Was war das für ein Volleyball-Krimi! Die Männer des SSV 80 Gardelegen lagen gegen den Post SV Stendal schon mit 0:2 hinten, setzten sich aber noch mit 3:2 durch. Den KSC Magdeburg bezwang der SSV mit 3:1.

Gardelegen l Damit bleiben die SSV-Männer weiter in der Erfolgsspur und beenden das Sportjahr 2011 als Landesliga-Aufsteiger auf dem ersten Platz.

SSV 80 Gardelegen - KSC Magdeburg 3:1. Im ersten Spiel des Tages ging es gegen den KSC Magdeburg. Hier fanden die Gardelegener gut in die Partie und setzten sich locker und leicht mit 25:12 durch. Offensichtlich ging es zu leicht, denn anschließend schlich sich der Schlendrian in das Gardelegener Spiel ein. Die Landeshauptstädter nutzten diese Schwächephase des SSV eiskalt aus und entschieden den zweiten Durchgang für sich - 25:21. Im dritten Satz gingen die Rolandstädter dann wieder konzentrierter zu Werke und behielten am Ende mit 25:18 die Oberhand. Im vierten Durchgang entwickelte sich dann ein offener Schlagabtausch. Die Gardelegener bewiesen jedoch Nervenstärke, siegten mit 25:20 und hatten das erste Spiel für sich entschieden.

SSV 80 Gardelegen - Post SV Stendal 3:2. Dann stand der absolute Höhepunkt auf dem Programm, denn in diesem altmärkischen Derby trafen die wohl beiden spielstärksten Mannschaften der Liga aufeinander. Schlussendlich hatten die Gardelegener allerdings zwei gravierende Vorteile auf ihrer Seite. Zum einen sind die SSV-Männer personell stark besetzt, so dass praktisch ohne Leistungsabfall durchgewechselt werden kann. Zum anderen konnten sich die Gardelegener auf ihre Fans verlassen, denn die knapp 80 Zuschauer standen geschlossen hinter der Mannschaft und unterstützten die SSV-Männer lautstark - ein nicht zu unterschätzender Fakt.

Die ersten beiden Sätze gingen relativ sicher an die Stendaler (25:18, 25:22), wobei sich die Gardelegener auf der einen Seite zu viele Eigenfehler leisteten und auf der anderen Seite ohne das nötige Selbstvertrauen spielten. Im dritten Durchgang bahnte sich dann ein ähnlicher Spielverlauf an, denn die Stendaler gingen mit 8:4 und später mit 14:11 in Führung. Alles deutete auf eine 0:3-Niederlage des SSV hin. Doch so leicht wollten sich die Hausherren nicht geschlagen geben. Die Männer um Angreifer Pascal Grothe hatten nun nichts mehr zu verlieren. Ein Dreierwechsel sollte noch einmal frischen Wind bringen. Philipp Lenz ging wieder auf die Zuspielerposition, Marvin Bogdahn kam für Matthias Koepke und Arne Kreißl ging für Christian Buchholz auf das Feld. Diese "Frischzellenkur" sollte sich auszahlen, denn die Gardelegener kämpften sich wieder heran und holten sich diesen Satz mit 26:24. Im vierten Durchgang riss der Spielfaden nicht ab, und dank der Unterstützung der Zuschauer gewann der SSV auch diesen Satz (25:20).

Nun stand die Halle völlig Kopf, und der Tiebreak musste die Entscheidung bringen. Zunächst gingen die Stendaler mit 5:3 und anschließend mit 8:6 in Führung. Die Gardelegener ließen sich jedoch nicht abschütteln, blieben dran und glichen schließlich zum 13:13 aus. In einer dramatischen Schlussphase behielten die SSV-Männer mit 16:14 die Oberhand. Der Jubel kannte anschließend keine Grenzen, und auch die Zuschauer honorierten die Leistung der Mannschaft mit stehenden Ovationen.

Ergebnisse:

SSV Gardelegen - KSC Magdeburg3:1 SSV Gardelegen - Post Stendal3:2 Post Stendal - KSC Magdeburg3:1

SSV 80 Gardelegen: Hähnsen, Buchholz, Schumann, Koepke, Weber, Grothe, Lenz, Bogdahn, A. Kreißl, L. Kreißl, Pulsack.

Post Stendal: Schmick, Stimming, Stender, Benecke, Lietz, Braune, Niendorf, Kopf.