Vergleichen zwischen Wernigerode und Halberstadt – ein Blick in die Geschichte

Wie ein Blick in die Historie zeigt, gab es zwischen diesen Rivalen zahlreiche Vergleiche. So reichen die Duelle beider Vereine in den Jahren der DDR bis 1960 zurück. Das erste Punktspiel zwischen der BSG Einheit Wernigerode und Dynamo Halberstadt stieg demnach am 14. Februar 1960. Damals siegten die Wernigeröder knapp mit 4:3. In den darauffolgenden Jahren kam es immer wieder zu torreichen Begegnungen der BSG Einheit mit Halberstädter Teams, die unter dem Namen Vorwärts und Lok antraten. Während die Bilanz bis Anfang der 70er Jahre deutlich zugunsten der Domstädter ausfiel, setzten sich bis in die 80er Jahre meist die Hasseröder durch. Den höchsten Sieg fuhr Einheit am Nikolaustag 1986 ein. Beim 6:0-Erfolg trafen dreimal Hartwig sowie Bieling, Ulrich und Tyll. Die höchste Niederlage setzte es für Einheit am 12. September 1970 bei einem 1:6 in Halberstadt. Für den Ehrentreffer sorgte damals Havekost. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams am 18. November 1989 waren vermutlich zuviele Einheit-Akteure im Westen, sich das Begrüßungsgeld abholen. Beim 1:5 traf nur Kloth für die Gäste. Die Bilanz zu DDR-Zeiten: 15 Einheit-Siege, 4 Unentschieden und 16 Niederlagen.

Ein Blick in die Nachwende-Statistik zeigt eine zunächst ausgeglichene Bilanz zwischen den alten Rivalen. Die erste Partie bestritt Einheit unter dem neuen Namen Harzer Sportverein am 28. April 1990 gegen Lok Halberstadt. Der HSV verlor dieses Spiel mit 0:1. Doch am 10. November 1990 gab es die Revanche. Beim deutlichen 4:0 des neugegründeten FC Einheit 90 gegen Lok Germania Halberstadt trafen dreimal Thomas Triebler und Geralf Lierath. Am 13. April 1991 verlor der FC Einheit 1:3 (Einheit-Tor: Detlef Brandl), um die nächsten beiden Spiele am 9. November 1991 (5:1) und am 4. April 1992 (3:2) wieder für sich zu entscheiden. Die Torschützen damals Tino Lukasczyk (2), Heiko Helmstedt vom Elfmeterpunkt, Geralf Lierath und Jörg Ulrich sowie im Rückspiel zweimal Lierath und erneut Helmstedt vom Punkt.

Das vorerst letzte Punktspielduell zwischen einer Wernigeröder und

Halberstädter Elf stieg am Sonntag, 3. März, 2002 im Kohlgarten, der Sieger hieß erneut VfB Germania. Die Halberstädter gingen in dieser Partie durch einen Freistoß von Erik Hartmann in Führung (32.), die René Schulze kurz vor der Pause noch ausbaute. Für den 1. FC Wernigerode blieb nach couragierter Leistung nur noch der Anschlusstreffer durch Kapitän Thomas Mandrella. Es war übrigens die letzte Saison für den 1. FC Wernigerode, der danach Insolvenz anmelden musste. Quelle: Thomas Mandrella

Wernigerode l Mit dem FC Einheit Wernigerode und VfB Germania Halberstadt stehen sich am Sonnabend ab 13 Uhr zwei der traditionsreichsten Vereine der Region im Achtelfinale des FSA-Landespokals gegenüber.

Letztes Pflichtspiel vor 18 Jahren

In Testspielen trafen beide Teams im Sommer 2016 zuletzt aufeinander, die letzten Pflichtspiele liegen deutlich länger zurück. In der Saison 2001/02 kreuzten beide Mannschaften zuletzt in der Verbandsliga um Punkte die Klingen (siehe Infokasten). Umso größer ist die Vorfreude beim FC Einheit und seinem Anhang, das große Interesse im Vorfeld lässt für das Harzderby im neuen Schmuckkästchen am Mannsberg eine tolle Kulisse erwarten.

„Leider gibt es solche Spiele viel zu wenig, da die Germanen in den letzten Jahren erfolgreich in der Regionalliga Nordost spielen. Da zeigen sie gegenüber anderen Vereinen, dass man mit überschaubaren finanziellen Aufwand mithalten kann. Die Mischung scheint in Halberstadt zu stimmen. Das heißt aber nicht, dass wir uns vor dem Spiel schon ergeben. Wir gehen sehr selbstbewusst in die Partie und wollen eine Runde weiterkommen.

Germania in der Favoritenrolle

Die Favoritenrolle liegt eindeutig beim Regionalligisten, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir uns in der Rolle des ,Underdogs‘ wohlfühlen. Das Schöne ist, alle Spieler brennen auf ihren Einsatz, für solche Spiele braucht es keine extra Motivation. Mit unseren zahlreichen treuen Fans im Rücken werden wir es dem Regionalligisten verdammt schwer machen“, verspricht Jens Strutz-Voigtländer, Mannschaftsleiter des FC Einheit. Trainer Marko Fiedler kann aus dem Vollen schöpfen, bis auf die Langzeitverletzten Felix Kanter und Leon Dannhauer stehen alle Spieler zur Verfügung.

Der Gast aus Halberstadt hat sich professionell auf das Landespokal-Achtelfinale vorbereitet, erst Recht, da die Mannschaft im letzten Punktspiel gegen den 1. FC Lok Leipzig eine unzureichende Leistung ablieferte. Dreimal hat Trainer Sven Körner die Hasseröder beobachtet. „Wir wollen von Anfang an unsere Art des Fußballs zeigen und durchziehen. Dabei gilt es kühlen Kopf zu bewahren, denn ich weiß, dass es für Fans, Sponsoren und das gesamte Umfeld ein sehr wichtiges Spiel ist.“

Körner lässt sich nicht in die Karten schauen

Mit Elias Löder und Maximilian Farwig spielen zwei beim FC Einheit ausgebildete Kicker für Germania Halberstadt. Beide sind in Wernigerode wohnhaft und auch regelmäßig bei den Heimspielen am Mannsberg anzutreffen, brennen auf einen Einsatz. Im bisherigen Saisonverlauf kamen die beiden noch nicht wie erhofft zum Einsatz. Ob sie am Sonnabend gegen ihren früheren Verein auflaufen, wollte Körner nicht verraten. „Es wird Veränderungen geben, welche, das behalte ich noch für mich.“

Der 37-Jährige spricht im Zusammenhang mit der Pokalpartie von einer „klaren Reifeprüfung“ für seine Mannschaft. „Es steckt viel Prestige in diesem Vergleich, wir werden sicher nicht nur mit offenen Armen empfangen. Dies gilt es für meine Elf auszublenden. Es geht für uns allein darum, was müssen wir abliefern, um ins Viertelfinale zu kommen. Wir haben im Vorfeld über alle Phasen des Spiels gesprochen: Wenn der Gegner den Ball hat, wenn wir den Ball haben. Und natürlich wollen wir nicht wie zuletzt dem Gegner wieder Standards schenken. Uns erwartet ein kleiner Platz. Da gilt es Zweikämpfe anzunehmen, eine hohe fußballerische Qualität an den Tag zu legen, ballsicher zu sein und kompakt gegen die Kugel zu arbeiten.“