Halberstadt l Manchmal ist der enorme Rhythmus in der Fußball-Regionalliga auch von Vorteil. Die Spieler müssen so zwangsläufig die letzte Begegnung – ein 0:3 beim BAK – schnell abhaken, sich umgehend auf die nächste Aufgabe konzentrieren. Für Germania Halberstadt heißt diese „Aufgabe“ am 8. Spieltag: FSV Budissa Bautzen. Anpfiff im heimischen Friedensstadion ist am Sonntag um 13.30 Uhr.

Blitzspiel im April

Budissa Bautzen in Halberstadt?! Da war doch was. Richtig. Mitte April schaffte es die Begegnung als „Blitzspiel“ in alle Medien. Nach 17 Sekunden brach der Unparteiische aufgrund eines Gewitters ab. Das Nachholspiel musste ein drittes Mal angesetzt werden. Das dominierte der VfB Germania dann schließlich Anfang Mai. Im letzten Heimspiel der Saison 2017/18 schickte der VfB die Ostsachsen mit einem 5:1 nach Hause. Überhaupt spricht die Bilanz in diesem Vergleich für die Domstädter. Von den bisherigen 18 Duellen hat Bautzen nur zwei für sich entschieden, sechsmal verließ die Germania als Sieger den Platz. Neunmal war der FSV zu Gast im Vorharz, gewonnen hat er hier noch nie. Hinzu kommt, dass die Budissen in diesen neun Begegnungen lediglich dreimal ins VfB-Tor trafen.

Die Zahlen sprechen demnach für den Gastgeber, der als Tabellenvorletzter jedoch gegen den Achten nicht unbedingt als Favorit in diese Begegnung geht. Sportchef Andreas Petersen beschreibt, dass auch das „Zwischenmenschliche“ Argumente für einen Heimerfolg bietet. „Wirtschaftlich ist es vielleicht das schwerste Jahr für Germania, das wissen wir alle. Ich habe aber den Eindruck, dass untereinander ehrlich und als eine Einheit gearbeitet wird. Auch die, die hinten anstehen, klatschen ab, motivieren und hängen sich rein. Der Fußball macht Spaß, auch von der Tribüne aus und das hat die Elf in bisher jedem Heimspiel gezeigt: Wann gab es das schon, dass die Mannschaft trotz Niederlage mit Applaus verabschiedet wurde? Die Jungs haben nachgewiesen, dass sie nicht weit weg, im Grunde ebenbürtig sind.

Germania in der Pflicht

Alles fällt bisher unter die Rubrik Lerneffekt. An unserer Spielphilosophie sollten wir nichts ändern.“ Petersen weiß auch, dass „wir jetzt langsam in der Pflicht sind“. Nicht vergessen sollte man, dass der VfB bisher gegen zahlreiche Top-Teams anzutreten hatte. „Bautzen ist ein in sich stabiles Team, aber hat unsere Kragenweite“, so der 58-Jährige. „Ich glaube an das Team und daran, dass die Waage nun zu unseren Gunsten ausschlägt. Wir haben es verdient.“

Fehlen wird am Sonntag Hendrik Kuhnhold nach seiner Roten Karte in Berlin. Dafür kehrt Tino Schulze nach abgesessener Sperre zurück.