Haldensleben l Die Volksstimme hat sich in der Bördeoberliga umgehört und die Trainer und Verantwortlichen zur Wettkampfpause, dem Trainingsverbot und einem möglichen Szenario zur Beendigung der Saison befragt.

Nach dem Lockdown ist vor dem Lockdown. Nach den Beschlüssen der Politik zur Eindämmung des Corona-Virus, ruht auch der Fußball im Trainings- und Spielbetrieb vorerst bis zum 30. November. Schon vor der neuerlichen Wettkampfpause musste in der Bördeoberliga das Heimspiel des SV Hötensleben gegen den SV Groß Santersleben aufgrund eines Corona-Verdachtsfall abgesagt werden. Es folgen die Stimmen aus der Liga.

Kevin Köhne - Trainer Bebertaler SV

Der Lockdown ist absolut nachvollziehbar. Alle Mannschaften haben nach dem Restart dann die gleichen Voraussetzungen wie jetzt auch, da die Punkte ja nicht wertlos werden. Ich achte alle Vorschriften und finde die momentane Entwicklung auch sehr besorgniserregend. In dieser Zeit sollte man den handelnden Personen vertrauen und die Lage und Entwicklung ernst nehmen. Das geliebte Hobby Fußball muss sich dann klar unterordnen. Wir haben der Mannschaft für die fußballfreie Zeit Tipps an die Hand gegeben, um den aktuellen Fitnessstand zu halten. Dies ist aber kein konkreter Plan. Ein erneuter Abbruch der Saison wurde ausgeschlossen. Ich hoffe, dass es im Frühjahr weitergeht. Eine Ausreizung der freien Tage, sowie eine minimale Verlängerung der Saison könnten dazu führen, dass das Spieljahr im Spätsommer 2021 beendet ist. Ich hoffe nicht, dass sich dieses Spieljahr bis ins Jahr 2022 zieht.

David Hinz - Trainer TSV Hadmersleben

Für uns kommt der Lockdown „light“ zu einer ungünstigen Zeit. Wir gehen mit unserer schlechtesten Leistung in die Pause. Die Spieler sollen gesund bleiben, das ist das wichtigste. Der Fokus sollte auf Beendigung der Hinrunde liegen. Ich denke, dass man dann auch abschätzen kann, inwieweit die Austragung einer Rückrunde sinnvoll ist.

Björn Kaczur - Sportlicher Leiter Germania Kroppenstedt

Es fällt mir schwer eine Bewertung vorzunehmen. Der Verein war froh, dass wieder gespielt werden konnte und nun müssen wir wieder pausieren. Wir werden mit geplanten Laufeinheiten individuell trainieren lassen, unterstützen gleichzeitig aber auch als Verein den Appell des DFB zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs. Dennoch finde ich, dass das fehlende gesellschaftliche Miteinander schwerer wiegt, als das Trainingsverbot. Ich denke, wenn die Unterbrechung bis zum 30. November gilt, dürfte es noch möglich sein, dass die Saison beendet wird. Wir als Verein und Mannschaft können nur abwarten und die Dinge dann neu bewerten. Aktuell ist es noch zu früh, um über irgendwelche Szenarien zu sprechen.

Kevin Pooth - Trainer Blau-Weiß Neuenhofe:

Ich bin geteilter Meinung zu den politischen Entscheidungen für den Amateursport. Die Gesundheit geht vor. Die Gefahr der Ansteckung beim Wettkampf ist für mich gegeben. Es ist im Amateurbereich gegenüber dem Arbeitgeber dann schwer vermittelbar, dass man aus diesem Grund zwei Wochen lang arbeitsunfähig ist. Dennoch denke ich, dass man das Training so organisieren kann, dass die Abstände eingehalten werden können. Stand jetzt gehe ich davon aus, dass in diesem Jahr der Spielbetrieb nicht nochmal aufgenommen wird. Die Saison sollte aber dennoch zu Ende gespielt werden können. Möglich wäre eine verkürzte Winterpause, wenn es die Wetterlage und das Infektionsgeschehen ermöglichen.

Tobias Friebertshäuser - Trainer Eintracht Gröningen:

Die Pause ist für niemanden schön, da geht es allen Mannschaften in der Bördeoberliga gleich. Man hat als Mannschaft viel investiert und sich auf schöne Spielen gefreut. Meine Spieler werden sich individuell fit halten, sodass ich alle Akteure in einem guten Zustand wiedersehen werde. Ich gehe davon aus, dass die Pause über den November hinaus geht und wir erst im kommenden Jahr wieder spielen werden. Wichtig ist mir, dass der Trainingsbetrieb für den Nachwuchs aufgenommen wird. Am Vormittag dürfen unsere Kinder in der Schule Sport treiben und am Nachmittag ist es verboten. Das passt für mich nicht zusammen.

Olaf Frommhagen - Trainer Osterweddinger SV:

Mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen war die Entscheidung unumgänglich. Zwar ist es sportlich gesehen ein schwieriger Entscheid, doch die Gesundheit der Spieler hat Priorität. Meine Spieler halten sich mit Lauf, Kräftigungs- und Stabilisierungsübungen individuell fit. Das ersetzt dennoch nicht das gemeinsame Training. Ich gehe davon aus, dass die Verantwortlichen verantwortungsbewusst über die Fortsetzung der Saison entscheiden werden. Als Verein werden wir die Entscheidungen mittragen.