Halberstadt l Diese Paarung verspricht Tore, nur einmal in den bisherigen 15 Vergleichen gab es keine Treffer. Dieses 0:0 liegt inzwischen aber auch mehr als fünfeinhalb Jahre zurück.

Auf Seiten der Gastgeber stellte Trainer Sven Körner dreimal um. Jannis Pläschke, der zuletzt wegen Fersen- und Achillessehnenreizung fehlte, rückte wieder ins Team. Auch die offensiv ausgerichteten Nico Hübner und Dennis Blaser rutschten in die Startelf. Stefan Korsch, Pascal Schmedemann und Essengue Tchakoumi saßen dafür auf der Ersatzbank.

Duell ist Eintrittsgeld wert

Das Duell gegen den Spitzenreiter war sein Eintrittsgeld wert, denn von Beginn an spielten beide Seiten mit offenem Visier und kannten nur eine Richtung: vorwärts. Die engagierte Leistung der Gastgeber honorierte auch das Publikum schon früh mit lautstarker Unterstützung. Nach einer Viertelstunde kam der VfB dann auch zu ersten guten Abschlüssen. Patrik Twardzik probierte es nach einem Schulze-Freistoß gleich zweimal aus spitzem Winkel. Hertha II kam durch Palko Dardai, der Keeper Kilian Neufeld prüfte, zu einer guten Gelegenheit. Halberstadts Torabschlüsse häuften sich – nach 90 Minuten waren es deren 15 (Vergleich Hertha: 14). Das 1:0 war daher nach 26 Minuten absolut verdient. Kimbyze Kimby Januario legte den Ball an Florian Baak vorbei, Hertha-Keeper Maxim Hertel klatschte zentral nach vorne ab. Dort stand Twardzik goldrichtig und schoss im seitlichen Fallen zur Halberstädter Führung ein.

Germania hielt den Druck aufrecht, leistete viel Laufarbeit. Fabian Wenzel, auf der rechten Seite mit einer überragenden Leistung, verpasste die Kugel knapp (33.), Januario hatte etwas Pech beim Kopfball. Die größte Möglichkeit, um auf 2:0 zu erhöhen, vergab aber Blaser. Das alles passierte innerhalb weniger Augenblicke. Die Gäste um Trainer Andreas Neuendorf hatten sich das sicher anders vorgestellt.

Tabellenführer nutzt Fehler

Und doch durfte sich das Team aus dem Vorharz keinerlei Fehler leisten, denn wenn doch, war der Tabellenführer zur Stelle. So wie beim Ausgleich, als Neufeld den Ball eben die eine halbe Sekunde zu lange am Fuß behielt und so entscheidend gestört werden konnte. Jessic Gaitan Ngankam schweißte das Spielgerät unter den Querbalken (37.). „Das ist Qualität“, zollte Körner dem Gegner Respekt für dieses Tor.

Kurz nach Wiederanpfiff versuchte es Pläschke aus der zweiten Reihe. Er wurde dafür belohnt. Zwischen Ball, Pfosten und Torwandhandschuh passte jeweils kein Blatt Papier – 2:1 und die erneute Führung. Die Hauptstädter ließen abermals nicht zu lange mit der Antwort auf sich warten. Dardai stieg völlig allein gelassen zum Kopfball hoch und nickte ins lange Eck ein (55.). „Wie schon beim 1:1 müssen wir das besser verteidigen“, so Körner.

In der Schlussphase hatten beide Teams das dritte Tor auf dem Fuß, so blieb es aber bei der letztlich verdienten Punkteteilung. „Die Zuschauer haben ein richtig anspruchsvolles Spiel gesehen, mit extrem hoher Intensität“, lobte Germania-Coach Körner die Einstellung.

Torfolge: 1:0 Patrik Twardzik (26.), 1:1 Jessic Gaitan Ngankam (37.), 2:1 Jannis Pläschke (50.), 2:2 Palko Dardai (55.)