Haldensleben l Zusammen mit Leon Kocherscheid, Schiedsrichter-Lehrwart beim Kreisfachverband Fußball Börde, stellen wir die wichtigsten Regeln einmal vor - heute Teil zwei.

Im Amateursport sind die Unparteiischen noch immer auf sich, ihre Fähigkeiten und auch ihr Gefühl gestellt. Zwar wird hier und dort auch einmal eine Abseitssituation falsch entschieden, doch das gehört im Fußball dazu. Denn im Hobby-Bereich geht es nicht um Millionen, sondern um Sport und vor allem die Gemeinschaft in der Mannschaft, aber auch unter den Zuschauern. Nur einer steht häufig allein da: Der Regelhüter, also der Schiedsrichter, der es beiden Kontrahenten selten recht machen kann. Dabei hat er zwar auch Ermessungsspielraum, doch vor allem das Regelwerk im Hinterkopf.

´DFB-Regelwerk ist 164 Seiten stark

Im Gebiet des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist dieses für die Saison 2020/2021 164 Seiten stark und steht auf der Homepage jedem Interessierten als Download zur Verfügung.

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Wir haben für alle Freizeitkicker – oder die, die es noch werden wollen -, zusammen mit Leon Kocherscheid, Schiedsrichter-Ausbilder im KFV Fußball Börde, die zehn wichtigsten Regeln einmal zusammengestellt. Dazu heute der Teil zwei.

Regel sechs: Der Freistoß

Der Freistoß kommt im Fußball recht häufig vor. Es gibt ihn als direkte und auch als indirekte Variante. Diese beiden Freistoß-Arten unterscheiden sich vor allem darin, dass Ersterer direkt in das Tor geschossen werden darf und bei Letzterem der Ball zunächst noch von einem Spieler, ob Angreifer oder Verteidiger spielt dabei keine Rolle, berührt werden muss, damit das Tor zählt. Ausgelöst werden solche Situationen durch unterschiedliche Aktionen. Zum Beispiel pfeift der Schiedsrichter einen Freistoß, wenn ein Foul oder ein Handspiel stattgefunden hat.

Regel sieben: Der Eckball

Wenn über die wichtigsten Regeln gesprochen wird, darf auch die sogenannte Ecke nicht fehlen. Sie gehört wie auch der Freistoß oder der Elfmeter zu den sogenannten „Standardsituationen“ und kommt immer wieder in einem Spiel vor. Sie kann ein sehr wichtiges Mittel sein, wenn aus dem Spiel heraus keine echten Torchancen kreiert werden. Sie wird im Fußball auf unterschiedliche Weisen durchgeführt.

Regel acht: Die Karten

Im Fußball hat der Schiedsrichter die Möglichkeit, die Spieler mit gelben und roten Karten zu belegen. Das ist zum Beispiel dann zu empfehlen, wenn ein grobes Foulspiel, ein sogenanntes taktisches Foul oder auch ein Handspiel erfolgt ist. Die rote Karte wird dann gezogen, wenn ein grobes Vergehen stattgefunden hat. Hiermit kann zum Beispiel ein brutales Foul, eine Tätlichkeit oder auch eine Beleidigung gegen den Gegner oder auch gegen den Schiedsrichter gemeint sein.

Erhält ein Sportler zwei gelbe Karten binnen eines Spiels, muss er den Platz verlassen. Dasselbe gilt auch für den Fall, dass er direkt eine rote und eben keine gelb-rote Karte sieht. Beides hat eine Sperre zur Folge. Bei einer gelb-roten Karte muss der Spieler zumeist nur ein Spiel aussetzen, bei einer roten Karte dagegen durchaus auch einige Wochen. Insbesondere dann, wenn der Akteur ein sogenannter Wiederholungstäter ist.

Regel neun: Der Vorteil

Vorteil wird gegeben, wenn etwa ein (auch hier gibt es noch weitere Möglichkeiten) Foul oder ein Handspiel stattgefunden hat, die betroffene Mannschaft zu diesem Zeitpunkt jedoch einen aussichtsreichen Angriff oder eine klare Torchance hat. Dann lässt der Schiedsrichter das Spiel laufen und pfeift eben nicht ab. Häufig wird der Übeltäter dann noch anschließend in der nächsten Spielunterbrechung verwarnt.

Regel zehn: Der Rückpass

Ein Rückpass ist ein Pass, der von einem Spieler zu seinem Torwart gespielt wird und Letzterer diesen mit den Händen aufnimmt. Was früher erlaubt war, ist seit einigen Jahren verboten und wird mit einem indirekten Freistoß geahndet. Hierbei sollte beachtet werden, dass nur Zuspiele mit dem Fuß oder mit einem Einwurf als Rückpass gewertet werden. Mit dem Kopf und der Brust ist dieser Pass dagegen nicht verboten.