Haldensleben l Nach 15 absolvierten Spieltagen begaben sich die Mannschaften am 17. Dezember in die Winterpause, um dort neue Kraft zu tanken und die vergangenen Spiele Revue passieren zu lassen. Natürlich nutzen die Vereine die Zeit aber auch dafür, Fehler zu analysieren und möglichst zu beheben, um die Leistung sowie die Punktausbeute in der Rückserie zu optimieren. Auf Nachfrage äußerten sich die Trainer zur abgelaufenen Hinrunde, gaben Informationen zu personellen Veränderungen und formulierten Ziele für die anstehenden Begegnungen.

Staffelfavorit noch ohne Niederlage

Noch ohne Niederlage thront Ummendorf seit dem 5. Spieltag ununterbrochen an der Tabellenspitze der Bördeoberliga. Der Staffelfavorit weist eine überzeugende Bilanz von 43 Toren zu zwölf Gegentreffern auf und stellt damit den zweitbesten Angriff und die beste Defensive der Liga. Verständlich also, dass sich die Verantwortlichen des Vereins mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden zeigen. Das Team von Trainer Chris Sacher hat in der Winterpause mit Henrik Donig und Maximilian Schweiger zwei Abgänge zu verzeichnen, doch bis jetzt steht dem gegenüber kein Neuzugang. In den kommenden Wochen begibt sich der Ummendorfer SV in ein Trainingslager in Tschechien, um den Start der Rückrunde topfit in Angriff nehmen zu können. Zwei Testspiele, am 4. Februar gegen den FC Zukunft Magdeburg und am 11. Februar gegen den TuS Magdeburg-Neustadt, stehen ebenfalls noch auf dem Programm. Als Zielstellung gilt für den Tabellenführer die Verteidigung der Spitzenposition und der damit verbundene Aufstieg in die Landesklasse.

Als Überraschungsteam beweist sich in dieser Spielzeit der SSV Samswegen, wie auch Trainer Nico Becker eingestehen muss: „Wir sind positiv überrascht über unseren derzeitigen Punktestand, aber wir haben uns die Platzierung auch durch gute Leistungen, mit dem nötigen Glück in manchen Situationen, erarbeitet.“ Die Stärke Samswegens bestand in der Hinrunde aus einer stabilen Defensive sowie der herausragenden Torausbeute von David Herbst, der die Torjägerliste souverän mit 20 Treffern anführt.

„Ich denke, dass unser Teamgeist ein wichtiger Faktor war. Jeder Spieler hat für den anderen gekämpft und so konnten wir unseren Stürmer auch oft perfekt in Szene setzen“, lobt Becker seine Mannschaft. Auf Andreas Kaiser muss der Tabellenzweite, der nur drei Zähler hinter Ummendorf lauert, in der Rückrunde jedoch verzichten, denn dieser wird aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen. „Unser Ziel ist es, an die gute Hinrunde anzuknüpfen, wofür ein guter Start entscheidend sein wird. Da wir das Überraschungsteam der Liga sind, gehen wir jedoch vollkommen ohne Druck an die Begegnungen heran, was sich für uns zu einem Vorteil entwickeln kann“, verrät Becker abschließend.

Eine weitere positive Bilanz kann der FSV Barleben II ziehen, denn der Aufsteiger liegt auf Rang drei im Tableau und ist Samswegen mit nur einem Punkt Abstand dicht auf den Fersen. Trainer Christopher Schult gibt sich folglich sehr zufrieden mit dem bereits Erreichten und betont, dass die Erwartungen weit übertroffen wurden. Die Ab- und Zugänge im Barleber Team halten sich in diesem Winter die Waage, da Christian Loth und Rico Schönberg die Mannschaft zwar verlassen, durch Robin Bergmann und Martin Gebhardt aber bereits neue Verstärkung eingetroffen ist.

