Halberstadt l Beim selbst ernannten Meisterschaftsfavoriten HV Rot-Weiß Staßfurt hieß es nach 60 Minuten 24:24 (12:11). Die Zuschauer in der Salzlandhalle sahen ein Spitzenspiel der Liga, der Tabellenzweite begrüßte den Vierten. Dabei war der Gastgeber aus Staßfurt den Vorharzern physisch überlegen. Wie schon die TSG Calbe in der Vorwoche, zeigte sich Halberstadts Kontrahent außerdem extrem motiviert. „Man hat gesehen, dass die Jungs Meister werden wollen und die Rückkehr in die Mitteldeutsche Oberliga anstreben“, so HT-Coach Denis Schmid.

HT 1861 hält Partie offen

Die Anfangsphase gehörte dem HV Rot-Weiß (4:1), schnell sorgte der Gast dann aber für Ausgeglichenheit und gestaltete die Partie offen. Der HT übernahm beim 5:6 und 6:7 sogar kurz die Führung, jeweils nach Treffern von Noah Balint. Obwohl beide Seiten mit viel Tempo agierten, fielen relativ wenige Tore. Das lag zum einen an den Torhütern, zum anderen an der Deckung. „Das schnelle Umschalten war enorm wichtig“, blickte Schmid zurück, „nach einem Torwurf ging es schnell in die Abwehr, um den Angriffsdruck aufzufangen“. Das war ausschlaggebend. Lenny Rinke stellte mit seinem Tor den 12:11-Pausenstand her.

Im zweiten Durchgang war Halberstadts Trainer nicht mehr so zufrieden mit dem Angriffsspiel seiner Leute. Mehrere HT-Akteure konnten nicht mehr an ihre Top-Leistungen der Vorwochen anknüpfen. Aber mit viel mannschaftlichem Engagement und toller Leidenschaft fing der HT dies auf. Dennoch: Einzelne Gästespieler blieben hinter ihren Möglichkeiten.

Das erklärte auch die 20:16-Führung der Staßfurter Mitte der zweiten Halbzeit. Schmid: „Man dachte da schon kurz, dass sich der Favorit nun durchsetzt.“ Beim 22:18 (51.) nahm der HT-Coach die Auszeit. Er forderte schnörkellosen Handball, „volle Pulle“ sollte das Wurfglück erzwungen werden. Die Ansprache saß, denn der HT machte drei Tore in Folge (23:22/ 54.). Nun reagierte Staßfurts Coach Sebastian Retting mit der Grünen Karte. Es folgte eine sehr spannende Schlussphase. Rinke glich vom Siebenmeterpunkt zum 23:23 aus, später schaffte auch Maik Stecker noch den 24:24-Treffer. Die Staßfurter ließen ihren Angriff liegen, für den HT blieben knapp 30 Sekunden, um sogar zwei Punkte zu sichern. Es sollte hektisch werden.

Aufregung nach Timeout

Bei einem Timeout der Schiedsrichter, zuvor drohte Halberstadt ein Zeitspiel, betrat der HV-Trainer unerlaubterweise das Parkett – er wollte auf die nicht gestoppte Zeit aufmerksam machen. Nach einigen Diskussionen entschieden die Schiedsrichter, beiden Trainern eine Zeitstrafe zu geben. Das nützte letztlich dem HT 1861, war doch das Zeitspiel aufgehoben. Halberstadt kam zwar nicht mehr zum Torerfolg, viel wichtiger aus Gästesicht aber war, dass Staßfurt nicht mehr in Ballbesitz kam.

„Wir sind mit dem Resultat äußerst zufrieden“, freute sich Denis Schmid. „Wir haben dieses Mal nicht so unsere individuellen Stärken bewiesen, dafür sind wir mannschaftlich sehr geschlossen aufgetreten und haben zudem große Moral bewiesen. Wenn man bei einem Top-Team zehn Minuten vor Ende mit vier Toren zurückliegt, das noch aufholt, dann ist das sehr gut.“

Lob verdiente sich Keeper Robin Deuring, der vier der sechs HV-Siebenmeter entschärfte. Er befindet sich momentan in einer starken Form.

Denis Schmid schaute dann noch einmal stolz zurück: „Vor den Duellen mit dem BSV Magdeburg, der TSG Calbe und nun Staßfurt war überhaupt nicht klar, wie es laufen würde. Dass wir da mit 5:1 Punkten rausgehen ist lobenswert. Es fühlt sich derzeit sehr gut an. Das merkt man auch in der Mannschaft. Wir können gern so weitermachen.“

Statistik

HT 1861 Halberstadt: Deuring, Hoffmann - Ahlsleben, Sadowski (2), Huber, Rinke (7/3), Balint (8), Greiff, Kausch (2), Stecker (1), Liebscher, Völkel, Czaja;

Siebenmeter: HT 4/3, Staßfurt 6/2;

Zeitstrafen: HT 2, Staßfurt 4.