Der HSV Haldensleben hat in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga zu Hause gegen den Favoriten HC Salzland 29:32 (13:16) verloren. In einer packenden Schlussphase entschieden die Gäste die Partie für sich.

Haldensleben l Lange Zeit sah es in der Begegnung nach einem ungefährdeten Erfolg für einen der Top-Favoriten der Liga aus. Der HSV mühte sich, geriet aber schon frühzeitig ins Hintertreffen. Salzland ging 1:0 in Front, bei der Führung blieb es im gesamten Spiel. Den Gastgeberinnen versagten immer wieder die Nerven, wenn es darum ging, entscheidend heranzukommen. Im Tor zeigten Josephine Klauß und später Jana Mracek gewohnt souveräne Leistungen. Auf der "Platte" reichte es nicht, die Gäste wirklich in Verlegenheit zu bringen, zumal Salzland von der ersten Minute an eine konsequente Manndeckung gegen Anne Stutz spielte. Zur Halbzeit hieß es 16:13 für die Gäste.

Niemand vermutete, dass sich im zweiten Abschnitt viel ändern würde. Im Gegenteil, Gästetrainer André Hein sah, wie sein Team den Vorsprung immer mehr ausbaute. Beim 23:29 (51.) nahm HSV-Trainerin Dr. Marita Daum eine Auszeit, danach legte Haldensleben dann los wie die Feuerwehr. Tor um Tor wurde aufgeholt und plötzlich stand es 29:30. Die Gäste wankten erheblich. Das bis dahin schon erschreckend schwache Schirigespann aus Erfurt entschied drei Minuten vor Schluss die Partie mit einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Justine Seidel, die in der Aufholjagd Dreh- und Angelpunkt des HSV gewesen war. Salzland nutzte die numerische Überlegenheit aus, um den Erfolg klar zu machen. Allgemeines Kopfschütteln verursachte der Auftritt der Unparteiischen, die auf Zuruf Zeitstrafen und Siebenmeter verteilten, dabei meist auch noch total danebenlagen - und beiden anwesenden Fotografen erzählen wollten, dass diese bei einer Auszeit nichts auf den Spielfeld zu suchen hätten. Schlimm nur, dass der Gastgeber für so eine Leistung auch noch Geld berappen muss.

HSV-Trainerin Dr. Marita Daum: "In den letzten zehn Minuten haben wir das gespielt, was ich mir vorstelle. Damit allein können wir natürlich kein Spiel gewinnen. Schade, jetzt sind wir doch wieder in Zugzwang geraten. Zu den Schiedsrichtern fällt mir nichts mehr ein."

HC-Trainer André Hein: "Ich denke, wir haben insgesamt verdient gewonnen. Ich bin heilfroh, dass wir die Schlussphase so überstanden haben. Die Schiedsrichterleistung - die war heute ausgesprochen schlecht."

HSV Haldensleben: Klauß, Mracek - Neuhaus, Carolin Beck 4, Seidel 2, Müller 6 (4), Mertens, Christin Beck 9, Romy Stutz 2, Anne Stutz, Hoffmann 6.

Strafwürfe: HSV 4/4; Salzland 8/7

Spielfilm: 4:5 (11.), 10:13 (25.), 13:16 (30.) - 18:21 39.), 23:29 (51.), 29:30 (57.), 30:31 (58.)