Halberstadt l Einen wortwörtlichen Ausrutscher erlitt das Team von Trainer Sven Körner bei Dauerregen im Friedensstadion. Hintergrund: Die Germanen hatten zu großen Teilen offensichtlich das falsche Schuhwerk gewählt. Während die Gäste aus Leipzig jederzeit standfest und auf Zack waren, fielen die Halberstädter mit einigen unsicheren Aktionen auf. Co-Trainer Marcel Goslar klärte nach dem Abpfiff auf: „Bereits letzte Woche in Erfurt herrschten rutschige Verhältnisse. Danach haben wir mit dem Team klar abgesprochen, dass es mit Noppenschuhen nicht funktioniert. Ein Handwerker geht auch nicht mit defektem Werkzeug zur Arbeit. Lok Leipzig ist einmal ausgerutscht – in der 80. Minute, wir dagegen gefühlt 20-mal.“ In seiner Viedeoanalyse wolle der 30-Jährige jede dieser Szenen schneiden und herausheben.

Die Gründe der 0:2-Niederlage waren das sicher nicht, aber zumindest in einigen 1-1-Situationen hatten die VfB-Spieler, die die falschen Schuhe gegriffen hatten, einen erkennbaren Nachteil. Die Probstheidaer wirkten von Beginn an bissiger und dynamischer. Dem VfB fehlte bei Abschlüssen von Patrik Twardzik und Kimbyze-Kimby Januario die Präzision und Wucht. Leipzig hatte ein klares Eckenplus und kam zu weiteren ruhenden Bällen. Zwei davon brachten Lok auf die Siegerstraße. Nach einem lang geschlagenen Freistoß stieg Robert Zickert völlig ungedeckt am zweiten Pfosten zum Kopfball hinauf – 0:1 (29.). Knapp zehn Minuten später klärte die Germania-Defensive nach einer Ecke nicht konsequent, so dass Matthias Steinborn im zweiten Versuch das Leder unter die Querlatte beförderte. Keeper Sowade hatte zwar noch die Fingerspitzen am Ball, den Einschlag konnte er aber nicht mehr verhindern.

Es wird laut in der Kabine

In der Kabine der Gastgeber wurde es anschließend richtig laut. „Das erste Mal in dieser Saison“, so Goslar. „Wir hatten uns konkrete Dinge vorgenommen, das war zum einen, keine Standards zu provozieren. Genau das Gegenteil war der Fall. Leipzig hatte schon nach zehn Minuten etliche Freistöße und Ecken. Unser Auftritt war außerdem zu mutlos.“

Nach dem Kabinengang, Cheftrainer Körner hatte zwei Wechsel vorgenommen, wurde es aus VfB-Sicht etwas besser. Man schaffte Entlastung und ließ sich nicht mehr so heftig in die eigene Hälfte drücken.

Elfmeter für die Sachsen

Nach einer Stunde pfiff Michael Wilske Elfmeter für die Sachsen. Nach einem Laufduell mit Tino Schulze war der bärenstarke Sascha Pfeffer ins Straucheln geraten. Florian Sowade tauchte in die richtige Ecke ab und verhinderte das 0:3.

Nur ein einziges Mal schaffte es die Germania nach schnellem Kombinieren bis in den gegnerischen Strafraum. Über die eingewechselten Batikan Yilmaz und Stefan Korsch zirkulierte der Ball zu Twardzik. Aus bester Position auf Höhe des Strafstoßpunktes traf er die Kugel aber nicht richtig (73.). In der Schlussviertelstunde war die Luft spürbar raus. Bis auf einen abgefälschten Schulze-Versuch gab es nichts mehr (85.).

Torfolge: 0:1 Robert Zickert (29.), 0:2 Matthias Steinborn (38.)