Magdeburg l  Dabei hat der Magdeburger nicht nur in seiner Heimatstadt viele Spuren hinterlassen.

Bereits mit sechs Jahren begann der einstige Stürmer beim 1. FC Magdeburg mit dem Kicken. Nach acht Jahren bei den Blau-Weißen zog es ihn zusammen mit seinem besten Freund Thomas Sauer zum damaligen TuS Fortschritt an die Zielitzer Straße. Hier durchlief er zusammen mit später bekannten Magdeburger Kickern wie zum Beispiel René Thierau, Markus Ricks, Torsten Frohberg und eben Sauer viele Nachwuchsmannschaften bis hin zu den Männern.

Rau trägt den Spitznamen Steppke

„Schon damals konnte man sehen, dass Steppke ein sehr, sehr trickreicher Spieler war“, erinnert sich Ricks an diese Jahre. „Allerdings war er auch etwas lauffaul“, fügt er zwinkernd hinzu. Zudem fiel er durch seine lustige und freundliche Art auf, mit der er auch „viel für den Zusammenhalt in der Mannschaft sorgte“, so Ricks weiter. Legendär sind so auch seine Hans-Albers-Interpretationen.

MSV Börde wird zur Heimat

1993 folgte eine vierjährige Suche in drei Vereinen, ehe er 1998 beim MSV Börde heimisch wurde. Den Stadtfeldern hielt er im Männerbereich bis zum Ende seiner Karriere im Jahr 2004 sowie anschließend bei den Alten Herren bis 2010 die Treue. Für die Blau-Roten bestritt „Steppke“ 144 Spiele in der ersten Mannschaft, erzielte dabei 98 Tore.

„Damit ist er bis heute erfolgreichster Torschütze der Männer, auch wenn er sein großes Ziel, die 100 vollzumachen, nicht erreichte“, erzählt mit einem Augenzwinkern sein ehemaliger Mitspieler beim MSV Börde und heutiger Trainer-Kollege Marcus Mähnert.

Den erfolgreichen Stürmer zeichnete neben seiner Treffsicherheit dabei sein „Arschwackler“, mit dem er eine Abwehr austanzen konnte, aus. Aus dieser Zeit stammt auch sein Spruch „Egal wer die Tore macht, Hauptsache ich bin es“, der treffend seinen unbändigen Willen, erfolgreich zu sein, zum Ausdruck bringt. „Steppke hat sich eben sehr über Tore definiert. Eben ein klassischer Stürmer“, so Mähnert weiter. Passend sei dazu auch ein weiterer Satz des Stürmers: „Ab 16 Meter braucht ihr mich nicht mehr ansprechen.“ Augenzwinkernd ergänzt Mähnert: „Er war halt nicht der Stürmer, der unglaublich viele Assists gespielt hat.“

Von Werder zum HSV

Nach seiner aktiven Zeit verschrieb sich Rau dem Trainerjob. Dabei arbeitete er unter anderem von 2002 bis 2015 als Landestrainer im Fußballverband, bildete sich in diesem Rahmen weiter bis zum Fußballlehrer. In diese Zeit fiel auch seine Tätigkeit als Frauentrainer des Magdeburger FFC. Dabei führte er den Verein in die 2. Bundesliga, hielt trotz klammer Kassen drei Jahre die Liga. Erfolgreich war auch sein Wirken bei den Frauen von Werder Bremen, die er 2017 in die 1. Bundesliga führte.

Co-Trainer bei Bernd Hollerbach

Eine besondere Erfahrung sammelte Rau, der aktuell als Sportlehrer arbeitet, 2018 als Co-Trainer von Bernd Hollerbach beim Männer-Bundesligisten Hamburger SV. „Aktuell bin ich zufrieden“, so der Jubilar. „Es gab schon das eine oder andere Angebot. Ich schaue mir aber in Ruhe an, was kommt“, so Rau. Vergessen, wo er herkommt, hat der Kicker jedoch nicht. Im Januar des Jahres folgte er dem Ruf seines einstigen Vereins SV Irxleben, der im Abstiegskampf der Landesliga Nord auf seine Erfahrungen baut. „Unsere Freundschaft dauert über 40 Jahre an. Auch wenn sich unsere Wege fußballerisch oft trennten, haben wir uns nie aus den Augen verloren. So oft es geht, sieht man sich. Wobei es in den Gesprächen nicht immer nur um Fußball geht“, sagt Sauer, der sich wie viele andere heute in die große Schar der Gratulanten einreihen wird.