Haldensleben l Am Samstag kämpften die besten Armwrestler Deutschlands ihre nationalen Meister und gleichzeitig die Qualifikation für das Deutsche Nationalteam aus. Knapp 100 Armringer begaben sich auf die Jagd nach den Medaillen, welche gleichzeitig die begehrten Tickets für die Europameisterschaft Ende Mai in Sofia/ Bulgarien und die Weltmeisterschaft im November in Gdynia/ Polen bedeuten.

Unter den Sportlern befand sich auch ein Mann aus der Börde. Der Bebertaler Matthias Schlitte ging bei seiner 14. nationalen Meisterschaft an den Start und hatte als Ziel einen Rang auf dem Treppchen ausgegeben. Schlitte, der bereits 10 deutsche Meistertitel (5 Einzel und 5 im Team in der Armwrestling Bundesliga) und insgesamt 12 Medaillen bei diesem Turnierformat sein Eigen nennt, hatte für den Gewinn der begehrten 13. Medaille mit einer besonderen Herausforderung zu kämpfen.

Schlitte in zwei Kategorien aktiv

Mit einem Kampfgewicht von 74kg trat der Bebertaler gleich zwei Gewichtsklassen über seinem angestammten Gewichtslimit in der Kategorie bis 90 kg an. „16 kg Unterschied sind natürlich eine Hausnummer. Am Wettkampftag brachten manche Wettkämpfer sicher noch ein paar Kilo mehr auf die Waage. Das soll aber keine Ausrede sein, ich wollte zeigen, dass ich trotz der holprigen Vorbereitung in der Lage bin, in Deutschland in jeder Klasse eine Top-Platzierung zu erreichen“, meinte Matthias Schlitte, der 2017 Deutscher Meister bis 70kg wurde.

Mit Organisationschaos und einer Verspätung von fünf Stunden ging Schlitte am späten Samstagabend erstmals an den Wettkampftisch. In der mit 20 Teilnehmern quantitativ und qualitativ hochklassig besetzten Klasse kämpfte sich Schlitte Runde um Runde weiter nach vorn und zog sogar in die Finalrunde ein. Auf dem Weg dorthin schlug er sogar den eingebürgerten moldawischen Ex-Champion Dimitru Cojocaru und Lokalmatador Lukas Salomon. Beim Einzug ins Finale musste sich der Mann aus Sachsen-Anhalt dem Hanauer Kevin Berberich bei dessen Heimspiel letztendlich geschlagen geben.

In einem packenden Gefecht verlangten sich beide Sportler alles ab und am Ende war es eine Entscheidung um Millimeter. „Das Duell hat alle gefesselt. Der dritte Platz ist eine super Leistung“, so Trainer Olaf Köppen über den Kampf. So konnte sich Schlitte am Ende die heiß begehrte Bronzemedaille um den Hals hängen und feierte Edelmetall Nummer 13 ausgiebig.

Qualifiaktion für das Nationalteam

„Das Turnier war knüppelhart und die Zuschauer haben ein packendes Gefecht erlebt. Ich freue mich sehr über Edelmetall und die erneute Qualifikation für das Nationalteam“, bilanzierte Matthias Schlitte, der auch 2018 bei der EM und WM den Adler auf der Brust tragen darf.

Neben diesen Turnieren sind für 2018 auch weitere Wettkämpfe in Kroatien, Montenegro, Schottland und sogar den USA geplant.

Nach einer kurzen Verschnaufpause wird der „Hellboy aus Haldensleben“ wieder ins Spezialtraining einsteigen, damit es auch in der Fremde wieder für Edelmetall reicht.