Langenweddingen (red) l  Mit 23:22 besiegte der Gastgeber die Reserve des Dessau-Roßlauer HV und verabschiedete sich unter großem Jubel vom eigenen Publikum aus dem Handballjahr. Der SV Langenweddingen erwischte den besseren Start, irgendwie hatte man das Gefühl, die Hausherren waren richtig heiß auf diesen Gegner. Vieles sollte unbedingt besser laufen als in den vorangegangenen Spielen. Und folgerichtig bestimmte die Heimsieben auch die Anfangsminuten. Die Abwehr arbeitete bissig, Torhüter Matthias Krüger glänzte mit tollen Paraden und mit Tempoangriffen oder cleverem Kombinationsspiel, sorgten Christian Stark, Alexander Rohr, Tim Heine, Mario Seifert und Denny Friedl über 4:0 und 7:3 für sichere Führungen.

Leider konnte der SVL diesen Abstand nicht halten, vermehrt schlichen sich einige Fehler im Spielaufbau ein und auch der ein oder andere Freie wurde im Abschluss liegen gelassen. Dessau-Roßlau verkürzte Tor um Tor und war beim 8:7 wieder im Spiel. SVL-Trainer Markus Deinert reagierte und nahm den bundesligaerfahrenen Chris Ahlisch in Manndeckung, dieser hatte sich bis dahin förmlich eingeworfen. Beim SVL kam Mathias Knorr aufs Feld und sorgte gleich für Belebung, der SVL zog nochmal an und lag beim 11:8 und 12:9 wieder mit drei Treffern in Führung, doch Dessau hielt dagegen und verkürzte sogar zum engen 12:11 zur Pause.

Rohr-Verletzung

Dann der Schock bei den Hausherren, denn Alexander Rohr konnte nach einer Fußverletzung kurz vor der Pause nicht mehr weiterspielen, dies führte zu einigen Umstellungen. Und ehe der SVL sich so richtig sortiert hatte, nutzten die Gäste eine ganz starke Phase, um sich über 12:12 und 13:13 auf 13:16 abzusetzen.

Doch beim SVL gab man sich nicht auf, erneut war es Matthias Krüger mit tollen Paraden und vorne drehten Mario Seifert, Ricardo Schult und Denny Friedl wieder das Spiel. Mit 18:17 ging man schließlich selbst wieder in Führung und als Mathias Knorr auf 20:18 erhöhte, stand die Halle Kopf. Doch Dessau gab sich noch nicht geschlagen und kam zurück. Beim 20:20 und 21:21 gelang jeweils der Ausgleich, schlimmer noch, sie gingen sogar mit 21:22 in Führung.

Die Schlussphase war definitiv nichts für schwache Nerven. 80 Sekunden vor dem Ende gelang der Ausgleich, genügend Zeit also noch für einen letzten Dessauer Angriff. Doch die Deinert-Sieben verteidigte extrem aufmerksam, zwang die Gäste sogar zum Zeitspiel. Der folgende Freiwurf ging daneben, der SVL kam sozusagen nochmal in Ballbesitz. Und Deinert beruhigte noch einmal die Gemüter, nutzte seine dritte Auszeit und besprach die letzten Sekunden. Davon gab es noch 35, genügend Zeit also. Ruhig wurde die letzte Aktion vorbereitet, ein Spielzug über links eingeleitet und schließlich war es Denny Friedl, der freigespielt wurde und acht Sekunden vor Schluss zum viel umjubelten 23:22-Heimerfolg traf.

 

SV Langenweddingen: M. Krüger, C. Böhm - C. Bzdok, C. Stark (1), R. Schult (2), N. Bollmann, D. Friedl (5), M. Scheller, M. Knorr (5), M. Seifert (8), T. Heine (1), A. Rohr (1).