Wernigerode l  Für viele Sportvereine wäre ein Überleben ohne Ehrenamt unmöglich, so auch für den Harzer Schwimmverein 2002. Sie engagieren sich unentgeltlich. Sie setzen sich für andere Menschen ein, auf ganz verschiedene Weise. Sie geben für die Gesellschaft. Ohne sie würde in vielen Bereichen nichts gehen. Im Vereinsleben, bei sozialen Einrichtungen wie der Tafel, in Altenheimen, bei kirchlichen Veranstaltungen und in vielen, vielen Bereichen mehr sind sie nicht wegzudenken.

Die Rede ist von Ehrenamtlichen. Gerade erst wurde am 5. Dezember der Internationale Tag des Ehrenamts begangen. Eine gute Gelegenheit, darüber zu sprechen, wie auch beim Harzer Schwimmverein 2002, der durch das Ehrenamt lebt.

Dass alle Trainer und Betreuer ehrenamtlich tätig sind und neben ihren Berufen das Vereinsleben fördern, das Training sicherstellen und Veranstaltungen auf die Beine stellen, aber auch die administrative Arbeit im Hintergrund leisten, ist den meisten Mitgliedern des Schwimmvereins bewusst.

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Conny Schrader ist nicht wegzudenken

Auch in der Öffentlichkeit steigt die Wahrnehmung für das Ehrenamt. So veranstaltet der Kreis-Kinder- und Jugendring Harz alljährlich eine Ehrenamtsgala zu Ehren der stillen Helfer. Jeder kann dort Personen vorschlagen, die ehrenamtlich tätig sind und geehrt werden sollen. In einer Festveranstaltung im Klubhaus Thale erfolgt dann die Ehrung.

Auch der Harzer Schwimmverein 2002 hat, stellvertretend für die vielen Helfer, drei Vorschläge eingereicht. Zwar fiel die diesjährige Festveranstaltung Corona zum Opfer, doch die Schwimmer wollen ihre stillen Helfer trotzdem vorstellen. In der Kategorie Sport wurde dieses Jahr Conny Schrader eingereicht.

Still ist Conny Schrader am Beckenrand nicht unbedingt, aber der Erfolgt gibt ihr Recht. Seit mehr als 30 Jahren ist Conny Schrader im Verein aktiv – erst als Schwimmerin, später als Trainerin. Und im Laufe der Zeit half sie vielen kleinen Talenten auf die Sprünge. Neben der jüngeren Wettkampfgruppe engagiert sie sich sehr für die schwimmerische Grundausbildung. Aus den jährlichen Schwimmkursen ist sie einfach nicht wegzudenken.

Ganz besonders am Herzen liegt ihr dabei die Umsetzung des „Seepferdchen Guides“. Auf dem Weg zum sicheren Schwimmer in Sachsen-Anhalt hat sie unzählige Stunden am Beckenrand verbracht. Und auch abseits des Wassers unterstützt sie seit Jahren den Verein, ist bei Veranstaltungen als Betreuer und im Schwarzlichttheater als Unterstützerin dabei. Der Harzer Schwimmverein wäre ohne Conny Schrader undenkbar. All das schafft sie neben ihrer Berufstätigkeit, Haushalt und zwei Kindern, die natürlich auch in der Schwimmhalle groß geworden sind.

Aurel Mamier bringt sich ein

In der Kategorie „Jung im Ehrenamt“ möchten die Schwimmer Aurel Mamier ehren. Auch seine Stimme ist in der Schwimmhalle alles andere als leise, aber die Herzen der Kinder erobert er im Sturm. Aurel Mamier hat seine Laufbahn als Schwimmer begonnen, erst im Schwimmkurs, dann ist er selbst geschwommen. Mittlerweile steht er als Übungsleiter am Beckenrand.

Dabei bringt er den Kindern nicht nur Schwimmen, sondern auch Teamgeist und Spaß an der Bewegung bei. Und das nicht nur als Übungsleiter. Er ist auch abseits des Wassers aktiv, er ist einer der führenden Köpfe im Schwarzlichttheater.

Bei allen Veranstaltungen ist Aurel Mamier dabei und das immer mit viel Spaß und Freude. Ob beim Tag der Vereine, dem Schwarzlichttheater, Erlebniswochenende, dem Zeltwochenende, Aktionen wie Kunst trifft Leerstand in Blankenburg oder auch in den Ferienfreizeiten. Aurel Mamier ist eine feste Größe und widmet einen Großteil seiner Freizeit dem Harzer Schwimmverein. Damit bereichert er den Verein und agiert als Vorbild für jüngere Schwimmer, die sich auch vermehrt einbringen.

Stille Helfer bringen sich stark ein

Die dritten Kandidaten sind wirklich stille Helfer, die in der Kategorie Sponsor geehrt werden. Im ersten Moment klingt dies nach Geldspende, aber es ist nicht Geld, das Falko Schärfe und seine Frau in den Verein einbringen. Vielmehr ist es Tatkraft gepaart mit Ideen­reichtum und tatkräftiger Unterstützung.

Die Tätigkeiten sind vielfältig. So werden Requisiten für das Schwarzlichttheater gebastelt oder Kostüme für diverse Aktionen wie das Mittelalterwochenende oder die Schwarzlichtgruppe genäht.

Ganz oft tragen die beiden die Materialkosten dabei selbst. Falko Schärfe agiert auch als Fotograf bei Vereinsveranstaltungen und erfasst das Vereinsleben mit seiner Kamera. Zum Verein gekommen sind beide über ihren Sohn Lukas, der erst im Wettkampfbereich schwamm und jetzt in der allgemeinen Sportgruppe dabei ist.

„Als Verein erleben wir es leider zunehmend, dass wir als Dienstleister gesehen werden und die ehrenamtliche Arbeit, auf der ein Verein beruht, ignoriert wird. Gerade das Coronajahr hat dies in vielen sozialen Bereichen gezeigt. Oft ist leider auch zu beobachten, dass die Kinder gerne gebracht werden, dass aber den Eltern die Zeit oder Lust fehlt, sich selbst zu engagieren“, sagt Frank Walentowski vom Harzer Schwimmervein.

Deshalb sei es umso wichtiger, Menschen wie Falko Schärfe und seine Frau, die immer im Hintergrund da sind, sich selbst einbringen und die Trainer und Betreuer entlasten, in den Reihen zu haben.