Halberstadt l Der VfB Germania Halberstadt hat sich 3:3-remis vom Berliner Ak getrennt. Allein in der zweiten Halbzeit fielen fünf Treffer im Friedensstadion. Mit Abwehrchef Adli Lachheb als Rückkehrer nach Gelbsperre schickte VfB-Trainer Andreas Petersen eine extrem offensiv eingestellte Elf ins Rennen gegen den Tabellenvierten. Vor der Dreierkette agierte das gewohnt spielstarke Mittelfeld und im Angriff waren mit Florian Beil, Ivan Franjic und Hasan Pepic gleich drei Akteure aufgeboten. In dieser Formation demonstrierte die Germania ein sehr aggressives Pressing im gesamten Verbund, weit in der gegnerischen Hälfte startend, so dass Keeper Jakub Jakubov mehrfach keine optimale Anspielstation fand.

In der 24. Minute hätte Patrik Twardzik nach schöner Kombination über die linke Seite die Halberstädter durchaus in Führung schießen können. Auf der anderen Seite verfehlte Enes Küc das obere rechte Toreck der Gastgeber auch nur knapp (40.). Als Twardzik im Vorwärtsgang den Ball zu leichtfertig hergab, bestrafte der Gast dies mit dem 0:1 nur wenige Augenblicke vor der Pause.

Nach dem Wiederanpfiff brauchte die Germania ein paar Minuten, ehe sie wieder voll im Spiel war. Bis dato wirkte Berlin etwas gedankenschneller. In dieser Phase, in der die Hauptstädter dem 2:0 sogar näher waren als Halberstadt dem Ausgleich (Lovro Sindik und Florijon Belegu scheitern nur knapp/52.), schaffte der VfB den so wichtigen Ausgleichstreffer.Diesmal klaute der Gastgeber dem Gegner weit in dessen Hälfte die Kugel, schaltete blitzschnell um und Beil brauchte nur noch einschieben. Von jetzt an war es ein sehr munteres Spektakel.

Germania dreht den Rückstand

Der Vollstrecker wurde kurze Zeit später zum Vorbereiter. Maßgenau legte Beil für Franjic auf, auch der musste nur noch den Fuß hinhalten (68.). Der VfB hatte die Begegnugn gedreht. Die Freude währte jedoch keine drei Minuten. Nach einer Ecke stand Tunay Deniz am zweiten Pfosten völlig frei und glich per Direktabnahme aus.

Zeit zum Verschnaufen blieb nicht. Als Beil einen Foulelfmeter verschoss, hatte der Fußball-Gott offenbar genau hingeschaut, denn die Aktion zuvor, bei der Pepic zu Fall kam, war eine Kann-Entscheidung. Der VfB drückte weiter auf das 3:2, hatte wieder durch Beil auch eine 99-prozentige Chance dazu. Twardzik war schließlich per Kopf zur Stelle (81.). Erneut war der Jubel kaum verhallt, da musste auch Fabian Guderitz hinter sich fassen.

Andreas Petersen meinte: „Wir haben leider viele Chancen ausgelassen. Es war ein Spiel mit offenem Visier.“

VfB Germania Halberstadt: Guderitz - Boltze, Lachheb, Eggert - Jurcher (74. Messing), Hofgärtner, Oschmann, Twardzik - Franjic (88. Michel), Pepic (85. Vargas), Beil;

BAK: Jakubov - Belegu (58. Sakran), Becken, Deniz, Linthorst - Küc, Sindik (85. Elezi) - Hofmann, Brügmann, Coskun - Pekdemir (63. Yildirim);

Torfolge: 0:1 Enes Küc (44.), 1:1 Florian Beil (55.), 2:1 Ivan Franjic (68.), 2:2 Tunay Deniz (71.), 3:2 Patrik Twardzik (81.), 3:3 Oliver Hofmann (83.);

Bes. Vorkommnis: Beil verschießt Foulelfmeter (79.);

Schiedsrichter: Marko Wartmann (Großvargula);

Zuschauer: 355.