Haldensleben l Zwei Verfahren stehen dabei zur Debatte. Seit nunmehr 49 Tagen ist der Spielbetrieb in Sachsen-Anhalt aufgrund der Corona-Pandemie lahmgelegt.

Während zahlreiche andere Sportligen ihren Spielbetrieb bereits einstellten, die Saison 2019/20 für beendet erklärten und sich auf einen frischen Neustart - wann immer dieser auch möglich ist - vorbereiten, hängt der Fußball noch hinterher.

Bis auf Ausweitungen der Spielpause hat der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) noch keine konkreten Schritte eingeleitet, obwohl spätestens durch die Sportplatzsperre ein annähernd reguläres Ende undenkbar wurde.

Verband hofft auf Fortsetzung

Wie der FSA bei seinen „Szenarien zum Spielbetrieb“ erläutert, steht man auf Verbandsseiten einem Abbruch trotz aller Entwicklungen der letzten Wochen aber sehr kritisch gegenüber.

Im Verbandsschreiben werden grundsätzlich zwei Verfahrenswege zur Debatte gestellt, die zuletzt so auch in den Kreisfachverbänden kommuniziert wurden: „Abbruch/ Annullierung der Saison zum 30.06.20 oder Fortführung der Saison ab 01.10.20“. Im Rahmen dieser Fragestellung legte der FSA auch eine Pro- und Kontra-Liste an, die bereits ein klares Meinungsbild des Verbandes vermittelt.

FSA favorisiert Fortführung

Demnach fänden sich nur vier Argumente für einen Saisonabbruch, während dem gleich zehn Kontras gegenüberstünden (die sich vermehrt auf gleiche Punkte beziehen). Für eine Fortführung der Saison im Herbst sprächen hingegen gleich acht Argumente, wohingegen nur vier dagegen sprächen.

Beim Präsidium des FSA scheint man also die Fortführung der Saison um jeden Preis zu favorisieren, wobei gerade dieses Szenario viel mehr Fragezeichen als Antworten hinterlässt. Viele der dargestellten Argumente erweisen sich als fadenscheinig. Zumal neben rechtlichen und monetären Aufzählungen kaum in Sinne der Aktiven argumentiert wird. In der Vorwoche hatten bereits drei Kreisfachverbände ein Abstimmungsergebnis ihrer jeweiligen Vereine veröffentlicht. So gab es im Burgenland, dem Saalekreis und dem KFV Altmark Ost ein klares Votum für einen Abbruch der laufenden Spielzeit.

„Bei uns im Kreis sieht es nach den ersten Antworten auch so aus“, sagt KFV-Präsident Egon Genz. Neben der Auswahl zwischen Abbruch oder Weiterführung im Herbst wollte Genz von den Vereinen auch erfahren, wie sie einer möglichen Auf- und Abstiegsregelung bei einem möglichen Abbruch gegenüberstehen. An seiner persönlichen Empfehlung hat sich in den vergangenen Wochen nichts geändert. „Ich würde immer noch für einen Abbruch plädieren, bei dem es Aufsteiger, aber keine Pflichtabsteiger gibt,“ erklärt Genz. Die Vereine sollen bis zum 4. Mai antworten.