Barleben l Nach vier knappen Niederlagen in Folge zu Rückrundenbeginn zeigte das Team von Jörn Schulz Charakter, spielte eine herausragende zweite Jahreshälfte und ließ sich auch vom angekündigten wirtschaftlichen Rückzug nicht mehr aus der Bahn werfen. Drei Saisons spielte der FSV Barleben in der Oberliga Süd. Was als Abenteuerreise begann, wurde spätestens Mitte der zweiten Saison zu einem gefährlichen Ritt ums sportliche Überleben. Dieser Kampf setzte sich auch im dritten Jahr fort. Doch trotz schwacher erster Saisonhälfte und Fehlstartes nach der Winterpause, bewies die Mannschaft von Jörn Schulz Charakter, Moral und vereinzelt sogar wieder spielerische Klasse.

Rückrunde mit mehr Stabilität

Starke 19 Punkte nach dem Jahreswechsel bedeuten Rang zehn in der Rückrundentabelle. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf der Rückrunde. Die Mannschaft hat sich nach dem schwierigen Start gefestigt und weiter an sich geglaubt. Wir sind unglaublich zusammengerückt“, erklärt Jörn Schulz. Es sind Worte, die man dem Coach, der vor der Saison sicherlich mit anderen Vorstellungen aus Uchtspringe gekommen war, Anfang April nicht mehr zugetraut hätte.

Der FSV Barleben war sportlich praktisch am Ende, hatte zwar in den ersten drei Heimspielen nach der Winterpause gut mitgespielt, aber nicht einen einzigen Punkt geholt. Jena II, Rudolstadt und besonders bitter, der 1. FC Lok Stendal setzten sich jeweils mit einem Tor Unterschied am Anger durch. „Wir waren in dieser Saison, aber besonders in dieser Phase nach den Abgängen von Weinreich, Gerwien und Brinkmann personell zu dünn besetzt. Hätten wir mehr Alternativen gehabt, hätten wir diese Spiele nicht verloren“, ist sich Schulz sicher.

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Als das Auswärtsspiel beim späteren Meister aus Bischofswerda mit 0:6 verloren ging, glaubten nur noch die Optimisten an eine sportliche Rettung. „Andere Mannschaften wären daran zerbrochen, doch wir sind mit der Situation gewachsen“, sagt der FSV-Coach nicht ohne Stolz.

„Andere Mannschaften wären daran zerbrochen, doch wir sind mit der Situation gewachsen.“

Kader sehr dünn besetzt

Das Team, das in der Rückrunde fast nur aus 12 bis 15 Spielern bestand, zog sich selber aus dem Loch und gewann die nächsten drei Spiele allesamt. „Der Nachteil des kleinen Kaders wurde zu unserem Vorteil. Die Jungs kannten sich besser, die Automatismen haben funktioniert und wir sind von weiteren Verletzungen verschont geblieben“, so Schulz.

Und doch war das Momentum vor dem folgenden Spiel gegen Sandersdorf komplett weg. „Im ersten Moment war es ein Schlag, aber im Rückblick war es schon ein guter Zeitpunkt, den Verzicht zu erklären“, erinnert der 40-Jährige an den Rückzug aus der Oberliga aus wirtschaftlichen Gründen.

Mit gesunder Charakterstärke spielten Piele und Co. die Saison mehr als ordentlich zu Ende, erreichten mit nur zwei Niederlagen aus den letzten acht Spielen das Ziel, den direkten (sportlichen) Abstiegsplatz zu vermeiden. „Jetzt hoffen wir auf ein ruhigeres Jahr“, sagt Schulz. Luft holen für die nächste Abenteuerreise?