Loth und Schönberg gehen

Wie Schult angibt, sollen im Laufe der Rückrunde auch weiterhin junge Spieler in den Kader integriert werden. „Das ist ja unsere Aufgabe als zweite Mannschaft.“ Der FSV stellt sich als entferntes Ziel die Behauptung des dritten Platzes, doch zunächst kommt es auf einen guten Start in den zweiten Saisonabschnitt an, um das Selbstvertrauen aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grund testen die Barleber auch gleich viermal ab dem 28. Januar. Im Wochentakt heißen die Gegner auf dem Barleber Sportplatz dann TSG Grün-Weiß Möser (28.01.), SV Groß Santersleben (05.02.), SV Langenstein (12.02.) und SG Blau-Weiß Niegripp (18.02.).

Eine Spielzeit mit vielen Aufs und Abs erlebt in diesem Jahr Blau-Weiß Neuenhofe, das als Landesklasse-Absteiger erst seinen Platz in der neuen Liga finden musste. Co-Trainer Kevin Pooth verrät jedoch, dass man mit der jetzigen sechsten Position nicht unzufrieden sei, da man die Konkurrenz und das Niveau in der neuen Spielklasse zu schätzen wisse. „Dennoch haben wir in manchen Partien leider leichtfertig Punkte liegen lassen, das sollte in diesem Jahr anders werden“, fährt er fort. Ein Problem der Blau-Weißen bestand in der Hinrunde in der Effizienz der Chancenverwertung, die in den kommenden Spielen gesteigert werden soll, damit man sich im oberen Tabellendrittel festsetzen kann. Als Neuzugänge verpflichtete Neuenhofe deshalb auch Norman Lehrmann, Kevin Schlitte und Felix Trüe, die die Mannschaft mit ihrer Erfahrung weiter voranbringen sollen. Im Fokus der Verantwortlichen steht neben dem Ligaalltag aber auch das Halbfinale im KFV-Pokal, in dem die Blau-Weißen auf Oebisfelde treffen, das schon einige höherklassige Teams aus dem Wettbewerb kickte. Zur Einstimmung auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs tritt Neuenhofe am 4. Februar gegen die U23 des Haldenslebener SC an, bevor Begegnungen gegen Santersleben (11.02.) und den FC Zukunft Magdeburg (19.02.) folgen.

SVA nur zu Hause überragend

Als „recht durchwachsen" wird die Hinserie derweil vom Trainerteam Altenweddingens betrachtet, das an den letzten vier Spieltagen den Anschluss an die Spitzengruppe verlor und von Rang drei auf den achten Tabellenplatz abrutschte. Dabei lässt ein Blick auf die Heimtabelle der Liga fast nur gute Schlüsse ziehen, denn dort belegt der SVA mit 18 Zählern die erste Position. „Mit den Auftritten in den Heimspielen können wir sehr zufrieden sein, doch auswärts müssen wir noch zulegen. Sechs Punkte aus sieben Spielen sind definitiv zu wenig“, analysiert Trainer Mirko Stieler. „Unser Problem bestand in den letzten Begegnungen darin, die Konzentration über die vollen 90 Minuten aufrecht zu erhalten. Daran müssen wir arbeiten.“ Die Zielstellung der Altenweddinger orientiert sich daher an mehr Stabilität, die dem noch jungen Team Konstanz in der Defensive und Durchschlagskraft in der Offensive verschaffen soll. Als Neuzugang verpflichtete der Verein Mario Hölz vom FC Grün-Weiß Etzweiler. In den vier anstehenden Testspielen gegen Hadmersleben (28.01.), Klein Wanzleben (04.02.), Schönebeck II (11.02.) und Blankenburg (18.02.) kann die Mannschaft bereits wieder die ersten Schritte in die richtige Richtung tun.

„Wir sind zufrieden mit dem bisher Geleisteten, da wir im Vergleich zum Vorjahr zwei Punkte mehr auf unserem Konto haben, auch wenn wir nur auf dem neunten Tabellenplatz stehen. Das Niveau innerhalb der Liga hat sich gesteigert, das muss man anerkennen“, so das Fazit von Eilslebens Trainer Kevin Köhne zur abgelaufenen Hinrunde.

