel Kaffenberger war etwas zu ungenau (4.). Aber auch die Gastgeber versteckten sich überhaupt nicht. Im Stile eines Flipper-Automates hatten Schulze, Philipp Blume und Dustin Messing Schusschancen, die aber jeweils nicht den erhofften Weg fanden. Glück hatte dann der VfB, als Guderitz viel zu leichtsinnig agierte und den Ball fast an Morten Rüdiger verloren hätte (19.).

Rot-Weiß Erfurt geht in Front

Vier Minuten später war es doch soweit: Der Favorit ging in Führung. Zunächst konnte Guderitz einen Kelbel-Kopfball noch mit viel Einsatz abwehren. Der Ball blieb aber in der direkten Gefahrenzone und Torjäger Andis Shala traf im zweiten Versuch (23.). Kurz vor der Pause erhöhte die Germania die Schlagzahl, die 36 Grad Außentemperatur machten den Gastgebern offenbar nichts aus. Jedoch fehlten den Schüssen von Schulze, Dennis Rothenstein und Hendrik Hofgärtner die Schärfe und die Präzision. Auch ein Boltze-Freistoß verpuffte.

Mit Wiederbeginn zogen sich die Gäste weiter zurück, überließen den Halberstädtern die Arbeit. Die mühten sich auch sehr, an der gegnerischen Strafraumgrenze gingen die Ideen jedoch aus. Erfurt zeigte sich clever, ließ sich bei einigen Aktionen viel Zeit. Mit der Einwechslung von Velimir Jovanovic kam auf Seiten der Rot-Weißen allerdings noch einmal Bewegung in das Angriffsspiel. Gemeinsam mit Sturmpartner Shala bildete er nun ein gefährliches Gemisch, das nach Kontern aber nicht mehr entscheidend zum Zug kam.

Kein Strafstoß für Halberstadt

Auf der anderen Seite reklamierten die nimmermüden und extrem leidenschaftlich kämpfenden Vorharzer ein Handspiel im RWE-Strafraum. Schiedsrichter Daniel Köppen bewertete es anders und pfiff dann auch zum Ärger der Dentz-Elf ziemlich zeitig ab.

Positiv in Erscheinung traten beide Fanlager, die sich einen wahren Stimmungswettstreit lieferten. Immerhin wurde hierbei doch noch ein Germania-Ziel erreicht: Es pilgerten mehr als 1 000 Zuschauer ins Halberstädter Rund.

Halberstadt ist besseres Team

Das konnte Max Dentz unmittelbar nach dem Abpfiff nicht wirklich trösten. „Was weh tut, ist der Fakt, dass wir die ganz klar bessere Mannschaft waren und als diese verloren haben. Dass man mal einen Gegentreffer nach einem Standard bekommt, auch weil die Erfurter sehr große Spieler hatten, das kann passieren. Wir waren hungrig und haben Fußball gespielt, wurden aber nicht belohnt.“

Germania Halberstadt: Guderitz - Boltze, Kuhnhold, Blume, Schulze (81. Heynke), Messing, Vargas (66. Korsch), Hofgärtner, Michel, Schmitt, Rothenstein (61. Oeftger);

Rot-Weiß Erfurt: Cichos - Novy, Becken, Lela, Lorenzoni - Kelbel (61. Hasse), Fouley (64. Dittrich), Kaffenberger, Rüdiger - Shala, Gladrow (73. Jovanovic);

Tor: 0:1 Andis Shala (23.); Schiedsrichter: Daniel Köppen (Nichel); Zuschauer: 1.099.