Bis zur Corona-Pause gehörte der Kreismeister 2019 zu den positiven Überraschungen. Das soll sich auch in der neuen Saison nicht ändern. Im Volksstimme-Gespräch mit Maximilian Pefestorff blickt Sascha Neumann auf die aktuelle Situation beim TSV.

Sascha Neumann, seit nunmehr mehreren Wochen ist der Wettkampfsport im Fußball unter Auflagen zurück. Wie groß war die Freude darüber?

Die Freude darüber war in der gesamten Mannschaft sehr groß. Man hat sich unter Einhaltung der geltenden Bestimmungen zwar auch mal getroffen, jedoch wieder auf dem Fußballplatz zusammen stehen zu können, ist dann nochmal was anderes.

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Die behördlichen Auflagen sind streng. Unter anderem muss ein Hygiene-Beauftragter benannt werden. Wie beurteilen Sie die Umsetzung in der Praxis?

Dass es behördliche Auflagen gibt, war allen Verantwortlichen vorher bewusst. Diese einzuhalten bedeutet für alle natürlich auch etwas mehr Disziplin. Als Verein kommen wir damit aber zurecht.

Lassen Sie uns einen Blick auf die vergangene Saison werfen. Der TSV Niederndodeleben hat die Saison als Aufsteiger in der Landesklasse, Staffel II, auf dem dritten Platz abgeschlossen. Wie bewerten Sie die abgelaufene Spielserie?

Die abgelaufene Spielzeit war nicht nur wegen der Pandemie etwas ganz besonderes. Wir haben unser erstes Jahr auf Landesebene gespielt. Dass dieses nicht zu Ende gespielt werden konnte, hat jeder in der Mannschaft so akzeptiert. Natürlich aber auch mit einer gewissen Enttäuschung, was unter den Umständen aber verständlich ist.

Zur neuen Saison steht mit Kevin Kauffmann ein neuer Trainer an der Seitenlinie. Wie ist es zu diesem Schritt gekommen?

Mit Kevin „Käse" Kauffmann bekommen wir keinen unbekannten Trainer an die Seite gestellt. Er hat in den vergangenen Jahren schon in der Position als Co-Trainer von Jörg Müller fungiert. Dieser hat sein Amt als Trainer der ersten Herrenmannschaft niedergelegt und wird dem Verein als sportlicher Leiter erhalten bleiben. Das freut uns natürlich alle sehr.

Woran würden Sie den Erfolg der vergangenen zwei Jahre festmachen? Welchen Anteil hat daran der scheidende Trainer Jörg Müller?

Ich möchte im Namen der gesamten Mannschaft und der Abteilung Fußball einen großen Dank an Jörg Müller aussprechen. Er hat die Mannschaft in zehn Jahren bei über 300 Pflichtspielen betreut. In seinen 283 Ligaspielen kommt er auf einen durchschnittlichen Punkteschnitt von 1,80 Punkte pro Spiel. Das ist schon ein beachtlicher Wert. Die vergangenen beiden Jahre waren für uns als Mannschaft und für den Verein natürlich überragend. Nicht nur in der Aufstiegs-Saison, sondern auch in der ersten Landesklasse-Saison hat jeder immer noch einmal zehn Prozent mehr aus sich raus geholt. Anders wäre ein solch gutes Ergebnis in den letzten Jahren nicht möglich gewesen. Daran hat Jörg natürlich einen sehr, sehr großen Anteil, weil er immer die richtigen Worte an die Mannschaft gerichtet hat.

Welche Ziele hat sich die Mannschaft für die kommende Saison gesetzt?

In erster Linie ist bei einer Liga mit vier Absteigern natürlich das Ziel, so schnell wie möglich die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Darüber hinaus wollen wir schon die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz beenden.

Bis auf Neuzugang Philipp-Peer Magel ist der Spielerkader unverändert geblieben. Ist das Teil ihrer Vereinsphilosophie oder plant der Verein mit weiteren Verstärkungen?

Nur Philipp-Peer-Magel zu nennen ist nicht ganz richtig. Wir haben mit den A-Jugendlichen Dominic Ernst und Lennard Schott zwei talentierte Spieler dazu bekommen, die sich genau wie Philipp sehr gut in die Mannschaft eingefügt haben und unseren Kader verstärken. Dass wir keine weiteren externen Zugänge haben, empfinde ich nicht als schlimm. Einerseits haben wir einen großen Kader und andererseits spielen wir größtenteils seit mehr als 15 Jahren zusammen. Wir kennen uns und respektieren einander. Und das nicht nur im Sport, sondern auch privat. Die komplette Mannschaft ist auch ein großer Freundeskreis. Dafür beneiden uns andere Vereine.

Ihre Mannschaft hat nur zwei Testspiele in der Vorbereitung bestritten. Wie würden Sie die Verfassung der Mannschaft vor dem Auftaktspiel gegen Borussia Genthin beurteilen?

Die Verfassung der Mannschaft empfinde ich als sehr gut. Wir sind ohne Verletzungen durch die Vorbereitung gekommen und können am Samstag auf einen vollen Kader zurückgreifen. Wir trainieren, seitdem es uns durch die Auflagen wieder möglich ist, zweimal die Woche und haben keine zusätzliche „Sommerpause“ mehr gemacht. Die beiden Testspiele sind ausreichend, da sich unsere Mannschaft kaum verändert hat. Natürlich wären aber ein oder zwei weitere Testspiele auch nicht schlecht gewesen.

Haben Sie Angst, dass die Mannschaft nach den erfolgreichen beiden Jahren gesättigt ist?

Auf keinen Fall. Wenn dem so wäre, dann hätten wir in der Vorbereitung nicht immer mit 17 bis 18 Spielern trainiert. Die Mannschaft brennt auf den Start und will auch wieder maximal erfolgreich sein.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne nach dem 30. Spieltag lesen?

Sascha Neumann schießt den TSV in die Landesliga (lacht). Spaß beiseite, mit der Überschrift der „TSV bestätigt gutes Vorjahresergebnis“, kann ich leben.