Haldensleben l Als der erste große Jubel leicht verhallt war, versammelte sich der Haldensleber SC zum obligatorischen Kreis nach dem Spiel. Neben vielen strahlenden Gesichtern gab es vereinzelt auch Freudentränen, unter anderem beim Trainer. „Es war einfach nur ein gigantisches Erlebnis. Die Jungs haben auf den Punkt alles abgeliefert, die Kulisse hat gestimmt und das Ergebnis am Ende auch“, blickt Marco Wagner nochmals zurück.

Unter den rund 300 Zuschauern war auch die Herrenmannschaft der SG Velsdorf/Mannhausen, die den HSC während der kompletten 90 Minuten unterstützte und später zum gemeinsamen Feiern in die Kabine eingeladen wurde. „Eskalation beschreibt es ganz gut“, erklärt Wagner die Szenen dort, doch nach diesem beherzten Auftritt wäre alles andere auch unangemessen gewesen. „Wir haben das Spiel aufgrund unseres Willens, der Leistung des gesamten Teams und der klareren Chancen nicht unverdient gewonnen“, bewertet Florian Switala, der mit seiner starken Parade kurz vor Schluss seiner Mannschaft die Verlängerung ersparte und damit wohl vor dem Ausscheiden bewahrte.

Durch Elfmeterschießen verloren

Vor zwei Jahren stand der Haldensleber SC schon einmal mit einem Bein im Halbfinale, hatte den 1. FC Lok Stendal im Viertelfinale am Rand einer Niederlage und verlor unglücklich im Elfmeterschießen. Willy Duda verschoss damals den entscheidenden Elfmeter, was ihm seine Teamkollegen auch heute noch spüren lassen. Jetzt gehört er zu der Mannschaft, die den Sprung ins Semifinale und damit den größten Erfolg nach der Ära Grabinski realisiert hat.

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„Wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen. Willy Duda, Felix Kaschlaw, Marius Wille kamen aus der A-Jugend, Eugen Schunaew, Philipp Krause, Lucas Krüger, Kevin Zimmermann und Domenik Siegmund von Landesklassenteams. Einzig Florian Switala, Benjamin Sacher und Marvin Mäde, der am Donnerstag ein überragendes Spiel gemacht hat, waren aus der Anfangsformation bereits vorher etablierte Spieler“, setzt Wagner den Pokalerfolg ins richtige Verhältnis zu früheren Zeiten.

Bausteine für den Erfolg

Damit wird klar, die mannschaftliche Geschlossenheit und die Fähigkeit sich auf einen bestimmten Punkt zu fokussieren, sind die zwei wichtigsten Bausteine für den HSC-Erfolg. Fehlt einer von beiden, wird es schwer, was nicht nur die zuletzt erlittenen Niederlagen in der Liga beweisen.

Doch für das Pokalspiel am Donnerstag brauchte es keine extra Motivation vom Trainerteam. „Wir haben einen gemeinsamen Traum und diesen verteidigen wir bis auf das letzte“, macht Philipp Krause klar. Auch Florian Switala, der in den vergangenen Jahren beim HSC alles erlebt hat, zeigte sich von der momentanen Atmosphäre rund ums Waldstadion angetan. „Ich bin unglaublich stolz auf das gesamte Team, die Stimmung im Stadion war zudem einfach überragend. Ich selbst habe das so noch nicht erlebt“, sagt der Schlussmann. Auch die Ausfälle von Tim Girke, Sergio Cristovao und Max Stadler kompensierte das Team. Wo die Pokalreise des Haldensleber SC weiter geht, steht noch nicht fest, wen die Mannschaft als Halbfinalgegner gerne hätte allerdings schon. Lüttchendorf, das am Donnerstag in Schönebeck gewann, soll es sein. „Mein persönlicher Wunsch wäre jetzt ein 50:50-Spiel ums Finalticket. So bleibt die Möglichkeit auf ein Endspiel gegen den Club oder den HFC. Dann könnte es sogar schon Richtung DFB-Pokal gehen. Aber bis dahin müssen wir mindestens noch ein Ding ziehen“, hofft Lucas Krüger.

Auch Florian Switala und Philipp Krause wünschen sich den aktuellen Vierten der Landesliga Süd. Für Trainer Marco Wagner wäre Halle (spielt erst noch gegen den Sieger Einheit Wernigerode - Germania Halberstadt) „das schlechteste Los“. „So oder so, wir haben jetzt unser Highlightspiel, für das wir so lange gekämpft haben. Entweder empfangen wir wahrscheinlich einen Drittligisten oder wir haben in Lüttchendorf die Chance auf das Endspiel.“ Erneute Freudentränen nicht ausgeschlossen.