Haldensleben l Seit nunmehr fast sieben Jahrzehnten engagiert sich der vitale TuS-Crack ehrenamtlich für den Tischtennissport. Deshalb und aufgrund seiner Erfolge als Trainer und als Spieler gilt Günther Wadewitz im Haldensleber Tischtennissport nicht erst seit heute als lebende Legende.

Verein gratuliert zum Geburtstag

Die Tischtennisspieler vom TuS „Fortschritt“ Haldensleben wünschen ihrem dienstältesten Sportkameraden Günther Wadewitz alles Gute und vor allem Gesundheit zum heutigen 95. Geburtstag. Seit nunmehr 68 Jahren hat sich Günther Wadewitz dem Haldensleber Tischtennissport verschrieben. Er hat die Tischtennisszene in der Rolandstadt seit 1951 geprägt, wie kein anderer.

Schon von Kindesbeinen an war Günther Wadewitz sehr sportbegeistert - Leichtathletik, Fußball und Handball fielen ihm leicht und er durfte dort erste sportliche Erfolge erleben.

Faszination schnell gepackt

Wie wir heute wissen, sollte sich das sportliche „Schicksal“ von Günther Wadewitz im Jahre 1934 endgültig entscheiden, als er auf dem heimischen Esszimmertisch seine erste Trainingseinheit mit Zelluloidball und Holzschläger absolvierte. Von da an sollte ihn der Tischtennissport, die schnellste Rückschlagsportart der Welt, zeitlebens nicht mehr loslassen. Auch wenn Günther Wadewitz erst 1951 in die aktive Laufbahn einstieg. Eine Anstellung in der Zuckerfabrik Haldensleben hatte den damals 27-Jährigen in die Rolandstadt gelockt. Mit der Betriebsmannschaft der Zuckerfabrik, die damals als „Empor Haldensleben“ startete, sammelte Wadewitz erste echte Matchpraxis.

DDR-Titel als Trainer

Die Wettkämpfe fanden anfangs noch in Lagerhallen der Zuckerfabrik auf zuckerverklebten Fußböden statt, was der Freude am Tischtennissport aber keinen Abbruch tat. 1953 erlebte Günther Wadewitz dann die Geburtsstunde des heutigen TuS „Fortschritt“ Haldensleben, in dem er nicht nur aktiv Tischtennis spielt, sondern wo er viele Jahrzehnte auch die Position des Vorsitzenden inne hatte und bis heute als Trainer, vor allem im Nachwuchsbereich, tätig ist. Gern erinnert sich Günther Wadewitz an seinen größten Erfolg als Trainer, wo er 1965 die Haldensleber Mädchenmannschaft zum DDR-Meistertitel führte.

Günther Wadewitz hat in seinem langen Tischtennis-Leben ehrenamtlich sage und schreibe etwa 800 Kinder und Jugendliche trainiert. Er versteht das Ehrenamt als „sich positiv in die Gemeinschaft einbringen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten“. Die Motivation für Günther Wadewitz war dabei stets, junge Menschen für den Sport zu begeistern und ihre Entwicklung mitzuerleben, oft bis in das Erwachsenenalter hinein, wo Wadewitz auch zahlreiche Kontakte zu ehemaligen Schützlingen unterhält.

Erfolgreich auf allen Ebenen

Ihm ist wichtig, Werte wie Gemeinschaft, Zielstrebigkeit, Trainingsfleiß, Disziplin, Respekt und Fairness weiterzugeben. Neben seiner Trainertätigkeit hat Günther Wadewitz in seinen bislang 68 aktiven Spieljahren auch als Spieler von der Kreisklasse bis zur Bezirksklasse alles gesehen. Die ganz großen Titel an der grünen „Platte“ heimste er im Jahr 2004 ein (1x Gold, 1x Silber bei den Norddeutschen Senioren-Meisterschaften sowie 2x Silber bei den Deutschen Senioren-Meisterschaften).

Seine Motivation zur Bewegung ist auch mit 95 noch ungebrochen. Jeden Dienstag und Donnerstag ist er in der Tischtennishalle an der Lindenallee in Althaldensleben anzutreffen. Zudem trainiert er mittwochs noch immer die Damengymnastikgruppe des TuS „Fortschritt“ Haldensleben.

So überrascht es nicht, dass wenn man Günther Wadewitz nach seinem Geheimnis für Fitness bis ins hohe Alter fragt, seine Antwortet lautet: „Viel Sport treiben!“. Dazu „täglich etwas Bewegung an der frischen Luft, nicht rauchen und wenig trinken“. Gleichwohl ist sich Wadewitz bewusst, dass auch gute Gene eine Rolle spielen – schließlich wird er auf seiner Geburtstagsfeier nicht der Älteste sein, sein Cousin Ernst aus Mainz wird erwartet - und der ist bereits 101! Bei aller Liebe zum Sport, die Familie bleibt für Günther Wadewitz das wichtigste. Mit Frau Ursula ist er seit nunmehr 68 Jahren glücklich verheiratet. Beide erfreuen sich an der Entwicklung ihrer Kinder, Schwiegerkinder, Enkel und Urenkel.

Haseloff verleiht Bundesverdienstkreuz

Wegen seiner ehrenamtlichen Verdienste erhielt Günther Wadewitz im Januar 2000 das „Rolandschwert“ der Stadt Haldensleben und im November 2004 eine Ehrengabe bei der Sport-Gala des Ohrekreises. Die bedeutendste Auszeichnung erlangte Günther Wadewitz 2015, als ihm in der Staatskanzlei in Magdeburg vom Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff das Bundesverdienstkreuz für seine ehrenamtlichen Verdienste verliehen wurde.

Die Tischtennisspieler des TuS „Fortschritt“ Haldensleben danken Günther Wadewitz auf diesem Wege ganz herzlich für seinen jahrzehntelangen selbstlosen Einsatz für den Verein und wünschen ihm alles Gute zum 95. Geburtstag!