Barleben l Nach langen, zuletzt nicht immer erfolgreichen Jahren, zieht der FSV seine Zweite aufgrund von Personalmangel aus dem Spielbetrieb zurück.

Christopher Schult gehört mittlerweile zum Inventar des Barleber Fußballs. Als Spieler der Ersten hat er den Höhenflug des Vereins bis in die Oberliga begleitet, später, im Jahr 2016, nach dem Bördeoberliga-Aufstieg der Reserve diese als Spielertrainer übernommen. Doch nun, wenn sich alle Mannschaften nach der Corona-Pause Stück für Stück in ihre Vorbereitung quälen, hat Schult auf einmal viel Zeit. Denn sein Team, das zum Zeitpunkt des Abbruchs auf dem vorletzten Rang lag, aber trotz der mageren Bilanz von drei Siegen aus 15 Spielen immer noch Chancen auf den Klassenerhalt hatte, gibt es nicht mehr.

Brämer und Freke lösen Kettenreaktion aus

„Es ist sehr schade, dass es so zu Ende gehen musste. Ich bin natürlich enttäuscht, das ist doch klar“, erklärt Schult. Ausgelöst haben das schnelle Ende Simon Brämer und Alexander Freke. „Nachdem beide kommuniziert haben, dass sie nach Gutenswegen wechseln möchten, hat das eine Kettenreaktion nach sich gezogen, die nicht mehr aufzuhalten war“, blickt Schult zurück. Mit Kevin Schulz zog es den nächsten Leistungsträger nach Groß Santersleben. In Barleben versuchten sie alles, um die Mannschaft nicht komplett zu verlieren, führten ernstere Gespräche über eine Spielgemeinschaft mit Eintracht Ebendorf, fragten flüchtig in Groß Santersleben an. Doch beide Vereine lehnten ab.

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Das Ende war besiegelt

Für Schult, der schon zu Zeiten in der Ersten einer derjenigen war, der auch mal in der Reserve ausgeholfen hat, auch eine persönliche Niederlage. „Wir hatten das damals anders geplant, wollten die Zweite als Unterbau für die Erste nehmen, die sportliche Distanz sogar ein Stück weit verringern.“ Doch der Aufschwung und die Ressourcen stiegen nach der Landesmeisterschaft 2015 nicht ins Unermessliche. Im Laufe der vergangenen Jahre wurde auch der Kader der Ersten immer schmaler, damit fehlten Schult die Spieler aus dem Anschlusskader. „Ich hätte mir mehr Unterstützung bei der Spielersuche gewünscht.

Kader für die Saison zu dünn

Aber man muss auch ganz klar sagen, dass die erste Mannschaft lange Zeit auch nur mit 13/14 Mann losgefahren ist. Dass sie davon keinen mehr abstellen konnten, ist mir schon klar.“ Zumal ein Spieler alleine aus dem Verbandsligakader für Schult auch nur bedingt Sinn macht. „Du brauchst, wenn du von oben kommst, auch Leute mit denen du Fußball spielen kannst, sonst macht es keinen Spaß.“ In der abgelaufenen Saison absolvierten Hendrik Romahn (1), Rick Goedicke (2), Franz Gründler (2), Tony Lüddeckens (3) und Lars Zenker (5) Einsätze für die Zweite. Doch es reichte kaum. In der Vergangenheit quälte sich die Reserve Woche für Woche über die Plätze, begann sogar Spiele in Unterzahl.

Neben dem sportlichen Unterbau und einigen Mitgliedern wird es dem FSV Barleben nach der Abmeldung vor allem an Identifikation fehlen. „Ich glaube, Lucas Weiß ist der einzige Barleber, der noch hier spielt“, sagt Schult. Vor ein paar Wochen haben sich der Trainer und einige Spieler nochmal getroffen, um die Saison und die gemeinsame Zeit ausklingen zu lassen. Wie es mit ihm weitergeht, weiß Schult noch nicht. „Bis jetzt hat sich keiner gemeldet“, sagt der 34-Jährige.Sicher nur eine Frage der Zeit.