Wulferstedt l Die Hausherren überzeugten endlich wieder mit Stabilität in der Abwehr und einem spürbaren „Wir-Gefühl“. Das frühe 1:0 durch Martin Ilsmann ebnete dafür den Weg. Christian Schütze schlenzte den Ball vom Strafraumeck wunderbar mit Außenrist vor das Tor, Ilsmann schoss direkt mit der Seite ein (2.). Nicht weniger sehenswert das 2:0: Christian Reimann wurde durch die Schnittstelle bedient, eilte davon und netzte überlegt ein (13.).

Das HSC-Tor war Schauplatz der Ereignisse. Eine hohe Flanke von Charwat fiel auf der Latte herunter (15.). Spannender schien es zu werden, als die Gäste mit der ersten Chance verkürzten. Thieke zielte straff auf die kurze Ecke und traf (19.).

Spielwitz scheint gebrochen

Der Spielwitz der Germanen schien jetzt für einige Minuten gebrochen zu sein und der HSC wehrte sich. Thiepold klärte stark zu Ecke, sonst hätte es 2:2 gestanden (23.). Mit dem schnellen 3:1 meldeten sich die Germanen zurück: Der zweite Assist von Schütze war eine schöne Flanke in den Strafraum. Marcus Behrens ließ den Ball vom Hinterkopf in die lange Ecke abtropfen (25.). HSC-Keeper Kay Uhlmann konnte dann eine gefährliche Flanke nur abklatschen. Denny Herzberg war zur Stelle und drückte den Ball zum 4:1 ins Tor (28.). Für Wulferstedt war das eine beruhigende Führung vor der Pause. Die Gäste hingegen haderten mit der Einstellung einiger ihrer Akteure.

Eine Szene für die Ewigkeit direkt nach Wiederanpfiff (47.): Ein zu kurzer Wulferstedter Rückpass auf Thiepold, Haldenslebens Dominik Wittke schaltete schnell, schoss aufs Tor, traf aber nur den Innenpfosten. Der Ball prallte zu ihm zurück. Einen Meter vor dem Tor brauchte Wittke nur noch einzuschieben, tat das aber sehr lässig. Der Ball trudelte auf der Torlinie, wo ihn Daniel Brunke noch abfangen konnte. In den folgenden Sekunden war diese Szene in aller Munde und wohl bezeichnend für die unterschiedlichen Motive: Germania wollte es mit aller Macht, dem HSC fehlte es an Überzeugung.

Keine Gegenwehr

So hatten die Gäste dem spielfreudigen Auftritt der Hausherren gar nichts mehr entgegenzusetzen, mussten drei weitere Treffer schlucken. Uhlmann parierte noch den ersten Schuss von Herzberg. Doch Steve Elle setzte energisch nach und stellte auf 5:1 (59.). René Jahn lief im Alleingang durch die HSC-Abwehr, schoss dann knapp am Tor vorbei (74.). Nach schöner Kombination über Schütze, Elle und Herzberg schnippte Reimann den Ball zum 6:1 hinein (76.). Das letzte Tor in der 88. Minute: Ilsmann spielte von der Grundlinie flach zurück, Reimann ließ für Herzberg durch und ohne jede Gegenwehr drückte Herzberg den Ball über die Linie.

Jetzt gilt es, diese Leistung positiv mit in die nächsten Wochen zu nehmen, das Ergebnis aber auch nicht überzubewerten. Dann sollte Schlanstedt am Sonntag im Derby wieder der erste Gegner sein, der es in der Liga schwer haben wird, gegen Germania etwas zu holen.

Tore: 1:0 Ilsmann (2.), 2:0 Reimann (13.), 2:1 Thieke (19.), 3:1 Behrens (25.), 4:1 Herzberg (28.), 5:1 Elle (59.), 6:1 Reimann (76.), 7:1 Herzberg (88.)