Halberstadt l Seit wenigen Tagen gehört Marcel Goslar – er feiert heute seinen 28. Geburtstag – zum Kader des Fußball-Oberligisten Germania Halberstadt. Nach seiner fußballerischen Ausbildung bei Hannover 96 folgten die Stationen beim BV Cloppenburg, SV Bavenstedt und VfV Hildesheim. Dann ging er Anfang 2012 zum FSV Wacker Nordhausen. Mit den Thüringern schaffte er den Durchmarsch von der Landesliga Thüringen bis in die Regionalliga. Sein letzter Verein war der TSV Havelse, zu dem er erst im vergangenen Sommer gewechselt war.

Was sprach also für einen Wechsel aus der Regional- in die Oberliga? „Auf jeden Fall die Perspektive“, so der gebürtige Hannoveraner. „Nach dem Abstieg ist die Germania sehr gut aufgestellt. Die Strukturen entsprechen der Regionalliga, wenn nicht sogar darüber. Ich habe mit Trainer Andreas Petersen und Sportchef Kevin Meinhardt gute Gespräche geführt.“ Die beiden Fußballfachmänner hatten den Defensivspieler schon länger auf dem Radar. Der erste Kontakt entstand, als beide noch Verantwortliche bei der TSG Neustrelitz waren. „Da habe ich aber abgesagt, da ich in Nordhausen verlängern wollte.“ In Thüringen ging es für ihn aber doch nicht weiter, im Sommer 2016 wollte er zurück in die Heimat nach Hannover. „Wir sind aber in Kontakt geblieben.“

Die äußeren Bedingungen unterhalb der Spiegelsberge haben den 28-Jährigen überzeugt. „Klar spiele ich nun eine Liga tiefer, aber ich kenne die Oberliga: Es ist schön, den Aufstieg zu feiern. Halberstadt ist kein normaler Oberligist, wir arbeiten fast unter professionellen Bedingungen. Die Perspektive sprach eindeutig für diesen Schritt!“

Mit Co-Trainer Enrico Gerle, Petersen und Meinhardt traf er sich bereits vor Weihnachten. Man trank einen Kaffee, Goslar lernte das Umfeld genauer kennen und war wohl ziemlich schnell überzeugt. „Mit wurde gesagt, was man hier vorhat. Ich habe dann sondiert, es war aber schnell klar, dass ich hierher wechsele.“

In Nordhausen agierte er längere Zeit als Spieler unter Vater und Trainer Jörg Goslar. Gibt es Vorteile, wenn man als Trainersohn dazugehört? „Man weiß als Erster, ob trainingsfrei ist oder nicht bzw. was im Training geplant ist“, so der VfB-Neuzugang lächelnd. Weniger optimal ist so eine Zusammenarbeit im Privaten: „Als Fußballerfamilie ist der Sport auch an den freien Tagen immer ein Thema. Das Abschalten fällt schwer. Mein Vater und ich haben das aber ganz gut gelöst.“

Mit dem FSV Wacker traf Goslar bereits mehrfach auf die Germania, in Erinnerung ist ihm dabei der Vergleich im November 2014 geblieben, als sich beide 1:1 im Friedensstadion trennten. „Ich erinnere mich an dieses Spiel so gut, weil ich da das Tor geschossen habe. Das kommt nicht allzu oft vor. Wir hatten etliche Chancen, gingen auch 1:0 in Führung. Mein späterer Teamkollege Kevin Nennhuber glich noch aus. Wir haben in diesem Derby extrem viel verballert – es war ein wildes Spiel, in dem wir zwei Punkte verloren haben.“

Der gelernte rechte Verteidiger ist auf beiden Seiten oder offensiver einsetzbar. „Es kommt auf die Taktik an“, so Marcel Goslar. „Ob mit Dreierkette oder nicht. Bei einer Dreierkette gehe ich auch eine Position vor, da kann ich meine Schnelligkeit, Wendigkeit in 1-1-Situationen einsetzen.“

Dem VfB traut er den Aufstieg zu. „Das Team hat sich in der Hinrunde sehr gut präsentiert. Ich weiß aber auch wie schwer es ist, wieder aus der Oberliga aufzusteigen, erst recht als der Gejagte. Die Gegner sind jetzt noch motivierter. Wir haben aber eine gute Ausgangsposition und es noch selbst in der Hand. Wichtig wird sein, in den nächsten vier Monaten diesem einen Ziel alles unterzuordnen.“ Auch deswegen wird er in Halberstadt einen zweiten Wohnsitz neben seiner Heimatstadt Hannover beziehen.