Landesliga in Sichtweite! Der SV Liesten hat am Sonnabend das Spitzenspiel gegen den Kreveser SV klar mit 3:0 für sich entschieden und damit den nächsten Meilenstein in Richtung Aufstieg erreicht. Allerdings lässt die spielerische Leistung des Tabellenführers viel Luft nach oben.

Liesten l Die Kritikpunkte im Liestener Spiel sind schnell ausgemacht. Der Primus ließ vor 188 Zuschauern zu viele klare Torchancen zu. Alleine Michael Piotrowski und der temporären Abschlussschwäche der sonst gut spielenden Kreveser ist es zu verdanken, dass nicht weitere Punkte im Aufstiegsrennen abgegeben werden mussten. Gregor Peller (36.), Tino Krüger (61.), Manuel Neumann (64./67.) und Marius Weihrauch (78.) tauchten allesamt knochenfrei vor dem SVL-Keeper auf.

Zudem war der Spielaufbau gegen tief stehende und auf Konter lauernde Kreveser zu fehlerhaft, das Angriffsspiel vor der Einwechslung von Marian Falkenhagen zu statisch. Der für den Spielaufbau vorgesehene Markus Krotki, eigentlich ein Spieler für die wichtigen und umkämpften Duelle im Mittelfeld und kein Stratege, war mit seiner Aufgabe überfordert.

Die Führung für den SV Liesten konnte also nur nach einer Standardsituation folgen. In der 23. Minute brachte René Mangrapp eine Ecke von links in den Strafraum, Matthias Mincu verschätzte sich und Matthias Wiese köpfte wie so häufig in dieser Saison ein (siehe Foto). Der Rechtsverteidiger engte die Kreise von Marius Weihrauch bis zu seinem Platzverweis in der 60. Minute gut ein, wirkt auf der Außenbahn bei seinen Fähigkeiten aber dennoch verschenkt. Nach einer halben Stunde wurden die von Holm Hansens trainierten Gäste mutiger. Auch ohne Philipp Kiebach, Christian Bissinger und Jan-Peter Ernst ergaben sich Möglichkeiten. So hätte Tino Krüger nach 33 Minuten nur den Pass in die Mitte spielen, die einzige Spitze Manuel Neumann stand frei, oder Gregor Peller früher den Abschluss suchen müssen. Auf der Gegenseite schlugen die Liestener im Sinne einer Spitzenmannschaft ein zweites Mal zu. Stephan Benecke traf ebenfalls per Kopf. Mit der Einwechslung von Marian Falkenhagen wirkte das Spiel des Gastgebers dann flüssiger. Allerdings brachte die berechtigte Gelb-Rote-Karte gegen Matthias Wiese, zwei Fouls gegen Marius Weihrauch binnen weniger Minuten, den endgültigen Bruch ins Liestener Spiel.

Zwar versuchte Marc Pätzold, der als Stürmer begann und mittlerweile als letzter Mann fungierte, seine Mitspieler zu ordnen, doch ohne Erfolg. Innerhalb von sieben Minuten kam Krevese zu drei Hochkarätern. Zunächst übersah Tino Krüger den mitlaufenden Gregor Peller und scheiterte an Piotrowski (61.), dann fehlte Manuel Neumann erst der Druck (64.) und anschließend die Präzision (67.) im Abschluss. Als auch Marius Weihrauch nach schönem Solo Piotrowski den Ball in die Arme schob, war die Partie gelaufen. Ein tolles Zusammenspiel von Martin Todte und Sven Komnick führte schließlich zum 3:0-Endstand.

So bleibt es bei zehn Punkten Vorsprung für den SV Liesten. Allerdings kann Saxonia Tangermünde mit zwei Erfolgen in den Nachholspielen auf fünf Zähler verkürzen. Mit Neuenhofe, Uchtspringe und Genthin warten jetzt drei Teams aus der zweiten Tabellenhälfte auf das Bierstedt-Team. Spätestens danach sollte der Primus seine Form wieder gefunden haben.

Der Kreveser SV tritt am Sonnabend in Genthin an. Es folgen Spiele gegen Güsen und in Arneburg.

Torfolge: 1:0 Matthias Wiese (29.), 2:0 Stephan Benecke (41.), 3:0 Sven Kommnick (83.).

Schiedsrichter: Matthias Pagen (Gardelegen).

Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote-Karte gegen Matthias Wiese aufgrund von wiederholtem Foulspiel (Liesten/60.).

Zuschauer: 188.