Barleben l Zur Pause drohte sogar ein Debakel. Freuen konnte sich Denny Piele über seinen Ehrentreffer mit der letzten Aktion des Spiels nicht mehr. „Mir persönlich bedeutet dieses Tor nichts“, sagte Barlebens Stürmer. Zu groß war der Ärger des Angreifers über eine schwache erste Halbzeit. „Alles, was uns sonst auszeichnet, dass wir gut im Team verteidigen und dann schnell umschalten, hat nicht geklappt.“

Besonders schmerzhaft waren aus Barleber Sicht die Minuten vor dem Seitenwechsel, als der Drittligist aus einem knappen Pokalspiel (0:1) ein Schützenfest machte (0:4).

Zunächst filetierte Beck mit einem flachen Pass in die Tiefe die Abwehr und Farrona-Pulido traf fulminant ins kurze Eck, dann nutzte Nico Hammann seinen zweiten ruhenden Ball zum zweiten Freistoßtreffer. Spätestens da gingen auf dem Platz alle Barleber Köpfe runter. Der dritte Gegentreffer in vier Minuten, wieder über die rechte FSV-Seite vorbereitet, war die logische Konsequenz. „Vier Gegentore zur Halbzeit gehen überhaupt nicht“, kritisierte Mario Middendorf nicht nur die fehlende Kompaktheit seiner Elf. Diese geriet bereits nach fünf Minuten in Rückstand, weil Schiedsrichter Kluge nach einem Zweikampf zwischen Otte und Beck auf Freistoß entschied und Barlebens Keeper Florian Stränsch den haltbaren Schuss von Hammann passieren ließ. „Aus meiner Sicht ist es kein Freistoß“, monierte nicht nur Barlebens Trainer nach dem Spiel diese Entscheidung.

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„Wir hatten nur wenige gute Momente"

Die FSV-Kicker hielten in der Folge vor der Rekordkulisse von 3347 Zuschauern im Heinrich-Germer-Stadion die Partie offen, allerdings ohne zu überzeugen. „Wir hatten nur wenige gute Momente, einen Freistoß, eine Ecke“, blickt Middendorf zurück. Symptomatisch für das Spiel der Barleber in Ballbesitz die 31. Minute: Nach einem abgewehrten Standard hatte Torsten Kühnast Ball und Raum vor sich, brachte den finalen Pass auf den startenden Kalkutschke aber nicht an. Mutlos und ohne Konsequenz agierte der Oberligist, bei dem nur wenige Spieler ihre Normalform erreichten. Zwei, die ihre Sache gut machten, waren die Innenverteidiger Peter Otte und Alexander Prinz. Doch auch sie konnten den fünften Gegentreffer nach einem Ballverlust im Angriff nicht verhindern. Beck nutzte seinen Raum, den ihm der mit aufgerückte Behling gab, und Altiparmak traf nach 51 Minuten aus kürzester Distanz. Danach schalteten die Magdeburger einen Gang runter, suchten nicht mehr jeden Zweikampf und ließen den Barlebern mehr Luft zum Atmen. „In der zweite Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir Fußball spielen können“, erkärte Piele, der schon vor seinem Tor in der Schlussminute eine gute Einschussmöglichkeit hatte. Die Einwechslungen von Neumann und Loth taten dem Barleber Spiel gut, der Ehrentreffer war durchaus verdient und durch einen Ballgewinn von Neumann gegen Kinsombi auch gut erkämpft.

Heute Abend Punktspiel gegen den VfL Halle

„Heute wurde jeder kleine Fehler von uns bestraft. Das müssen wir für die Zukunft in den Griff bekommen“, sagte Marwin Potyka nach dem Spiel. Für den Barleber Kapitän geht es bereits heute Abend wieder auf das Feld. Um 18.30 Uhr empfängt der FSV den VfL Halle zum Sachsen-Anhalt-Derby in der Oberliga Süd auf dem Anger. Vor dem Duell des Tabellenzehnten (FSV) gegen den Achten wird Mario Middendorf einige Umstellungen vornehmen. „Wir werden sicherlich frische Kräfte bringen. Wichtig wird sein, dass wir wieder den Kopf frei bekommen“, so der Trainer. Im Anschluss an das Spiel laden die FSV-Spieler ihre Fans zu Bier und Bratwurst ein.