Oschersleben l Schon seit langem haben nicht nur Profivereine die Möglichkeit entdeckt, das World Wide Web für ihre Belange zu nutzen. Auch der Breitensport kann von Social Media profitieren. Mancherorts hat das digitale Image der Vereine schon ein wenig Staub angesetzt. Und das nicht etwa, weil sich intern nichts bewegt. Neben Ansetzungen und Spielständen schaffen es Neuigkeiten und Informationen häufig nicht über die Vereinsgrenzen hinaus, so dass sich mancher fragt: Gibt es euch überhaupt noch?

Dass das auch anders geht, beweist zum Beispiel der TSV Grün-Weiß Bregenstedt. Seit einigen Jahren kümmert sich Robin Mende im Team mit zwei weiteren Mitspielern um die Öffentlichkeitsarbeit. Als Social-Media-Plattformen wie Facebook und Instagram Einzug hielten, ging der Verein mit der Zeit. „Damit haben wir die Möglichkeit, viele Menschen schnell zu erreichen“, beschreibt Mende diese ehrenamtliche Arbeit. „Wir posten Ergebnisse zu unseren Spielen. Damit versuchen wir die Leute, die für den TSV Grün-Weiß Bregenstedt halten, mit den wichtigsten Informationen zu versorgen.“ In Zeiten der Krise hat sich das Trio auch etwas Besonderes ausgedacht: Damit die Seite nicht leer bleibt, wurde ein Corona-Gewinnspiel angeboten.

Viel Herzblut und jede Menge Engagement

Auch die Fußballer des Bebertaler SV sind vor einigen Jahren auf den digitalen Zug aufgesprungen und verzeichne auf Instagram 252 Follower, während es auf Facebook sogar schon etwa 500 Abonennten sind. Mit Live-Tickern von den Spielen, Neujahrsgrüßen und aktuellen Fotos versorgt Lisa Bischoff regelmäßig die Community. Dass sie diese Verantwortung übernehmen sollte, lag nah, nachdem sie in den Vorstand gewählt wurde. „Ich war im Jahr 2016 so etwas wie eine Mannschaftsvertreterin der Frauenmannschaft und dann wurde ich in einer Mitgliederversammlung als Vorstandsmitglied vorgeschlagen. Da dachte ich mir dann ‚warum eigentlich nicht?‘. Gerade im Bereich mit den neuen Kommunikationsmedien wie Facebook und Instagram konnte ich viele neue Einflüsse mit einbringen.“ Die Zahlen geben ihr zunächst recht. Aktuell nutzt sie die sportfreie Zeit, um den Followern die Spieler der ersten Mannschaft etwas näher vorzustellen, damit der Kanal nicht ganz still bleibt.

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Es sind viel Herzblut und jede Menge Engagement, das Mende und Bischoff investieren. Eine Strategie verfolgen sie zwar nicht wirklich, doch mit ihrer Arbeit tragen sie eindeutig zur Imagepflege „ihrer“ Vereine bei und wirken gleichzeitig dem Mitgliederschwund entgegen. Sie liefern Außenstehenden den Beweis: Hier bewegt sich etwas. Und das färbt auch auf andere Bereiche im Verein ab. Denn in den meisten Fällen beflügelt eine ordentliche Außendarstellung auch die Gewinnung von Sponsoren.

HSV Haldensleben im digitalen Wachstum

In die richtige Richtung unterwegs ist längst auch der Handballsportverein Haldensleben. Nicht nur sportlich zeigt sich der Sachsen-Anhalt-Ligist auf der Höhe, auch in den sozialen Netzwerken ist der Klub so tatkräftig wie erfahren. Immerhin verzeichnet er auf Facebook über 800 Fans.

Die Frage, die sich viele Social-Media-Aktivisten stellen, ist die, wann die beste Reichweite für Beiträge zu erzielen ist. Dabei gehen die Erfahrungen auseinander und richten sich auch nach der Zielgruppe.

Die Fraktion der Mittdreißiger nutzt Facebook, während sich die Jüngeren auf Instagram tummeln. Meistens veröffentlichen die Verantwortlichen daher Beiträge auf beiden Kanälen.

Soziale Netzwerke haben Vorteile

Soziale Medien haben zudem einen Vorteil, den Printmedien nicht bieten können. Denn trotz des großen Bemühens der Verlage, tagesaktuelle Berichterstattung zu gewährleisten, werden Twitter, TikTok und Co. stets den Geschwindigkeitsvorteil haben. Dies aber liegt in der Natur der Sache. Doch während eine Zeitungsecke im Frühstückskaffee zu verschmerzen wäre, ist das Smartphone wiederum für Tauchgänge nicht ausgelegt.

Tipp für alle: Einfach mal machen

Redaktionelles Arbeiten erfordert gemeinsamen Einsatz und die Berichterstattung in der Öffentlichkeitsarbeit kann nur überzeugend sein, wenn Vorstand, Abteilungsleiter und Mitglieder zusammenwirken. Dafür muss vor allem zu Beginn Überzeugungsarbeit innerhalb des Klubs geleistet werden, denn die jeweiligen Verantwortlichen sind eben auf Zuarbeit angewiesen.

Auch Vereinsmitglieder, die aufgrund von Zeitmangel nur die sportlichen Aktivitäten wahrnehmen können, sind also gefragt. Mit dem Teilen der veröffentlichten Beiträge erweitern sie den Bekanntheitsgrad ihres Vereins und tragen so zum Gelingen von Veranstaltungen und Spielansetzungen bei. Ganz nebenbei würdigen sie somit die Arbeit der Ehrenamtlichen, die in der Woche etliche Stunden ihrer Freizeit in Vorberichte, Spieltagsbeleitung und Nachbereitung von Informationen investieren.

Einen Tipp für alle, die sich mitunter von der Vielfalt der Möglichkeiten erschlagen fühlen und ein Engagement scheuen, haben die „Sprachrohre“ ihrer Vereine dennoch parat: Wer sich der Öffentlichkeitsarbeit seines Vereines widmen möchte, sollte getreu dem Motto „hinein ins kalte Wasser, Schwimmen lernt man von ganz allein“ einfach anfangen.

Viele Möglichkeiten

Vor allem Facebook bietet einen schnellen und unkomplizierten Einstieg in die Social-Media-Welt. Steht erst einmal das eigene Club-Profil, gilt es im ersten Schritt, Vereinsmitglieder und Fans ins Boot zu holen und zu informieren. Sind diese erst einmal erreicht, werden automatisch deren Freunde und Bekannte ebenfalls aufmerksam.

Und wenn man schon einmal dabei ist: Instagram und Facebook lassen sich ganz einfach miteinander verbinden, so dass ein Posting ganz einfach direkt vom Smartphone auf beiden Plattformen landet. Zwar sind die beiden zuletzt genannten Kanäle die am häufigsten genutzten, doch längst gibt es unzählige, weitere soziale Netzwerke. Dazu zählen auch WhatsApp, Snapchat oder TikTok.