Halberstadt l Während zahlreiche andere Sportligen ihren Spielbetrieb bereits einstellten, die Saison 2019/20 für beendet erklärten und sich auf einen frischen Neustart – wann immer dieser auch möglich ist – vorbereiten, hängt der Fußball noch hinterher.

Bis auf Ausweitungen der Spielpause hat der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) noch keine konkreten Schritte eingeleitet, obwohl spätestens durch die im Schreiben thematisierte Sportplatzsperre bis zum 31. August ein annähernd reguläres Ende undenkbar würde. Wie der FSA bei seinen „Szenarien zum Spielbetrieb“ erläutert, steht man auf Verbandsseiten einem Abbruch trotz aller Entwicklungen der letzten Wochen aber sehr kritisch gegenüber.

Im Verbandsschreiben werden grundsätzlich zwei Verfahrenswege zur Debatte gestellt, die zuletzt so auch in den Kreisfachverbänden kommuniziert wurden: „Abbruch/ Annullierung der Saison zum 30. Juni 2020 oder Fortführung der Saison ab dem 1. September oder 1. Oktober“. Im Rahmen dieser Fragestellung legte der FSA auch eine Pro- und Contra-Liste an, die bereits ein klares Meinungsbild des Verbandes vermittelt.

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Vier Argumente sollen für einen Abbruch sprec

Demnach fänden sich nur vier Argumente für einen Saisonabbruch, während dem gleich zehn Contras gegenüberstünden (die sich vermehrt auf gleiche Punkte beziehen). Für eine Fortführung der Saison im Herbst sprächen hingegen gleich acht Argumente, wohingegen nur vier dagegen sprächen. Beim Präsidium des FSA scheint man also die Fortführung der Saison um jeden Preis zu favorisieren, wobei gerade dieses Szenario doch viel mehr Fragezeichen als Antworten hinterlässt. Viele der dargestellten Argumente erweisen sich als fadenscheinig. Zumal neben rechtlichen und monetären Aufzählungen kaum im Sinne der Aktiven argumentiert wird.

Das Votum der Vereine im Harzkreis weist eine klare Tendenz aus, in einer Voranfrage stimmten alle acht der beteiligten Vereine für einen Saisonabbruch. In der Woche zuvor hatten bereits drei Kreisfachverbände ein Abstimmungsergebnis ihrer jeweiligen Vereine veröffentlicht. Im Burgenland, Saalekreis und KFV Altmark Ost gab es ein klares Votum für einen Abbruch der laufenden Spielzeit. Auch andere Kreise haben interne Befragungen durchgeführt, mit ähnlicher Tendenz. Die Basis scheint also eine klare Meinung zu vertreten.

Vorgehen soll einheitlich abgestimmt sein

Der Kreisfachverband Harz um seinen Präsidenten Detlef Rutzen arbeitet aktuell daran, eine möglichst repräsentatives Meinungsbild der Vereine zu erarbeiten. Den Standpunkt der Vereine wird Rutzen am 7. Mai zur nächsten Videokonferenz des FSA-Vorstandes darlegen. Aus Vorstandskreisen ist zu hören, dass man sich in Sachsen-Anhalt auf ein einheitliches Vorgehen im Herren-, Frauen-und Jugendbereich auf der Grundlage des Meinungsbildes aus den Vereinen grundsätzlich verständigt hat.

In die Entscheidung des Landesverbandes wird auch die weitere Vorgehensweise bei der 3. Liga und vom Nordostdeutschen Fußballverband Berücksichtigung finden. Diese wiederum erhofft sich durch die Politik, genauer gesagt durch die Konferenz der Ministerpräsidenten am Donnerstag, weitere Empfehlungen.

Erste Weichen für eine mögliche Fortsetzung der Saison wurden vom FSA schon gestellt, basierend auf der Änderung der Spielordnung des Deutschen Fußball Bundes änderte auch der Landesverband §7 (Wegfall der Wartefristen beim Vereinswechsel von Amateuren) seiner Spielordnung.