Halberstadt l Die Vorbereitung auf die zweite Halbserie ist damit inzwischen auf vollen Touren, ein Trainingslager soll folgen.

Das 0:3 vom Test beim Drittligisten FC Carl Zeiss Jena wusste VfB-Trainer Maximilian Dentz einzuordnen: „Das war ein guter Test, ich habe alle 22 Akteure eingesetzt, so dass jeder 45 Minuten spielen konnte. Es sollte auch zu sehen sein, dass Jena schon weiter beziehungsweise länger im Trainingsprozess ist als wir. Wir wissen jetzt genau wo wir stehen, was noch zu tun ist.“

Dentz zieht Hinrundenfazit

Dentz arbeitet auch 2019 weiter mit viel Akribie an der positiven Entwicklung seiner jungen Mannschaft – der Mannschaft, die mit Platz neun nach 19 Spieltagen in der Regionalliga Nordost für Staunen sorgt und sich eine Menge Respekt verdient hat. Die drei Wochen Winterpause hat der 30-Jährige genutzt, um das bisher Erlebte zu reflektieren. Er stellte eine Pro- und Contra-Liste auf, denn Stillstand gibt es bei ihm nicht. Der Fortschritt im Friedensstadion soll auch 2019 erkennbar bleiben. „Es geht doch um das große Ganze“, so der Chefcoach, „unter dem Strich fällt das Fazit für die Hinrunde sehr gut aus, aber letztlich geht es im Fußball auch immer um Ergebnisse, wenngleich wir beim VfB Germania vor Saisonstart allein den Neubeginn und die Entwicklung der Mannschaft im Auge hatten“.

Twardzik wieder an Bord

Es gilt, die Neuen zu involvieren. Auf der anderen Seite sollen diese die Philosophie des VfB Germania kennenlernen. Vier Neuzugänge stehen Dentz für die zweite Halbserie 2018/19 ab sofort zur Verfügung. In Jena kamen drei zum Einsatz. Einer davon war Rückkehrer Patrik Twardzik. Er löste seinen Vertrag beim Berliner FC Dynamo auf und spielt nach zwei Spielzeiten zwischen 2016 und 2018 erneut im Vorharz. „Wir freuen uns“, bestätigt Max Dentz diesen durchaus gelungenen Coup, „die ersten Kontakte gab es schon früh. Sportlich und auch menschlich sind wir weiterhin total überzeugt von ihm“.

Blaser weiterer Neuzugang

Auch Angreifer Dennis Blaser lief in Thüringen erstmals für die Germania auf. Mit ihm gewinnt Halberstadt mehr Flexibilität im Angriff. Der 22-Jährige kommt vom direkten Liga-Konkurrenten FCO Neugersdorf, spielte in der Jugend für den FC Augsburg und den VfB Stuttgart in der Junioren-Bundesliga. „Mit ihm hatten wir schon im Sommer Kontakt“, erklärt Dentz, „da klappte es noch nicht. Wir sind nun zufrieden, dass er sich für Germania entschieden hat“.

Per Leihgeschäft kommt Martin Ludwig vom Drittligisten Hallescher FC. An der Saale gilt er als Perspektivspieler, in Halberstadt soll er entsprechend Praxis sammeln. Trainer Dentz über den 20-jährigen Mittelfeldmann: „Er hat den Sprung letztes Jahr geschafft, Einsatzchancen blieben ihm aber bislang beim HFC nicht so viele. Bei uns soll Martin nun den nächsten Schritt nach vorne machen.“

Auch Philipp Harant wechselte per Leihgeschäft zum VfB Germania, spielte als einziger Neuer am Sonnabend verletzungsbedingt noch nicht. Er soll im Angriff für Tore sorgen. Den Spieler des 1. FC Magdeburg kennt der Magdeburger Dentz schon länger, durchlief dieser doch die Nachwuchsstationen beim FCM. „Er war lange verletzt und befindet sich jetzt auf dem Weg zurück. Derzeit arbeitet er noch im läuferischen Bereich, wird aber bald ins Mannschaftstraining einsteigen.“

Mannschaft wie eine Clique

Auf Trainer Dentz warten wieder neue Aufgaben. Die Neuzugänge betreffend geht es unter anderem darum, die bisher so homogene Truppe zu erhalten. Der 29-Jährige versicherte, dass er und Sportchef Andreas Petersen auch immer die soziale Komponente im Auge haben. „Es muss menschlich passen. Die aktuelle Mannschaft ist wie eine Clique – sie ist miteinander befreundet. Diesen Spirit gilt es zu erhalten. Für mich wird das eine der großen Herausforderungen, genau wie den wachsenden Konkurrenzkampf zu moderieren.“

Bei den Abgängen steht bis auf Dean Justin Müller derzeit kein weiterer fest. „Die Gespräche haben stattgefunden“, zeigt Dentz, dass es nicht bei diesem einen bleiben wird, „einige Akteure spielen bei anderen Klubs vor, wir werden sehen was passiert. Die heiße Phase geht ja erst los“ Eine mögliche Variante könnte ein Ausleihgeschäft mit Vereinen aus der näheren Region sein. „So könnte derjenige bei uns trainieren, die Wettkampfpraxis aber wo anders erhalten. Bei Nico Hübner schwebt uns so etwas vor. Er braucht Praxis, ob wir sie ihm bieten können ist fraglich.“

Trainingslager in Side

Nach dem freudbetonten Vorbereitungsstart, als noch viele fußballerische und spielerische Elemente vorherrschten, holt sich die Germania inzwischen per Gruppenarbeit die nötige Fitness für die Rückrunde. Den richtigen Schliff bekommt das Team ab kommenden Dienstag, dann geht es für eine Woche ins Trainingslager nach Side. An der türkischen Mittelmeerküste plant der VfB drei weitere Tests. „Es sind viele (Regionalliga-)Mannschaften zeitgleich da“, beschreibt Dentz, „wir lassen uns überraschen wer es wird“.

Schon zu einem frühen Saisonzeitpunkt war ein Trainingslager im Winter ein Thema. „Wir hatten den Wunsch geäußert“, freut sich der Cheftrainer, dass es mit Hilfe von Sponsoren und dem VfB-Umfeld gelungen ist, dieses Projekt auf die Beine zu stellen. „Das ist etwas Besonderes nach dem Umbruch.“ Mit 30 Leuten fliegt der Verein in die Südtürkei. Bis auf Torwarttrainer Sebastian Kischel ist man komplett.

Testspiele stehen an

Ehe es ins Warme geht, warten allerdings zwei weitere Testbegegnungen in der Heimat. Am Sonnabend spielt die Germania bei der U19 des FCM, am Sonntag geht es zur U23 des VfL Wolfsburg. Dentz: „Wir haben bewusst solche starken Gegner gewählt, um den Finger vor dem Trainingslager noch einmal heben zu können.“