Salzwedel l Mittlerweile ist er eine der besten Nachwuchsfahrer auf dem Quad in Ostdeutschland.

Mit seinem 60 PS starken Rennquad jagt Ben Roese über Schlamm, Sand und Erde. Auf festem Untergrund beschleunigt er seine Maschine auf bis zu 80 Stundenkilometer. „Beim Fahren gibt es immer einen richtigen Adrenalinkick“, gerät der 15-jährige Salzwedeler ins Schwärmen.

Karriere startet mit neun Jahren

Bereits im Alter von neun Jahren begann Roese mit dem Motorsport. „Mein Stiefpapa Markus Roese war selbst ein guter Quadcross-Fahrer. Er nahm meine Mutter und mich mit auf den Rennplatz. Ich war vom ersten Moment von dem Sport fasziniert“, erzählt der Jugendliche. Bevor Ben Roese auf vier Rädern um die Wette fuhr, ging es für ihn zunächst auf einer kleinen Motocross-Maschine über Stock und Stein. Nach etwa 1,5 Jahren, als das Motorrad zu klein wurde, stieg der heute 15-Jährige auf das Quad um.

Im September 2019 absolvierte der Salzwedeler seinen ersten Wettkampf beim Werner Rennen in Hartenholm. Das Jahr 2020 gestaltete sich für Ben Roese bis zur neuerlichen Corona-Pause sehr erfolgreich. Beim X Sport Cup, einer Rennserie, die im Osten Deutschlands gefahren wird, lag er nach drei Rennen auf dem ersten Platz in seiner Altersklasse. Er fuhr in der Rookieklasse (unter 18 Jahre). „Wir fahren den gleichen Kurs wie die Erwachsenen, haben aber noch eine eigene Wertung“, erklärt Ben Roese. Vier von sechs Wertungsläufen hat er beim X Sport Cup gewonnen. Dazu kommt ein Sieg bei einem Rennen in Apolda.

Piste sieht manchmal aus wie ein Spargelacker

Wenn ein Wettkampf ansteht, ist der 15-Jährige ein Wochenende lang unterwegs. Mit dem Wohnmobil und dem Quad auf dem Anhänger geht es los. Mutter und Vater sind mit dabei. „Mein Vaddi ist mein Coach und kann mir mit seiner Erfahrung in dem Sport sehr helfen“, erklärt Ben Roese. Ein Rennen besteht in der Regel aus zwei Wertungsläufen. Davor ist Training und ein Pflichttraining, bei dem die Platzierungen beim Rennstart ausgefahren werden, angesetzt. Die Rennläufe dauern dann 15 Minuten plus zwei Runden. „Das hört sich nicht viel an, aber in dieser Zeit muss man richtig harte Arbeit leisten“, erzählt Ben Roese. Die Fahrer müssen von der ersten bis zur letzten Sekunde hochkonzentriert sein. Vor allem bei losem Untergrund verändert sich die Strecke während des Rennens. „Die Piste sieht manchmal aus wie ein Spargelacker“, erklärt der Salzwedeler. Außerdem geht es auf den Pisten auf und ab. „Nach einem Rennen schmerzen oft Beine, Arme und der Rücken“, sagt der 15-Jährige.

Um genug Kraft für die Wettkämpfe zu haben, hält sich Ben Roese auch abseits der Rennstrecke fit. „Ich fahre viel Downhill“, erklärt der Jugendliche. Gemeinsam mit einem Kumpel heizt er dann mit dem Fahrrad über Stock und Stein. Das schult Kondition und Koordination. Seine Heimstrecke für das Training mit dem Quad ist in Apenburg. Da sich seine Maschine aber gerade in der Winterwartung befindet, bleibt der Motor erst einmal aus. Anders als bei den meisten Sportarten gibt es aktuell immer noch Strecken, die Training zulassen.

Wie es mit der nächsten Saison aussieht, weiß Ben Roese aber noch nicht: „Vieles steht noch in den Sternen. Wenn die Rennen dann aber angesetzt sind, will ich so viele wie möglich mitnehmen.“ Der Jugendliche hat sich nämlich ambitionierte Ziele gesetzt: „Ich möchte später bei der Deutschen Meisterschaft und beim Quadcross of Nations starten.“

Um das zu erreichen, nutzt der junge Salzwedeler den Winter. In der kalten Jahreszeit möchte er Sponsoren für sich gewinnen. Aktuell wird er von Caramba unterstützt, sucht aber weitere Firmen, die er auf seiner Rennmaschine präsentieren möchte.