Halberstadt l 100 Kilometer in den Beinen hatten zwei Halberstädter und zwei Ilsenburger Läufer, als sie beim 12. Thüringen Ultra die Ziellinie in Fröttstädt passierten.

Erfahrene Ultraläufer

Mit Irmgard Eggert (Rennsteiglaufverein) und Bernd Thomas vom MSV Eintracht Halberstadt sowie Sven Franke und Steven Lambeck, beide vom Brockenlaufverein Ilsenburg, nahmen vier erfahrene Ultraläufer aus dem Harz an Deutschlands teilnehmerstärkstem 100-km-Rennen teil.

Während Franke bereits auf alle zwölf Zieleinläufe verweisen kann, haben die beiden Halberstädter den langen Kanten nun zum sechsten Mal absolviert. Der ebenfalls langstreckenerfahrene Steven Lambeck war im Jahr 2017 erstmals in Fröttstädt an den Start gegangen und hatte nach dem Zieleinlauf gesagt: „Der Thüringen Ultra ist eine echte Härteprüfung. Er ist aber auch ein besonderes Lauferlebnis wegen der Landschaft, der guten Organisation und der familiären Atmosphäre.“

Sternesammeln in Thüringen

Genau das überzeugte auch diesmal 203 Männer und 44 Frauen aus Deutschland und angrenzenden Ländern zur Teilnahme. Sven Franke zählt zu den acht Wiederholungstätern, die bislang auf alle Starts verweisen können. Er hat sich vorgenommen, auch in den kommenden Jahren beim „Sternesammeln in Thüringen“ dabei zu sein. Denn die Finisher bekommen im Ziel nicht nur Urkunde und Medaille, sondern auch ein T-Shirt, auf dem die Teilnahmen anhand der Sternenzahl ersichtlich sind. „Wer sich auf dieses Rennen einlässt weiß, was ihn erwartet“, sagt der Ilsenburger.

Nämlich auf einen anspruchsvollen Rundkurs durch den Thüringer Wald auf überwiegend landschaftlich reizvollen Feld-, Wald- und Wiesenwegen. Thüringens längstes und härtestes Ausdauerrennen führt über größtenteils unbekannte, aber um so schönere Strecken abseits des Rennsteiges, der zweimal passiert wird, und bietet mit 2150 Höhenmetern eine zusätzliche Herausforderung. Diese meisterte auch Katrin Franke, die ihren Mann auf der gesamten Strecke mit dem Rad begleitete.

Zu Beginn noch flach

Der Start wurde in der Früh bei herrlichem, trockenem Wetter und angenehm frischen Temperaturen vollzogen. Flach war nur der Anlauf, bald schon warteten die ersten Steigungen. „Diese sollte man nicht unterschätzen“, unterstreicht Bernd Thomas, „so idyllisch die Waldlandschaft ist, so herausfordernd sind die Anhöhen, die sich meist sehr in die Länge ziehen.“

Je mehr die Mittagszeit näher rückte, desto mehr sorgte die Sonne für einen zusätzlichen Kampf gegen die Hitze. „Da galt es die Kräfte einzuteilen und an den Versorgungsstellen kurz zu pausieren und zu trinken“, so Irmgard Eggert, „angenehm waren die Abschnitte, die etwas Schatten boten. Es gab aber auch einige Passagen, wie zwischen dem Kleinen Inselsberg und Tambach-Dietharz sowie die sieben Kilometer bergan von Seligenthal zur Ebertswiese, die sehr kräftezehrend waren.“

Irmgard Eggert wird gefeiert

Unterschiedlich waren die Gründe von zwölf Männern und einer Frau, die unterwegs aufgaben. Das leistungsstarke Harzer Ultra-Quartett beendete den langen Kanten erfolgreich. Sven Franke lief als 21. ein, Steven Lambeck folgte ihm auf Platz 30. Bernd Thomas folgte auf Platz 38. Irmgard Eggert wurde im Ziel gefeiert, immerhin belegte sie als älteste Teilnehmerin Platz 23 bei den Frauen.

Die Harzer Sternesammler, die sich vor wenigen Wochen beim Rennsteig-Supermarathon über 73,9 Kilometer auf diese erneute Herausforderung vorbereitet hatten, lobten die hervorragende Organisation und Betreuung durch den veranstaltenden Verein „Lauffeuer Fröttstädt“. Als sie im Ziel waren, folgten sie einer schönen Tradition bei diesem Rennen: Auch der letzte Läufer wird im Ziel mit lautstarkem Hallo begrüßt, und das sogar von mehr Publikum als der Sieger.