Halberstadt l Zu Gast im Friedensstadion ist der ZFC Meuselwitz. Es ist ein Spiel, in dem es um die sprichwörtliche Wurst geht. Beide Teams stehen im unteren Tabellendrittel, lediglich ein Punkt trennt die Duellanten. Gespielt wird inoffiziell deswegen um die viel zitierten sechs Punkte.

ZFC-Defensive wacklig

Auch Halberstadts Trainer Maximilian Dentz weiß um die tabellarische Situation, sprach im Vorfeld von einem „50:50-Spiel für beide Mannschaften“. Dentz schätzt den Gegner als „eine gestandene Mannschaft“ ein, die über eine gute Physis verfügt und mental stark ist. Der gute Offensivfußball der Thüringer hat aber auch seine Schattenseite, Dentz: „Der ZFC hat den viertbesten Angriff der Liga, aber gleichzeitig auch die zweitschlechteste Defensive.“

Das könnte womöglich eine Erklärung für die schwankenden Resultate der Meuselwitzer sein. Den letzten zwei Niederlagen gingen jeweils zwei 4:1-Siege in Babelsberg und gegen den BFC Dynamo voraus. „Für Außenstehende ist es nicht zu verstehen, warum diese Mannschaft solch Berg- und Talfahrt durchlebt“, äußerte sich Dentz diesbezüglich. Der 29-Jährige warnt im Vorfeld vor dem gefährlichen Umschaltspiel des ZFC. „Mit ihren technisch guten Spielern kann das blitzschnell gehen. Und wenn sich die Meuselwitzer in einen Rausch spielen oder Lust am Fußball spielen verspüren, dann wird es schwer.“

Blume und Michel fehlen

Bei der Germania wird es zwangsläufig Veränderungen geben. Philipp Blume fällt nach seiner fünften Gelben Karte aus, Kay Michel verletzte sich im letzten Punktspiel. Beide Stammspieler gilt es zu ersetzen. Die Gedankenspiele bei Max Dentz tendieren zu einer Dreierkette, so dass Benjamin Boltze, Tino Schulze und Leon Heynke (Dentz: „Er hat sich sehr gut eingelebt und den Männerfußball verinnerlicht.“) in der Defensive ohne den „Baustein“ Blume auskommen müssten. „Beide Akteure sind schon ein herber Verlust“, ordnet Dentz ein, „das muss das Team auffangen“.

Egal, ob mit Vierer- oder Dreierkette, die Einsätze von Lucas Surek und Stefan Korsch deuten sich an. Surek könnte sowohl im Mittelfeld, als auch in der Abwehrreihe fungieren. „Es gibt die zwei Varianten, wir warten das Abschlusstraining ab und entscheiden danach“, fasste Maximilian Dentz zusammen. „Wir sind da Gott sei dank flexibel.“

Vorteil beim Gastgeber

Psychologisch liegt der Vorteil beim Gastgeber, der als Außenseiter in die Saison gestartet ist, und derzeit voll im Soll liegt. Beim ZFC ist der Erfolgsdruck gerade vor dieser Begegnung spürbar, denn mit dem Chemnitzer FC und dem Berliner AK warten nach der Germania-Partie zwei echte Hochkaräter. Hier zu punkten scheint wesentlich schwieriger. „Das sehe ich auch so“, bestätigte Dentz, „wir wollen die Punkte auf jeden Fall hier lassen. Wir sind uns auch bewusst, dass die nächsten Spiele alles 50:50-Partien sind. Vielleicht holen wir uns da die Punkte zurück, die wir zu Saisonbeginn liegen gelassen haben.“ Erstmals spielberechtigt ist beim VfB Stéphane Dieupeugbeu.

Indes gaben die Germania-Spieler Dennis Rothenstein und Alexander Schmitt einen kleinen Vorgeschmack auf das kommende Spiel. In der aktuellen Übungseinheit der unter der Schirmherrschaft der Halberstadtwerke stehenden „Vereinstour“ bei ihrem Besuch der Spielgemeinschaft der JSG Huy und des SV Empor Dedeleben gab es wertvolle Tipps zur Verbesserung der Strafraumbeherrschung und des Torabschlusses. Im Rahmen der Partneraktion trainierten elf Jugendliche der Spielgemeinschaft an diesem Tag auf dem Dedelebener Sportgelände in der Ernst-Thälmann-Straße.