Groß Santersleben l Derzeit rangiert „Santos“ mit kärglichen sechs Punkten auf dem elften Rang des Klassements.

Diese Situation ist alles andere als zufriedenstellend für die Vereinsverantwortlichen. Die Santersleber haben sich zur neuen Saison mit zehn Neuzugängen verstärkt, zwei Spieler kamen aus dem Nachwuchs und acht von anderen Vereinen. Teilweise handelt es sich dabei um Rückkehrer. In der Vorbereitung gab es einige beachtenswerte Ergebnisse, sodass „Santos“ eigentlich von Experten zu einem der Aufstiegsfavoriten gezählt wurde.

Das ernüchternde Zwischenergebnis gibt im Augenblick wenig Hoffnung für die Fans her, dass das Team dem großen Anspruch auch gerecht werden kann. Das hat den Vereinsvorstand dazu veranlasst das Gespräch mit dem Mannschaftsrat zu suchen. „Wir haben uns am Dienstag intensiv mit Spielern und natürlich dem Trainer unterhalten“, sagt der Vereinsvorsitzende Jens Alicke im Gespräch mit der Volksstimme. „Dabei haben wir dem Team und dem Coach unser Vertrauen ausgesprochen.“ Allerdings wolle man von Seiten des Vorstands auch eine entsprechende Reaktion auf dem Platz sehen. „Santos“ haben einmal die Stärken Kampfgeist und Einsatzwille ausgemacht. „Das ist der Punkt, an dem wir anknüpfen wollen“, erklärt Alicke. „Fans und Vorstand wollen das unbedingte Wollen sehen, gerade wenn es einmal nicht so läuft wie gedacht.“

Potenzial ist vorhanden

Die Verantwortlichen sehen genug Potenzial dafür in der Truppe. „Betrachten wir einmal die bislang absolvierten Spiele, dann muss man schon sagen, dass etliche Dinge einfach gegen uns gelaufen sind“, führt Jens Alicke an. „Teilweise dominieren wir die Partien über eine gewisse Zeit und zeigen, dass wir rein spielerisch mit der Spitze der Liga mithalten können. Dann kommen Rückschläge in der Partie und es bildet sich eine Fehlerkette, die dazu führt, dass wir am Ende ohne Punkte dastehen.“ Bei einem Rückstand gerate das Team quasi eine psychische Blockade. „Nehmen wir als Beispiel die Partie in Süplingen, da verschießen wir einen Elfmeter und verlieren am Ende knapp 2:3“, bringt der Vorsitzende vor. „Dazu gesellen sich dann Verletzungen entscheidender Spieler.“

Trainingsbeteiligung sorgt für Ärger

Auch die oft eingeschränkte Trainingsbeteiligung wurde angesprochen. „Somit ist Trainer Damir Avdagic kaum in der Lage, ein gewünschtes System zu installieren“, sagt Alicke. „Auch in diesem Punkt wollen wir ansetzen. Somit steht der Trainer nicht zur Debatte. Wir vertrauen auf ihn und seine Fähigkeiten, zumal wir ihn lange genug kennen.“ In die Betrachtungen einbezogen seien auch die besonderen Umstände zu Saisonbeginn. Mit Norman Moß ist der Torschütze vom Dienst aus privaten Gründen nach Niedersachsen umgezogen und hat sich auch abgemeldet. Justin Schulze laboriert an einem Kreuzbandriss. „Von Allagie Musa Ceesay fehlt uns gar jedes Lebenszeichen“, betont der Vorsitzende. „Damit sind wir im Sturm natürlich im Augenblick sehr eingeschränkt. Da werden wir wohl bei Gelegenheit noch einmal Ausschau nach Verstärkung halten müssen.“ Auch Keeper Matthias Kramer fällt mit einem Bänderriss voraussichtlich bis zu Beginn der Rückrunde aus.

Gerade die Niederlage im Derby beim SV Gutenswegen/Klein Ammensleben (0:3) wurmt die Groß Santersleber sehr. „Wir haben auch hier zunächst gut gespielt, standen am Ende aber wieder ohne Punktgewinn da“, erklärt Alicke. „Sicherlich haben wir anderes erwartet, aber die Bördeoberliga ist eine starke Spielklasse, wo Nuancen über Sieg oder Niederlage entscheiden. Ich schätze die Liga sogar stärker als die Landesklasse ein.“

Teambuilding als erste Maßnahme

Die Verantwortlichen greifen nun zu teambildenden Maßnahmen. Dafür ist das Pokal-Wochenende vorgesehen. So soll es eine Zusammenkunft mit Spielern und Spielerfrauen geben und am Sonntag folgt ein Mannschaftsfrühschoppen. „Wir wollen als Gesamtheit auftreten, denn der Verein ist letztendlich doch eine große Familie“, äußert sich Alicke dazu. Danach folgt dann am Sonnabend, 19. Oktober, die Partie gegen Neuenhofe. Das sei keine einfache Partie für einen Neubeginn. Die Verantwortlichen wollen einfach sehen, dass die Aktiven sich auf alte Tugenden besinnen. „Wir spielen gegen gleichstarke Gegner oft besser“, schätzt Jens Alicke ein. „Im Training schießen die Jungs ja auch regelrecht die Tornetze kaputt. Das müssen sie auch einfach mal auf dem Platz umsetzen.“