Der Haldensleber SC ist neuer Spitzenreiter der Fußball-Verbandsliga. Beim 1. FC Lok Stendal fuhr die Mannschaft um Trainer Stephan Grabinski einen souveränen 4:0 (2:0)-Erfolg ein.

Haldensleben l Die Mannschaft hat Erfolg, sich diesen verdient und das ohne die tatkräftige Unterstützung von außerhalb. Denn mit Abgeklärtheit und völlig ungefährdet landete sie jetzt den zehnten Auswärtssieg der Saison in einer Manier, die selbst einigen der Stendaler Zuschauer Respekt abverlangte. Überzeugend argumentierte Martin Zander mit drei Toren, und auch Pascal Matthias schlich sich mit seinem fünften Tor im vierten Spiel weiter gen Torjägerspitze.

Obwohl die erste Viertelstunde unter den Augen des Staffelleiters F. Nicolai torlos blieb, zeigten die Gäste von Anbeginn die strukturiertere Spielanlage. In die hatte Trainer Grabinski eine Doppelspitze aus Zander und Matthias geschickt, die die Stendaler Verteidigung tief in deren eigener Hälfte anlief und immer wieder erfolgreich störte. Auf der Gegenseite verloren Christian Madaus und Wejsfelt während der gesamten Spielzeit kaum einen Zweikampf und lösten ihre Aufgabe souverän. Instenberg verstolperte (3.) zunächst eine Vorarbeit von Matthias, bevor er kurz danach selbst zum Abschluss kam. Ein Manko des HSC nach wie vor: die Eckbälle. Aus gefühlten 100 resultierte in dieser Saison kein Treffer, doch in der 17. Minute brachte Instenberg den ruhenden Ball auf den Kopf von Zander, der sich mit dem Team über den Führungstreffer freute. Manche waren noch beim Notieren des Tathergangs und mussten sich den zweiten Treffer dann erzählen lassen. Denn Carsten Madaus hatte auf der linken Außenbahn wieder Zander eingesetzt, der den jungen Ziesmann im Kasten der Lok mit einem Schuss ins lange Eck erneut überwand (18.). Davon erholte sich der Gastgeber nicht mehr. Immer wieder stand die "Doppel-Sechs" Girke-Werner den Stendalern im Weg, die sich ihrerseits bei ihrem gut disponierten Krause bedanken konnten, der wiederum dem HSC-Angriff den Weg zum Tor oft genug und mit fairen Mitteln versperrte. Bis zur Pause legte die Lok eine ordentliche Schippe drauf. Die Gäste standen zu tief und mussten das Leder mit vereinten Kräften aus der Gefahrenzone halten. Doch selbst mit zahlreichen Standards am Strafraum erarbeiteten sich die Gastgeber keine 100-prozentige Torchance.

Die Gäste ließen sich auch nach dem Seitenwechsel das Spiel der Stendaler gefallen. Es war einfach zu wenig Zwingend, als dass man sich Sorgen machen musste, dass ein Anschlusstreffer mit dem Publikum die zweite Luft bringen würde. Am Schiri lag es beileibe nicht, der zwar mit je vier Gelben hüben wie drüben aufwartete, jedoch keinen größeren Fehler machte. Nur beim Foul von Nellessen hinten in die Beine von Werner wählte er die falsche Farbe (61.). Egal, unbeeindruckt davon überzeugten die Gäste weiterhin. Gaben der Partie nur so viel Tempo, wie nötig war. In der 76. Minute zeigten die Gäste ihren schönsten Angriff. Matthias und Henneberg spielten Doppel über die linke Seite, und im Strafraum angekommen, zögerte Matthias keine Sekunde, um platziert ins lange Eck abzuschließen. Zander beendete die nächste Offensivaktion aus dem Bodenkampf heraus mit dem vierten HSC-Treffer (77.).

Haldensleber SC: Boy - Wejsfelt, Ch. Madaus, Probst, Stach, Girke (46. Hennecke), Werner, C. Madaus (63. Piele), Instenberg (75. Hahn), Matthias, Zander.

Torfolge: 0:1, 0:2 Zander (17., 18.), 0:3 Matthias (76.), 0:4 Zander (77.).

Schiedsrichter: Christian Naujoks/Mike Weiß/Tim Kohnert. Zuschauer: 256.