Halberstadt l Schon vor dem Anpfiff war klar, dass die Gastgeber mit Wut im Bauch und höchst motiviert antreten werden. Das 1:5 vom Spieltag zuvor in Lichtenberg sollte vor eigenem Publikum vergessen gemacht werden.

Schon früh hatte der FSV dann auch die Möglichkeit zum 1:0. Halberstadts Kapitän Tino Schulze hatte im Fallen einen Schuss von Ex-Kollege Florian Beil an den Unterarm bekommen – kurz hinter der Strafraumbegrenzung. Der folgende Strafstoß sorgte nur kurz für Diskussionen. „Das war kein Elfmeter“, meinte VfB-Trainer Sven Körner prägnant. Weil FSV-Kapitän Tobias Becker das Leder an den Querbalken setzte, konnte sich direkt wieder auf Fußball konzentriert werden. Hier zeigte der Gast, dass er gegen die ambitionierten Thüringer mehr als nur mithalten konnte. Der Ball lief gut durch die eigenen Reihen, phasenweise diktierte Germania das Spiel. So war das 0:1 nach knapp einer halben Stunde auch nicht mehr überraschend. Schulze legte die ruhende Kugel von der rechten Seite gefühlvoll Richtung ersten Pfosten, wo Michael Ambrosius einnickte.

Halberstadt tut sich schwer

Nach der Pause tat sich Halberstadt in der Folge immer schwerer. Lief der Ball in den ersten 15 Minuten noch gut und wurde erfolgreich verteidigt, so wendete sich das Blatt nach knapp einer Stunde. Germania bekam den Ball nicht geklärt, Nils Pichinot, Toptorschütze der Regionalliga Nordost, setzte entschieden nach und traf zum Ausgleich (66.).

Dann geriet der VfB nach zwei Standards gänzlich ins Hintertreffen. Nach einer Ecke herrschte Gewühl im VfB-Strafraum, wo gefühlt alle Akteure dieser Partie um den Ball standen. Nach einem gescheiterten Kopfballversuch legte sich Philipp Blume, bis zum Frühjahr im Trikot der Germanen, den Ball auf den linken Fuß und setzte ihn im zweiten Versuch in den linken oberen Winkel (71.). Zehn Minuten später folgte der nächste Nackenschlag, wieder nach einem Standard, dieses Mal schoss Pichinot den Ball zwischen Keeper Florian Sowade und die Querlatte.

Ambrosius trifft im Doppelpack

Lobenswert war das Aufbäumen der Gäste, sie zeigten jetzt wie ihr Trainer, der sich im Vorfeld extra eine Kurzhaarfrisur als Motivation hatte schneiden lassen, dass sie weiterhin mutig waren. Ambrosius machte zwei Minuten vor dem regulären Ende klar, dass auch er Doppelpack kann. Mit seinem zweiten Kopfballtreffer sorgte er noch einmal für eine hoch spannende Schlussphase. Die Gäste bündelten alle Kräfte, schafften es aber nicht mehr, einen Punkt mitzunehmen.

Ex-Germane Florian Beil sprach anschließend von einem Sieg der Moral seiner Nordhäuser. „Wir haben uns zurückgekämpft, das war sehr wichtig.“

Mutiges Auftreten wird nicht belohnt

„Underdog“ Halberstadt mit seinem Trainer Körner konnte den Albert-Kuntz-Sportpark mit erhobenem Haupt verlassen. Körner war stolz auf sein Team: „Wie wir in der ersten Halbzeit aufgetreten sind, dem Gegner Paroli geboten haben, das war gut. Beim Stand von 0:1 hatten wir zwei Umschaltsituationen, die wir besser nutzen müssen. Bei einem 2:0 wäre es sicher auch für Nordhausen schwer gewesen, wieder zurück zu kommen.“

Gut für die Germania: Das Resultat spielt nur ganz kurz in den Köpfen eine Rolle, denn schon am morgigen Sonnabend ist das Team um 13.30 Uhr beim SV 03 in Babelsberg gefordert. „Da wartet das nächste dicke Brett“, so Körner im Vorfeld.

Torfolge: 0:1 Michael Kwabena Ambrosius (31.), 1:1 Nils Pichinot (66.), 2:1 Philipp Blume (71.), 3:1 Nils Pichinot (79.), 3:2 Michael Kwabena Ambrosius (88.).