Halberstadt l Na bitte, es geht doch: Nach drei missglückten Versuchen, an einem Mittwochabend in Halberstadt Fußball zu spielen, konnte die Nachholpartie der Nachholpartie gegen den FSV Budissa Bautzen bei 26 Grad und viel Sonne durchgeführt werden.

Das Hauptaugenmerk galt Andreas Petersen. Für ihn war es der letzte Auftritt als Cheftrainer. Entsprechend wurde er gefeiert – vor dem Spiel in Form von Präsenten, nach dem Abpfiff mit Sprechchören und stehenden Ovationen.

Mit Florian Beil, Ivan Franjic, Hendrik Hofgärtner, Patrik Twardzik, der ebenfalls verabschiedet wurde, und Hasan Pepic fehlten aus den verschiedensten Gründen zahlreiche Stammkräfte in der Startelf. Im Tor durfte zudem wieder Paul Büchel ran, der auch zum Saisonabschluss in Luckenwalde noch einmal das Vertrauen bekommt. So viele Änderungen machten sich durchaus bemerkbar, denn das Spiel der Gastgeber wirkte mitunter behäbig und langweilig. Petersen sah es genauso: „Wenn du sechs von elf Akteuren austauschst, dann merkt man, dass der Rhythmus fehlt. Von Bautzen allerdings war ich noch mehr enttäuscht. Da hatte ich deutlich mehr Griffigkeit erwartet, ging es doch für Budissa um viel mehr. Der Gast hat nicht alles getan, um hier was zu holen.“ Tatsächlich hinterließen die Sachsen einen sehr passiven Eindruck.

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Lautstarke Kabinenansprache

Beide Tore fielen auch eher unerwartet. Florian Eggert brachte den VfB Germania in Führung, als er nach einem Freistoß an den zweiten Ball kam und nicht sehr scharf, aber dafür präzise ins Eck traf (25.). Schön anzusehen war der Ausgleich kurz vor der Pause. Nach einem Doppelpass traf Tony Schmidt.

Dann fiel der Putz von den Wänden, denn es gab die „Rückkehr des alten Mannes“. Andreas Petersen verkündete in der Kabine sehr deutlich, was ihm nicht gefiel. „Ich war nicht zufrieden mit der Körpersprache, dem Siegeswillen.“

Sein Team hatte diese Worte verinnerlicht und trug noch zu einem versöhnlichen Abschied bei. Marcel Goslar, vom unter Bedrängnis passenden Tom Nattermann bedient, erhöhte auf 2:1 (56.). Eine Viertelstunde vor Abpfiff folgte ein Dreifachwechsel, der es in sich hatte. Petersen: „Wir wussten, dass danach nochmal die Post abgeht.“ Dem war so: Im Zwei-Minuten-Takt bejubelten Gilian Jurcher, Hasan Pepic und Alysson Vargas die Treffer drei bis fünf. So kamen die Zuschauer doch noch in den Genuss, die Germania zu sehen, die sie aus der Saison 2017/18 kannten.

VfB Germania: Büchel - Boltze, Lachheb, Blume, Schulze, Jurcher, Eggert, Oschmann (74. Vargas), Goslar (74. Pepic), Nattermann (74. Messing), Michel;

Budissa Bautzen: Schulz - Kunze (82. Gehrmann), Hausdorf (65. Kloß), Hoßmang, Heppner, Mack, Weiß, Pfanne, Milde (59. Krautschick), Schmidt, Bönisch;

Torfolge: 1:0 Florian Eggert (25.), 1:1 Tony Schmidt (41.), 2:1 Marcel Goslar (56.), 3:1 Gilian Jurcher (83.), 4:1 Hasan Pepic (85.), 5:1 Alysson Vargas (88.); Schiedsrichter: Steven Greif (Westhausen); Zuschauer: 315.