„Viel mehr als der Punktestand freut uns jedoch die zumeist gute Leistung der Jungs, die sich in manchen Spielen leider nicht für die Bemühungen belohnt haben.“ Aufgrund dieser Aussage erscheint es auch nicht verwunderlich, dass der Kader des Eilslebener SV größtenteils unverändert bleibt, jedoch werden die jungen Spieler in der Rückrunde mehr Spielzeit bekommen können, wie Köhne erwähnt. Bei der Zielsetzung für die Rückserie orientiert sich der ESV erneut am Vorjahr: „Wir streben insgesamt 45 Punkte an, damit hätten wir dann drei Zähler mehr als in der vergangenen Saison. Der Fokus liegt allerdings besonders auf der Weiterentwicklung der Mannschaft, der einzelnen Spieler sowie auf dem Aufbau eines nachhaltig erfolgreichen Teams.“ Vor dem Start in die Rückserie testet Eilsleben noch viermal auf fremden Plätzen, und zwar in Wackersleben (28.01.), Hornhausen (04.02.), Wulferstedt (11.02.) und Gröningen (18.02.).

Nach Barleben II zieht auch der zweite Aufsteiger in der Bördeoberliga ein positives Fazit nach den ersten 15 Begegnungen, denn auf Rang elf liegend, verschaffte sich Grün-Weiß Süplingen bereits ein großes Polster auf die Abstiegsplätze.

Fattroth ersetzt Wulff im Süplinger Tor

Für Trainer Fabian Lenkeit ist es insbesondere wichtig, dass die Mannschaft sich in den vier Derbys gut präsentiert hat und nur in einer der Partien unterlag, obwohl Süplingen auch zu den Teams zählt, dass in jeder Woche mit einer anderen Startelf auflief. Um den personellen Engpass zu umgehen, verstärkte sich der Aufsteiger in der Winterpause mit Bennet Fattroth vom Haldenslebener SC und kann in Zukunft auch auf Co-Trainer René Keilwitz zurückgreifen, der noch einmal aktiv am Fußballgeschehen mitwirken möchte. Dafür wird der ehemalige Kapitän Christian Wulff den Süplingern aus beruflichen Gründen bloß noch im Notfall zur Verfügung stehen. Lenkeit ist dennoch positiv gestimmt, denn pünktlich zu Beginn der Rückserie scheint sich auch das Lazarett der Grün-Weißen zu lichten, so dass von Besserung in personeller Hinsicht auszugehen ist.

Ebenfalls im Mittelfeld der Tabelle ist zur Halbzeit der Saison die SG Bülstringen zu finden, deren Trainer Frank Juraschek sowohl positive als auch verbesserungswürdige Eindrücke aus den Auftritten mitnahm: „Die Mannschaft hat in vielen Spielen hart für den Erfolg gekämpft, doch die ständige Rotation schadete unserer Torgefahr und offensiven Durchschlagskraft, so dass die Belohnung oftmals aus blieb. Wichtig war jedoch, dass wir gegen die Teams, die im Tableau hinter uns stehen, gesiegt haben und so einen Abstand zu den Abstiegsrängen herstellen konnten. Gegen die Konkurrenten knapp vor uns hat es aber leider noch nicht zur maximalen Punktausbeute gereicht.“

Säwe fehlt der SGB erstmal

Auf zwei Spieler muss Bülstringen in der Rückrunde allerdings verzichten, denn Steven Riecke verlässt den Verein, während Christian Säwe für einen ungewissen Zeitraum verletzt ausfällt. Dennoch erhofft sich Jurascheck eine bessere Rückserie als in den Vorjahren, als die SG gute Positionen nach der Hinrunde aus der Hand gab. „Das formulierte Ziel ist zunächst der Klassenerhalt, aber unser Wunschergebnis wäre ein einstelliger Tabellenplatz, dafür müssen wir hart arbeiten.“ Mit guten Leistungen in den Testspielen gegen Velsdorf/Mannhausen (04.02.), Potzehne und Miesterhorst könnte Bülstringen eine Basis legen.