Haldensleben l Bei den winterlichen Bedingungen in der Börde wären auch in einem coronafreien Szenario keine Spiele möglich gewesen. Aber die Zeit für einen möglichen Neustart der Saison rennt den Verantwortlichen langsam davon. Doch macht eine Beendigung der Hinrunde auf Biegen und Brechen überhaupt noch Sinn?

Wagner für vorzeitiges Ende

„Selbst wenn der Ball Ende April wieder rollen würde, wären wir sechs Monate aus einem regulären Spielbetrieb rausgewesen. Dann kann man doch kaum noch von einer Saison sprechen“, sagt Marco Wagner, Trainer des Verbandsligisten aus Westerhausen. Der Ex-Coach des Haldensleber SC bezieht deshalb klar Stellung. „So bitter es wäre für die Teams, die oben stehen, aber ich würde die Saison sofort beenden und zusehen, dass ich die neue Saison bereits im Juli starte.“ Eine Ausnahme würde er für den Landespokal-Wettbewerb machen. „Den könnte man an vier Wochenenden zu Ende bringen.“

Kreisfachverbände warten ab

In den Kreisfachverbänden werden zurzeit ebenso wie beim Fußballverband verschiedene Szenarien durchgespielt. Eine weitere Beratung findet an diesem Donnerstag statt. „Am Ende sind wir davon abhängig, was die Politik sagt. Wenn wir im April wieder starten könnten, würde die Zeit aber ausreichen, um bis zum 30. Juni die Halbserie abzuschließen“, sagt Egon Genz, Präsident des KFV Börde und Staffelleiter der Landesklasse 2. Die andiskutierten Play-Offs wären dann aber vom Tisch. Doch dafür müsste das Mannschaftstraining erst einmal und wohl spätestens nach Ostern erlaubt werden. „Drei bis vier Wochen Vorbereitung sind nach dieser langen Pause eher die untere Grenze“, erklärt Wagner. Sein Trainerkollege Matthias Krüger vom Eilslebener SV teilt die Auffassung: „Das reguläre wöchentliche Mannschaftstraining kann durch individuelle Lauf- oder Krafteinheiten nicht in dem gleichen Maß ersetzt werden.“ Und selbst wenn im April wieder trainiert und gespielt werden könnte, ist die Gefahr noch nicht gebannt.

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„Es kann trotzdem immer noch passieren, dass Mannschaften aufgrund von Coronafällen innerhalb der Teams nicht antreten könnten. Was macht man dann?“ gibt Michael Müller zu bedenken. Allerdings sagt der Präsident des KFV Altmark Ost auch: „Wir können uns nicht mit Hamburg vergleichen. Dort hatten viele Teams zum Zeitpunkt des Abbruchs erst zwei Spiele absolviert und die Ligen haben eine größere Mannschaftsstärke.“ Rein rechtlich dürfte der Fußballverband die Spielzeit wohl jederzeit beenden und werten. „Ich habe von anderen Bundesländern gehört, dass man dort mindestens 51 Prozent der Spiele absolviert haben muss, um eine Saison zu werten. In Sachsen-Anhalt ist das meines Wissens nicht so“, sagt Müller.