Haldensleben l  Dazu haben wir die Verbände und Vereine befragt. Das Interesse am Frauenfußball ist in den vergangenen Jahren zweifelsohne zurückgegangen. Der große Zuspruch, den die Sportart noch rund um die Weltmeisterschaft im Jahr 2011 in Deutschland erfahren hat, hat sich in Ernüchterung umgemünzt. Dazu beigetragen hat mit Sicherheit auch, dass die Nationalmannschaft im internationalen Vergleich hat Federn lassen, obwohl die Frauen-Bundesliga nach wie vor eine der stärksten Ligen der Welt ist.

Das Interesse an der Basis ist in den Vorjahren aber stetig gefallen, die Organisation eines Spielbetriebs wurde eher schwieriger. Dennoch erreichte die Sportredaktion kürzlich ein Leserbrief mit der Anregung, in der Börde wieder einen Kreispokal zu spielen. Dem ist die Sportredaktion nachgegangen und erhielt ganz unterschiedliche Reaktionen.

Vereine stehen Vorschlag offen gegenüber

Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung meldete sich Harald Liebscher: „Wir von den Ohrekickern Wolmirstedt begrüßen den Vorschlag von Herrn Hobohm, einen Kreispokal beziehungsweise einen Hallenpokal durchzuführen. In der Regionalklasse reisen wir aktuell bis nach Bad Dürrenberg oder Freyburg. Der Sonntag ist damit komplett ausgebucht.“

Uwe Krause, Trainer des SV Grün-Weiß Süplingen, stimmt dem Vorschlag im Grunde zu, sieht jedoch wenig Potenzial darin: „Aufgrund der wenigen Mannschaften im Landkreis wurden die Staffeln überregional ausgeweitet, mit der Folge, dass auch der Pokal auf Landesebene ausgespielt wird. Wir kämen maximal auf sieben Mannschaften, also nicht einmal ein komplettes Feld im Viertelfinale. Damit halte ich dieses Unterfangen für sinnlos.“

Mit den aktuellen Gegebenheiten ist aber auch Krause nicht einverstanden: „Das Antreten im Landespokal bringt wirklich enorme Fahrtwege mit sich, so dass sogar wir in der ersten Runde abgesagt haben. Hier wären meiner Meinung nach regionale Ansetzungen in den ersten beiden Runden, wie auch im Vorjahr, sinnvoll.“ Zudem fordert der Süplinger Trainer auch ein Interesse der Verantwortlichen, den Frauenfußball im Bördekreis wieder attraktiver zu machen.

„Das wäre mit einer Hallenkreismeisterschaft durchaus möglich“, so Krause. „Doch hier gibt es Auflagen, dass Futsal gespielt werden muss, was aber keiner möchte. Immerhin haben sich die Mädels für Fußball und nicht eine Abart dessen entschieden. Die Frage dabei ist nur, ob der Kreisfachverband (KFV) Fußball Börde das gegenüber dem Fußballverband Sachsen-Anhalt durchsetzen kann und sich ein Verantwortlicher findet.“

Blau-Gelb Ausleben für einen Kreispokal

Beim SV Blau-Gelb 1920 Ausleben würde die Frauenfußball-Mannschaft einen Kreispokal begrüßen. „Natürlich finden wir es als Verein auch deutlich attraktiver, wenn ein Kreispokal ausgespielt werden würde. Zum einen, weil die Anfahrtswege deutlich kürzer ausfallen und zum anderen, da ein eventuelles Heimspiel gegen Vereine aus der unmittelbaren Umgebung höchstwahrscheinlich mehr Zuschauer und Interessierte anlocken würde“, sagte Abteilungsleiter Martin Pasemann.

„Bestes Beispiel hierfür ist unser Spiel der Hauptrunde der diesjährigen Pokalrunde. Wir bekamen ein Auswärtsspiel in Radegast zugelost, so dass die Anfahrt eine ungefähre Dauer von 90 Minuten und eine Fahrtstrecke von knapp 105 Kilometer bedeutete. Die einfache Strecke dauerte damit schon länger, als die Partie, um die es eigentlich ging. Des Weiteren wollten natürlich nicht viele von den heimischen Fans mit anreisen, was bei der Strecke auch verständlich ist. Das Finale in einem Kreispokal wäre zudem ein Highlight, welches den Spielerinnen in Erinnerung bleibt. Wir würden es begrüßen, würde der KFV Börde dazu eine Idee aufstellen. Als Orientierung könnte der Spielbetrieb der A-Junioren dienen.“ Die Verantwortlichen aus dem Kreisfachverband verschließen sich dem Thema in jedem Fall nicht: „Der KFV Börde ist immer offen für Anregungen und wenn es gewünscht ist, wird der KFV Börde das Thema auch aufnehmen“, teilte Pressewart Steffen Mootz auf Volksstimme-Nachfrage mit. Der FSA ergänzte dazu in einer Mitteilung: „Wir begrüßen es, wenn ein weiterer Kreispokal zustande kommen würde und dadurch die Attraktivität des Frauen- und Mädchenfußballs weiter zunimmt.“