Halberstadt l Unmittelbar nach Spielschluss, als das gesamte Team von Regionalligist Germania Halberstadt zum Kreis auf dem Rasen des Friedensstadions zusammen kam, jubelten die Spieler einmal mehr. Nach dem 2:1-Erfolg gegen Schlusslicht Bischofswerda hatte ihnen Trainer Sven Körner spontan zwei Tage frei gegeben.

Eine Belohnung, die nach der Englischen Woche ganz sicher verdient ist. Immerhin holte das Team vier Punkte aus den beiden Begegnungen und ist seit drei Spielen ohne Niederlage. Trainer Sven Körner war nach dem 2:1-Erfolg stolz auf sein Team und machte deutlich, dass die Voraussetzungen, verglichen mit der Chemie-Leipzig-Partie, gänzlich andere waren. „Für den Kopf war das 2:1 wichtig. Inhaltlich waren Leipzig und Bischofswerda zwei völlig andere ‚Verpackungen‘. Nach dem Trainerwechsel beim BFV 08 erwartete uns sowieso eine Wundertüte. Das hatten wir unserer Mannschaft im Vorfeld gesagt. Keiner wusste so genau, was da auf uns zukommt.“

Mangel an Handlungsschnelligkeit

Gleichwohl sah auch er, dass es gegen Bischofswerda bei seiner Mannschaft an geistiger und körperlicher Frische fehlte: „Die Beine waren nach dem intensiven Duell am Mittwoch schwer. Gerade in der ersten Halbzeit wirkte es noch lethargisch, es mangelte an Handlungsschnelligkeit. Aber wie die Mannschaft immer wieder großen Aufwand betrieben, und einen Rückstand gedreht hat, das ist lobenswert. Wir sind sehr zufrieden.“

Kimbyze-Kimby Januario, Torschütze des 2:1-Siegtreffers, stand mit seiner Leistung am Sonntag stellvertretend für die meisten seiner Teamkollegen. Es passte längst nicht alles, aber mit viel Leidenschaft und Einsatz gab er zu keiner Zeit auf. Sven Körner formulierte es so: „Er hatte schon in der ersten Halbzeit ein paar gute Aktionen. Dass Fehler passieren, vor allem einem 19-Jährigen, das ist normal. Wir wussten, dass der Gegner tief stehen würde. Wir mussten Ideen finden, teilweise ging das gut. Letztlich hatte unser Team den größeren Willen zu gewinnen und die besseren Chancen, darum ist dieser Sieg absolut verdient. Nichtsdestotrotz müssen wir an vielen Dingen arbeiten.“

Keine hohen Erwartungen

Wichtig war dem 37-Jährigen, dass im Umfeld die Erwartungen nicht zu hoch gehen. Hintergrund: Nach dem 2:1-Erfolg gab es von Seiten der Zuschauer zum Teil sehr kritische Stimmen. „Die Mannschaft braucht positive Unterstützung, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Wir sind eine sehr junge Mannschaft, noch immer im Entwicklungsprozess. Diesen Umbruch gilt es zu meistern. Darum sage ich klipp und klar: Wir kämpfen um den Klassenerhalt, alles andere ist Utopie!“