Haldensleben l Der große Traum vom Einzug ins Landespokalfinale zerplatzte nicht auf dem grünen Rasen, sondern am grünen Tisch.

Die Mission Landespokal lief bei den Haldenslebern seit der Wiederaufnahme des Trainings wieder auf Hochtouren. Alles war auf das Halbfinale bei Landesligist Lüttchendorf ausgerichtet. Spätestens nach dem 31. Oktober 2019 und dem sensationellen Sieg gegen den 1. FC Merseburg brannte die Mannschaft für dieses Spiel, für diesen Wettbewerb.

FSA-Landespokal einvernehmlich beendet

Nun ließen die vier Halbfinalisten und der Fußballverband diesen Traum „einvernehmlich“, wie es in der offiziellen Pressemitteilung heißt, platzen. Als Gründe wurden der volle Terminplan, der Sommerurlaub des 1. FC Magdeburg, die sportliche Chancengleichheit und zuletzt die Kosten und der Aufwand für ein stimmiges Hygienekonzept angeführt. Für Funktionäre sicherlich stichhaltig, für Amateursportler, die vermutlich nur einmal die Chance haben ein Landespokalfinale spielen zu können, ein Schlag ins Gesicht.

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HSC-Spieler kritisieren die Entscheidung

„Machen wir uns doch nichts vor. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir oder Lüttchendorf noch einmal so weit kommen und dann im Halbfinale noch eine reelle Chance auf das Endspiel haben“, fragt Florian Switala. Der HSC-Keeper gibt die Antwort gleich selbst. „Sie haben uns etwas genommen, was nie wieder kommen wird!“

Dass sein Verein für den Verzicht ebenso finanziell entschädigt wird, wie die anderen Halbfinalisten, gilt als offenes Geheimnis, macht die Lage für die unterklassigen Spieler aber nicht besser.

Team hätte sportlichen Vergleich gewollt

„Für mich war man nie an einer ernsthaften Lösung interessiert, den Wettbewerb sportlich zu Ende zu bringen. Oder glaubt jemand ernsthaft, das ganze wäre genauso gelaufen, wenn der Hallesche FC noch im Wettbewerb gewesen wäre“, macht Switala seinen Standpunkt klar. Vor allem die Ungewissheit, ob man es tatsächlich nach 2012 erneut ins Endspiel geschafft hätte oder nicht, frisst die Spieler auf. „Wir werden nie wissen, ob wir es geschafft hätten, aber mit einer sportlichen Entscheidung, egal wie sie ausgefallen wäre, hätten wir alle besser leben können“, sagt Lucas Krüger.

Am Donnerstagabend versuchte die Abteilungsleitung um Gunnar Schütze die Entscheidung gegenüber den aufgebrachten Spielern zu erklären, mit durchwachsenem Erfolg. „Der Schmerz über diese Entscheidung wird sicherlich noch ein paar Tage oder Wochen andauern“, blickt Florian Switala voraus.

Fiedler versteht beide Seiten

Neu-Trainer Marko Fiedler zeigte Verständnis für beide Seiten. „Aus sportlicher Sicht ist das für die Spieler und uns als Trainer natürlich eine Katastrophe. Aber wenn man die Auflagen und die finanziellen Kosten sieht, um diese zu erfüllen, kann ich die Entscheidung des Vereins nachvollziehen. Wichtig wird jetzt sein, dass wir bis zum ersten Spieltag wieder unseren Fokus finden.“ Neben der Entscheidung an sich, stieß der Mannschaft auch die Kommunikation dergleichen sauer auf. So erfuhr das Team erst am Donnerstag aus dem Internet vom Pokalaus am grünen Tisch. „Das geht so einfach nicht, auch wenn die Sperrfrist eine Vorgabe des FSA gewesen sein soll“, macht Lucas Krüger deutlich. Es gibt also noch reichlich Gesprächsbedarf zwischen Mannschaft und Abteilungsleitung.

Wie das Team sportlich auf diese Entscheidung reagiert, kann am Sonnabend im Waldstadion verfolgt werden. Um 15 Uhr empfängt der Haldensleber SC den Oberligisten 1. FC Lok Stendal zum ersten Testspiel in dieser Saison.