Schönebeck l  Dabei gab es im Vorfeld mehrere Hürden, die übersprungen werden mussten.

Ein sattes Grün, keine Löcher oder Unebenheiten im Platz. Die Linien gerade wie an einer Schnurr gezogen. Manchmal bietet ein Kunstrasenplatz doch so einige Vorteile, vor allem wenn das Wetter kurz vor der Winterpause immer schlechter wird. Die Landesliga-Fußballer von Union Schönebeck haben den Vorteil, dass der Kunstrasenplatz zur Verfügung steht. Schönebeck durfte also ran, während alle anderen Spiele der Witterung zum Opfer fielen. Gebracht hat es den Unionern allerdings nur wenig, ging die Partie gegen den Ummendorfer SV doch mit 1:3 (1:1) verloren.

Partie wird früher angepfiffen

Die Platzverhältnisse waren also bereits im Vorfeld perfekt. Dann gab es aber Probleme, wann die Partie stattfinden soll. Bei den Gästen kickt ein Akteur beim Futsal mit, wobei die Sportart sehr gesondert behandelt wird. Damit aber auch die Ummendorfer mit der vollen Mannschaftsstärke auftreten konnten, wurde die Partie am Sonnabend bereits um 12 Uhr angepfiffen.

Unbeeindruckt von der eher ungewöhnlichen Anstoßzeit zeigte sich die Mannschaft von Trainer Thomas Sauer. „Wir sind von Minute eins mit einem Plan in die Partie gegangen und haben diesen gut umgesetzt“, beobachte der Coach der Unioner. So erarbeiteten sich die Hausherren auch Chancen, doch Zählbares sprang nicht heraus.

Die Gäste machten es besser. Denn nach einer Ecke klärten die Schönebecker den Ball nicht, „obwohl die Situation zwei Mal zu bereinigen war“, wie Sauer sagte. Kai Heimerath stocherte das Leder aus einer übersichtlichen Situation heraus in die Maschen (24.).

Remis zur Pause

„Wir haben von unserer Linie nicht abgelassen“, erklärte der Übungsleiter. Und dieser Plan war richtig. Denn nur zwei Minuten später setzte sich der flinke Justin Dehnecke durch und traf zum Ausgleich. „Zwei, drei Chancen zur Führung hatten wir danach noch“, meinte Sauer, doch bis zum Pausentee blieb es beim 1:1.

In den ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte waren die Unioner weiterhin gut im Spiel und verzeichneten durch Marcus Bolze auch die erste gefährliche Chance. Nach einer Flanke von Mathias Rhode landete der Kopfball vom Union-Stürmer an der Latte (49.). „Wir haben weiter gut gespielt, doch die letzte Konsequenz war dann nicht mehr zu spüren“, so Sauer. Ummendorf hingegen blieb konzentriert und nutzte die große Schwäche der Unioner aus: Standards. Ein Freistoß wurde schnell ausgeführt, auf rechts geleitet und von dort die Flanke geschlagen. Tony Meyer hatte jegliche Freiheiten und traf (51.). „Das haben wir nicht gut verteidigt“, kritisierte der Coach und lieferte die besseren Varianten mit. „Entweder wir spielen auf Abseits oder gehen in den Zweikampf. Wir haben beides aber nicht gemacht.“

Krause setzt Schlusspunkt

Je länger die Partie dauerte, umso mehr Fehler machten die Schönebecker. Als dann die Viererkette aufgelöst wurde, ergaben sich immer mehr Freiräume. Einen langen Diagonalball spielte Niclas Eheleben auf Felix Krause, der Stephan Pingel im Kasten keine Chance ließ (90.).

Schönebeck kam zwar zwischendurch immer wieder zu Torszenen, doch alle Aktionen waren nicht zwingend genug. Ein Fernschuss von Kapitän Rhode rauschte knapp vorbei, der Versuch von Bolze wurde gehalten.

Sauer wusste mit der Niederlage aber umzugehen. „Einzelne Spieler sind eben heute nicht an ihre Leistung herangekommen. Ummendorf ist zudem clever und abgezockt“, sagte Sauer. Einige Spieler haben bereits in der Oberliga gekickt. Union spielte mit einer jungen Garde auf. Rhode und Bolze agierten als Leitwölfe. „Wir werden uns aber nicht vom Weg abbringen lassen“, blickt Sauer voraus.

Ummendorfs Coach Chris Sacher fasste nach der Partie zufrieden zusammen: „Die erste Halbzeit war relativ zerfahren. Schönebeck hätte noch ein Tor machen können, wir hatten allerdings auch eine kleinere Möglichkeit dazu. Aufgrund der zweiten Halbzeit war der Sieg schon verdient, auch wenn etwas Glück dabei war. Schön, dass wir gewonnen haben.“

Trainingslager in Prag

Der USV wird auch in dieser Winterpause wieder zu einem Trainingslager aufbrechen und reist dazu vom 5. bis 9. Februar 2020 nach Prag. Eine personelle Veränderung steht ebenfalls bereits fest. Kevin Dörge zieht es zurück zu den Wurzeln, er wechselt nach Hötensleben.

Statistik

Union 1861 Schönebeck: Stephan Pingel, Denny Klepel, Christian Reineke, Lucas Michaelis, Max Drewes (78. Bastian Jesse), Dmitrijs Poliscuks, Erik Nordmann (78. Fritz Weidemeier), Mathias Rhode, Justin Dehnecke, Georg Polczyk (54. Aaron Schäfer), Marcus Bolze - Trainer: Thomas Sauer

Ummendorfer SV: Felix Löffler, Florian Köhler, Maik Müller, Matthias Fischer, Felix Krause, Dominik Keber, Eric Strauß (59. Robin Marschke), Niclas Eheleben, Kai Heimrath (66. Philipp Neubauer), Tony Benjamin Meyer, Cedrik Staat (75. Björn Ohnesorge) - Trainer: Chris Sacher

Schiedsrichter: Thomas Thrun (Bitterfeld)

Zuschauer: 38

Tore: 1:1 Kai Heimrath (24.), 1:1 Justin Dehnecke (28.), 1:2 Tony Benjamin Meyer (51.), 1:3 Felix Krause (90.)