Halberstadt l Auf die Gastgeber wartet am morgigen Sonnabend ab 13.30 Uhr wahrlich Schwerstarbeit, denn mit dem aktuellen Ligakrösus aus der Hauptstadt kommt in jeder Hinsicht ein Spitzenteam.

Offensiv macht „der alten Dame“ keines der anderen Teams etwas vor. Bereits 42 Mal hat Hertha getroffen, in den zwölf Punktspielen gab es erst zwei Niederlagen. Und die Berliner treffen so gut wie immer, nur einmal – im Heimspiel gegen Wacker Nordhausen (0:2) – klappte das bisher nicht. Ansonsten darf es gern auch mal etwas mehr sein, so zum Beispiel fünf Tore gegen Cottbus und in Auerbach oder sechs Tore gegen Rathenow oder gar sieben Tore in Bischofswerda. Verantwortlich für den Berliner Torjubel sind in erster Linie drei Angreifer. Sie alle stehen unter den Top-8 der Regionalliga Nordost. Muhammed Kiprit ist mit elf Treffern derzeit Bester des Klassements. Auch Jessic Gaitan Ngankam (8) und Maximilian Pronichev (7) sind ganz oben dabei.

Bilanz spricht für Germania

Jeder im Kader der Hertha ist ein exzellent ausgebildeter Fußballer, dennoch dürfen sich die Halberstädter Fans wohl auch dieses Mal wieder besonders auf die prominenten Trainersöhne Palko Dardai – auch schon mit vier Saisontreffern – und Maurice Covic freuen. Weil dessen Vater mit der „großen“ Hertha im Berliner Olympia-Stadion nahezu zeitgleich die TSG Hoffenheim zu Gast hat, dürfte zumindest so manch Überraschung den Berliner Kader im Friedensstadion betreffend ausbleiben.

Bei allem Respekt den Hauptstädtern gegenüber, die bisherige Bilanz gegeneinander spricht knapp für die Germania. Fünf Siegen und fünf Remis‘ stehen vier Niederlagen gegenüber. VfB-Trainer Sven Körner will die Aufgabe am Sonnabend mit hoher Intensität angehen. „Es treffen die zwei jüngsten Mannschaften aufeinander, da gibt es sowieso ein hohes Tempo. Wir werden versuchen, die Schwächen der Hertha zu unserem Vorteil zu machen.“ Diese liegen im Defensivbereich, bei ruhenden Bällen zeigt sich Berlin durchaus anfällig. Körner ergänzt: „Das gute Passspiel gilt es früh und intensiv zu unterbrechen, wir wollen sie nerven. Der Druck liegt doch bei der Hertha: Die Gäste haben etwas zu verlieren. Wir sind in diesem Vergleich der absolute Underdog, keiner setzt auf uns. Trotzdem wollen wir natürlich voll dagegenhalten!“