Blankenburg l Die SG Stahl Blankenburg hat das Auswärtsspiel der Tischtennis-Regionalliga Süd beim FC Bayern München 5:9 verloren.

Anspannung auch in verbaler Form

Der selbsternannte Aufstiegsanwärter FC Bayern München agierte ob des Hinspiel-Resultats sowie der eigenen Aufstellung mit merklicher Unsicherheit. Kapital schlug die SG Stahl daraus nicht. Dieser Anspannung insgesamt waren, vor allem zwei Bayern-Spieler nicht gewachsen. Verbale Entgleisungen unterhalb der Gürtellinie gegen einzelne Blankenburger, die der anwesende Oberschiedsrichter nicht bemerkt haben will, sind noch eine harmlose Umschreibung der abfälligen Verhaltensweisen vor etwa 25 Zuschauern.

Julian Diemer mit den mehrfachen Beschimpfungen „asozialer Typ“ gegen den Blankenburger Manfredas Udra und der 15-jährige Nico Longhino mit obszönen Kraftausdrücken im Spiel gegen Juan Jesus Gomes-Carvajal, sorgten für eine teilweise aggressive Stimmung. Wie in anderen Sportarten auch, ist eine zunehmende respektlose Aggressivität in Sportwettkämpfen festzustellen.

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Erkrankung bei Kartuzovs

Während die Nummer eins der Bayern, Florian Schreiner, mit einer Fußverletzung aus taktischen Gründen aufgeboten wurde, erkrankte Olegs Kartuzovs auf Stahl-Seite schon im letzten Satz des Doppels an einer Magen-Darm-Kolik mit mehrmaligem Erbrechen. Aufgrund dieser Ausgangslage im Spiel Tabellenzweiter gegen -fünfter war Bayerns Mannschaftsleiter, Rudi Kahlert, mit dem 9:5-Sieg sehr erleichtert und beschwor eine Schützenhilfe der Blankenburger beim Spiel am 9. Februar in Versbach für die Aufstiegsambitionen Münchener.

Eine Geschichte am Rande: Die Mutter des Bayern-Spielers Nico Longhino brachte ihre Verzückung über die Blankenburger Begrüßungsformel „Sport frei“ gegenüber der Mannschaftsleitung zum Ausdruck und schwärmte von Zeiten des DDR-Sports.

Obwohl der sportliche Wert des Spiels durch die Krankheitsausfälle erheblich verblasste, wurde auch Tischtennis gespielt. Das Stahl-Doppel Nummer eins, Hanl/Nemecek, gewann kampflos, während Kartuzovs/Udra letztlich zwar gehandicapt, aber völlig unnötig 2:3 verloren. Ein Gewinn des ersten Satzes nach einer 10:7-Führung wäre in einem 3:1-Sieg für das baltische Duo aufgegangen und die plötzliche Erkrankung von Kartuzovs im fünften Satz hätte keinen Einfluss gehabt. Das dritte Stahl-Doppel, Gomes-Carvajal/Kudrna, war gegen Plattner/Longhino mit 1:3 chancenlos.

Gerne hätte die SG Stahl den überragenden Ales Hanl drei- oder viermal eingesetzt. Es blieb nur das Machbare, eine Demonstration der Klasse beim 3:1 gegen Jugend-Nationalspieler Daniel Rinderer und ein Wertungssieg gegen den verletzten Florian Schreiner. Olegs Kartuzovs im ersten Spiel mit Wertungssieg gegen Schreiner und Wertungsniederlage gegen Rinderer nach plötzlicher Erkrankung, war die fatale Fortführung des Wettkampfes aus Stahl-Sicht.

Licht und Schatten bei Gomes-Carvajal

Der Blankenburger Jakub Nemecek zeigte insgesamt ein schwaches Auftreten. Gegen Felix Wetzel 0:3 und gegen Michael Plattner 1:3. Manfredas Udra war da besser. Er verlor gegen Plattner nach 7:6-Führung im fünften Satz unkonzentriert 7:11. Gegen Wetzel hatte er, beeinträchtigt durch eine gelbe Karte des Schiedsrichters wegen störender Geräusche im vorhergehenden Spiel gegen Plattner, mit „leerem Auftritt“ und 0:3 das Nachsehen.

Licht und Schatten wechselten beim Blankenburger Juan Jesus Gomes-Carvajal. Gegen Leistungsstützpunkt-Spieler Longhino zeigte der gleichaltrige Gomes trotz verbaler Störfeuer des Gegners beim 3:2 ein fulminantes Angriffsspiel, um im zweiten Spiel gegen Diemer wieder einmal die Konzentration und eine kluge Taktik vermissen zu lassen. Ergebnis 0:3, aber jeder Satz ging in die Verlängerung 12:14, 11:13, 10:12.

Der Blankenburger Nummer sechs, Jan Kudrna, fehlte es beim 1:3 gegen Diemer, bei allem Bemühen, an einer beherzten Angriffsleistung. Gegen Longhino war Besserung in Sicht. Nach dem Gewinn des ersten Satzes wurde das Spiel aber wegen der Niederlage von Gomes-Carvajal nicht zu Ende gespielt.

Motivation für kommende Aufgaben

Stahl Blankenburg trat erhobenen Hauptes die Heimreise an. Trotz der plötzlichen Erkrankung von Kartuzovs war für die Blütenstädter viel mehr drin und die Bayern waren merklich froh, die Begegnung gewonnen zu haben.

Statistik

Stahl Blankenburg: Hanl (2,5), Kartuzovs (1), Nemecek (0,5), Udra, Gomes-Carvajal (1); Kudrna.