Halberstadt l Regionalligist VfB Germania Halberstadt ist am Sonnabend zu Gast beim Landesligisten Burger BC 08. Der vorletzte Platz in der Liga, erst ein Sieg aus sieben Begegnungen und fast mehr Spieler im Kader, die nicht zur Verfügung stehen, als solche, die fit sind. Der Burger BC hat schon bessere Zeiten erlebt. Ausgerechnet in dieser Situation wartet das Spiel des Jahres auf den Landesligisten. In der zweiten Hauptrunde des Sachsen-Anhalt-Pokals trifft die Elf von Marcel Probst, bis Frühjahr 2017 Spielertrainer beim VfB Germania II, auf den Regionalligisten aus Halberstadt. Anstoß in Burg ist am Sonnabend um 14 Uhr.

Burg muss viele Verletzte ersetzen

„Das soll jetzt nicht arrogant klingen, aber es ärgert mich wirklich, dass das Spiel zu diesem Zeitpunkt kommt“, will Probst nicht so tun, als hätte seine Mannschaft in Top-Besetzung große Chancen auf ein Weiterkommen, es wurmt ihn aber auch, dass er sie gegen seinen Ex-Verein nicht in Bestform aufs Feld schicken kann.

Der Trainer ausführlicher: „Ich hätte mir für jeden meiner Spieler dieses Erlebnis gewünscht, auch mal vor ein paar hundert Zuschauern zu spielen und einen richtigen Pokalkampf zu zeigen. Aber wenn ich unsere Verletztenliste sehe, müssen wir eher aufpassen, dass wir nicht völlig unter die Räder kommen.“

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Training unterbesetzt

Beim Training am Mittwoch waren nur zehn Spieler anwesend, am Sonnabend fallen drei wegen Verletzungen, zwei wegen Krankheit und einer arbeitsbedingt aus. Der Coach selbst will trotzdem nur im äußersten Notfall auflaufen: „Ich bin jetzt knapp 36 und trainiere nur noch freitags mit dem Traditionsteam des FCM. Da mache ich mich zum Obst. Ich hab den Pokal vier Mal gewonnen und einmal im DFB-Pokal gespielt. Jetzt dürfen die jüngeren Spieler ran, die hoffentlich Bock darauf haben.“

Darauf, dass die Halberstädter gegen ein unterklassiges Team vielleicht unmotiviert sind und sich so die Burger Chancen verbessern, dürfen die Gastgeber nicht hoffen. Halberstadts Trainer Maximilian Dentz hatte bereits direkt nach dem 1:1 gegen Hertha BSC II gesagt, dass sich sein Team voll auf diese Partie konzentriert. Der 29-Jährige wird keine großen Experimente wagen. Auch diesen Wettbewerb will er nutzen, um attraktiven Fußball spielen zu lassen.

Wiedersehen mit altem Verein

Marcel Probst kennt Dentz noch aus Halberstädter Zeiten: „Ich war vier Jahre lang bei Germania – als Spieler, Co-Trainer und Trainer der Zweiten – und verbinde nur positive Erinnerungen damit. Natürlich verfolgt man noch, was dort passiert. Mit einem Leader wie Benjamin Boltze und jungen Spielern, die eine gute Ausbildung und schon einige Stationen hinter sich haben, bietet Halberstadt jetzt das, was jeder mag. Die Zuschauer wollen junge Spieler sehen, die laufen und kämpfen. Früher waren die Erwartungen noch andere, wenn dort Profis wie Telmo Teixeira aufgelaufen sind.“ Dass Probst den Gegner so gut kennt, ist womöglich ein Vorteil. Sein Tipp für das Spiel, „wir gewinnen 2:1 in der Verlängerung“, ist aber dennoch eher unter der Kategorie Galgenhumor zu verbuchen. Neben Probst gehören auch die ehemaligen Germania-Reservekicker Carsten und Christian Madaus sowie Wesley Hähre zum Team des BBC.

Beim VfB Germania nimmt der Landespokal eine wichtige Rolle in der Spielseri 2018/19 ein, denn eines der Saisonziele lautet: So weit wie möglich zu kommen beziehungsweise den Finaleinzug zu realisieren. Das Erlebnis von 2016, als Halberstadt in der MDCC-Arena gegen den 1. FCM auflief, möchte man im Vorharz möglichst wiederholen – abgesehen vom Ergebnis.

Germanias Neuzugang spielberechtigt?

„Natürlich braucht man für dieses Ziel auch Losglück“, weiß der sportliche Leiter Andreas Petersen, „ganz großer Favorit auf den Pokalsieg ist der Hallesche FC. Auf den sollte man möglichst nicht zu früh treffen“. Den Burger BC ordnet der 58-Jährige als eine „machbare Aufgabe“ ein. Alles andere als der Einzug in die nächste Runde sei eine Enttäuschung.

Vojtenko verstärkt Germania

Indes hat sich der VfB kurzfristig verstärkt und damit auf den langfristigen Ausfall von Nico Hübner (Knorpelschaden) reagiert. Von der U19 von Eintracht Braunschweig stößt Alexander Vojtenko zum Team. Andreas Petersen: „Wir mussten was tun, wollten unsere Offensive noch einmal stärken.“ Der Angreifer ist flexibel einsetzbar kann zentral aber auch außen zum Einsatz kommen und soll möglichst schon morgen im Burger Flickschupark dabei sein. Petersen: „Die Spielgenehmigung liegt noch nicht vor, aber wir haben beim Landesverband in Magdeburg alle notwendigen Unterlagen eingereicht und hoffen, dass es bis Sonnabend noch rechtzeitig klappt.“

Der 19-Jährige hat im Nachwuchs von Holstein Kiel, RB Leipzig und in Braunschweig eine gute Ausbildung genossen und feierte im Frühsommer 2017 mit der A-Jugend der Eintracht den DFB-Pokalsieg. Der Deutsch-Russe soll auch als Alternative im Sturmzentrum in Betracht gezogen werden. Bisher brauchte der VfB oftmals zu viele Chancen, um zu Toren zu kommen.