Ilsenburg l Die Vorzeichen standen nicht gut, fehlten dem HVI doch einige Akteure krankheits-, verletzungs- oder berufsbedingt. Mit Christoph Hoffmann und Sebastian Kausch waren u.a. beide etatmäßigen Kreisspieler nicht mit dabei. Auch Florian Fahrtmann war noch nicht wieder einsatzbereit.

Erstmals rückte dafür Neuzugang Axel Csordas in den Kader. Der Ungar, wohnhaft in Wernigerode, kommt vom Bezirksligisten HC Börde, der sein Team zurückgezogen hat, in den Harz. Trainer Andreas Simon: „Wir haben den Kontakt zu ihm aufgenommen, glücklicherweise hat er sich für uns entschieden. Axel ist eine Bereicherung für den Rückraum und spielintelligent. Trotz seines Trainingsrückstandes hat er mit seinen zwei Toren einen guten Einstand gegeben.“

Am Kreis musste Simon wie erwähnt improvisieren, die Rückraumspieler Mario Dallmann und Matthias Eckardt teilten sich diesen „Job“ abwechselnd. Sie lösten das über weite Strecken gut, gleichwohl war eine Schwächung auf dieser Position erkennbar.

Bilder

Ilsenburg gestaltete die Anfangsphase aber ausgeglichen. „Wir waren nicht chancenlos“, blickte Andreas Simon zurück, „auch wenn das Ergebnis etwas anderes aussagt, wir haben bis zur 9. Minute auf Augenhöhe agiert“. Da stand es 5:4, nach einer Zeitstrafe gegen Csordas zogen die Osterburger aber an. HVI-Coach Simon reagierte mit einer Auszeit. Die sollte ihren Zweck erfüllen, denn beim 13:10 (24.) war der Gast wieder in Schlagdistanz.

Was folgte, war die Entscheidung gegen die Gäste, obwohl die Ilsenburger nun besser im Spiel waren. Die HSG zog auf 20:10 davon, die Harzer blieben sechs Minuten ohne Tor. Grund waren 15 Fehlwürfe im gesamten ersten Abschnitt. Sämtliche Fehler des HVI nutzte die HSG gnadenlos zu Toren aus. Die Altmärker rannten Konter um Konter.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit wollte Andreas Simon die Fehlerzahl minimieren. Insgesamt gelang das auch recht ordentlich, beendete man den zweiten Durchgang doch mit 17:20. Einige Unkonzentriertheiten blieben aber auch in der zweiten Halbzeit erhalten. „Der Pausenrückstand war einfach nicht mehr zu kompensieren“, analysierte der Gäsetrainer, „im normalen Spielaufbau war die HSG nicht stärker, den Unterschied haben einfach die Tempogegenstöße gemacht. Der Ball wurde immer schnell in die Spitze gespielt. Das hat uns definitiv den Zahn gezogen. Da war kein Kraut gegen gewachsen. Es waren bestimmt 15, 16 erfolgreiche Gegenstöße der Osterburger“. Kritisch merkte er die Abwehrleistung seiner Sieben an. „Wenn man auswärts nur eine Zeitstrafe kassiert, sagt das einiges aus. Wir waren oft zu schläfrig, haben nicht zugefasst. Ich hätte mir mehr Gegenwehr erhofft.“

Am kommenden Sonntag bestreitet der HVI bereits das letzte Spiel des Jahres. „Gegen die SG Solpke/Mieste sollte es mit dem zweiten Sieg klappen“, ist Simon zuversichtlich, „auswärts ist die SG nicht so stark einzuschätzen. Wenn wir unsere Fehler minimieren und personell wieder breiter aufgestellt sind, ist am 3. Advent ein Erfolg drin.“

HV Ilsenburg: Pesenecker, Homann - Hain (2), Eckardt (5), Schneider, Bittner (6), Dallmann (4), Brune, Gohlke (8/3), Kunze, Csordas (2);

Siebenmeter: HSG 5/4, HVI 4/3; Zeitstrafen: HSG 2, HVI 1.