Halberstadt l Ein Novum erlebten die knapp 300 Zuschauer am Mittwoch im Halberstädter Friedensstadion. Zunächst pfiff Schiedsrichter Steven Greif aus Westhausen an, um nur 17 Sekunden später wieder beide Teams in die Kabine zu bitten.

Zum dritten Mal in Serie

Rhetoriker nennen es Klimax, Fußballfreunde im Vorharz sprechen ab sofort nur noch von „Mittwochabends in Halberstadt“. Zum dritten Mal in Serie geriet eine Heimpartie des VfB Germania Halberstadt unter massiven Einfluss des Wetters. Ende März regnete es gegen die TSG Neustrelitz pünktlich mit Anpfiff unaufhörlich über 90 Minuten, wohlgemerkt bei 1 Grad. Zumindest wurde aber gespielt.

Eine Woche später gegen den ZFC Meuselwitz musste der Anpfiff bereits 30 Minuten nach hinten verschoben werden – aufgrund von Blitz und Donner und Dauerregen. Wiederum sieben Tage später funktionierte nur noch der Anpfiff und ein 17 Sekunden währender Halbangriff des FSV Budissa Bautzen. Dann zuckte ein Blitz direkt über dem Stadion und der Unparteiische unterbrach im Sinne der Gesundheit die Partie.

Spiel wird abgepfiffen

Das Unwetter, dieses Mal aus südöstlicher Richtung einströmend, hielt sich wacker über der Stadt. Als die erste Halbzeit hätte beendet sein sollen, brach Schiedsrichter Greif endgültig ab. Letztlich kam es so, wie Gästetrainer Torsten Gütschow es während des Wartens im Spielertunnel mehrfach ansprach: „Wir sitzen im Bus nach Hause und der ganze Spuk ist vorbei.“

Es scheint ihn also zu geben, den Fußball-Gott. Was aber, will er uns mit diesen Kapriolen sagen?! Ändert endlich den Rahmenspielplan?! Pfeift in Halberstadt später oder nicht mittwochs an?! Überlegt euch das beim VfB noch einmal genau mit der Rückkehr der Fußballer zum Amateursport?!

Richtige Entscheidung

Trainer Petersen zum Wetter und zum Spielabbruch: „Eigentlich ist es unser Wetter, dieses Mal war es aber zu krass. Die Entscheidung ist zum Wohl der Spieler und der Beteiligten gefallen. Man muss nicht alles erzwingen, auch wenn Terminnot ohne Ende ist.“

Für den 57-Jährigen war es in 30 Jahren Trainergeschäft das erste Mal, dass eine Begegnung so ablief bzw. nicht ablief. „Die Gesundheit geht vor. Der Schiri hatte Recht.“ Bautzens Teammanager Daniel Jesinghaus erklärte, warum die Möglichkeit, dass sein Team in Halberstadt übernachtet und am Donnerstagvormittag spielt, nicht infrage kam. „Ein Großteil der Mannschaft muss arbeiten bzw. studieren. Zudem kann unser Spiel am Sonnabend gegen Babelsberg nicht verlegt werden.“

In Berlin wird auch nicht gespielt

Die Budissen, die immerhin dreieinhalb Stunden Anfahrtsweg hatten, erlebten in dieser Saison übrigens etwas Ähnliches schon einmal. Beim geplanten Auswärtsspiel bei Viktoria Berlin gab es kurz vor Ankunft in der Hauptstadt die Nachricht: Das Spiel fällt aus. Unverrichteter Dinge ging es zurück.

Die Nachholpartie der Nachholpartie soll nun am 9. Mai um 19 Uhr wiederholt werden – einem Mittwoch. Indes geht es für die Germania Halberstadt schon am Sonnabend weiter: Um 13 Uhr ist der Berliner AK zu Gast im Vorharz.