Nicht schön, aber selten. So und nicht anders lautet das Fazit der Wolmir-stedter Oberliga-Basketballer nach dem 89:82 (39:29)-Pflichtsieg gegen den BC Anhalt Dessau.

Wolmirstedt l Am Sonnabend luden die Wolmirstedter zu einem Klassiker der Basketball-Oberliga. Trotz des Verzichts auf Kapitän René Schneider und Center Marcus Reimann schworen sich die Baskets, das letzte Heimspiel des Jahres 2011 siegreich zu beenden. Doch auch die Dessauer standen in der Pflicht, wollten sie sich doch im Abstiegskampf etwas Luft nach unten verschaffen.

Und so entwickelte sich ein zunächst recht ausgeglichenes Spiel. Die sonst so gewohnt aggressive Verteidigung der Baskets fehlte in den Anfangsminuten. Das nutzte der Gegner wiederum auf Grund seiner Routine immer wieder für sich. Nach zwei erfolgreichen BCA-Dreiern hintereinander lagen die Gäste 18:11 in Führung. Dank eines stark aufspielenden Marcel Albrecht gelang bis zum Ende des ersten Viertels ein wenig Ergebniskorrektur (15:18).

Nicht wirklich besser lief es dann zu Beginn des zweiten Durchgangs für die Baskets. Zahlreiche Fehler und ein vernagelter Korb ließen es zu, dass die Dessauer wieder auf sieben Punkte davonzogen. Fünf Minuten vor der Halbzeit mussten deutliche Worte gefunden werden. In der folgenden Auszeit wurde eine klare Marschroute ausgegeben. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten es die Gäste viel zu leicht, den Ball in den Korb der Baskets zu befördern. Darüber hinaus gelang es viel zu selten, eigene Schnellangriffe durch Ballgewinne zu erarbeiten. Dies musste sich ändern. Merklich wachgerüttelt gingen die Gastgeber die letzten Minuten von Hälfte eins an. Und so verwunderte es Trainer Toni Kohlmeyer nicht, dass die wahren Kräfteverhältnisse zurechtgerückt wurden. Ein eindeutiger 16:0-Lauf der Baskets brachte nun die Führung zurück und so sollte auch Hälfte eins mit 39:29 klar an die Wolmirstedter gehen. Konzentrierter und vor allem wacher gingen die Hausherren direkt nach der Pause zurück ans Werk. Zwar bemühte sich der Gegner immer wieder, und teils auch erfolgreich, aus der Distanz. Jedoch war es vor allem der gewohnte Tempobasketball der Baskets, der den Punktestand kurz vor Ende des dritten Viertels auf 14 Zähler anwachsen ließ. Doch wer nun dachte, dass das bereits in trockenen Tüchern sei, war weit gefehlt. Diese Erkenntnis erreichte die Wolmirstedter völlig überraschend. Wortwörtlich in der letzten Minute des Viertels ließen die Hausherren es zu, dass sich Dessau mit zwölf Punkten wieder ins Spiel brachte und den Rückstand bis auf zwei Zähler (61:59) verkürzte.

Zu allem Überfluss keimte nun auch wieder Nervosität bei den Baskets auf. Mehr und mehr übernahm jetzt eine hochmotivierte Dessauer Mannschaft das Spiel und sorgte dadurch für zahlreiche und unnötige Fehler der Baskets. Fünf Minuten vor Ende der Partie liefen die Gastgeber plötzlich einem Sechs-Punkte-Rückstand hinterher. Erneut mussten in einer Auszeit klare Worte gefunden werden. Zwar war der BCA in Führung gegangen, doch hatte er sich den Weg dahin mit einer zu hohen Foulbelastung teuer erkauft. Diese Tatsache und der erneute Weckruf sollten nun die Entscheidung bringen. Konzentriert und gewohnt verteidigungsstark setzten die Baskets die Gäste mehr und mehr unter Druck. Es folgten Ballgewinne, Schnellangriffe und weitere Fouls des Gegners. Das führte dazu, dass die Wolmirstedter von der Freiwurflinie aus in Führung gingen und die Dessauer sich selbst dezimierten, da gleich vier von sieben Spielern foulbedingt frühzeitig das Feld verlassen mussten. Und so sollte es am Ende doch noch für einen unnötig knappen 89:82-Sieg der Baskets reichen.

Baskets-Coach Toni Kohlmeyer meinte nach der Partie: "Keiner meiner Jungs empfand dieses Spiel als schön, ebensowenig ich. Die Erkenntnis, die wir mitnehmen müssen, ist keine wirklich Neue. In der Basketball-Oberliga muss man jedem Gegner konzentriert entgegentreten. Das haben wir heute nicht getan und so einem durchaus starken Gegner aus Dessau alle Möglichkeiten eröffnet, das Spiel für sich zu entscheiden. Das muss sich 2012 ändern. Dennoch sollte man für dieses Jahr ein positives Fazit ziehen. Mit acht Siegen aus elf Spielen stehen wir auf Platz drei in der Liga, somit auf einem Play-Off-Platz. Ebenso ist eine klare positive Entwicklung zu erkennen."

Baskets Wolmirstedt: Albrecht (27 Punkte), Arndt (2), Bauer, Billowie (3), Dieringer (16), Hacker (11), Herbst (15), Heyer (4), Stagge (11)