Oebisfelde/Mieste l Frohe und geruhsame Weihnachten werden die Verbandsliga-Akteure und Verantwortlichen des SV Oebisfelde und der SG Solpke/Mieste mit Blick auf das Sportliche und vor allem auf den Tabellenstand sicherlich nicht haben. Die Oebisfelder liegen nach zehn Spieltagen, die Partie gegen Borne wurde von den Allerstädtern abgesagt, mit 6:14 Punkten auf Rang elf.

Die Solpker/Miester haben sich sogar noch hinter den Allerstädtern platziert. 4:18 Punkte bedeuten nach elf Begegnungen dieser Saison nur Rang 13.

SG Solpke/Mieste:

Dass man vor einer schweren Saison stehen würde, war den Verbandsliga-Handballern der SG Solpke/Mieste schon vor dem ersten Punktspiel klar. Der Abgang der Stammspieler Michael Meichsner, Philipp Seiler und Erik Hartmann hatte eine kaum schließbare Lücke im Rückraum und der Kreismitte hinterlassen. Mit dem Ziel Klassenerhalt blieben die Saisonerwartungen der Altmärker dann auch sehr gedämpft. Jetzt, zwei Spieltage vor dem Ende der Halbserie, findet diese Prognose ihre Bestätigung. Mit aktuell nur vier Pluspunkten und dem vorletzten Tabellenplatz sind die Aussichten für das Saisonende im Mai 2012 keinesfalls berauschend. Wie die Vorjahre in der Verbandsliga zeigen, sind zum Klassenerhalt 19 Pluspunkte nötig. Die SoMi-Handballer stehen mit vier Pluszählern auf der Habenseite insofern vor einer Mammutaufgabe.

Was Hoffnung macht, ist trotz der bisher frustierenden Ergebnisse der Zusammenhalt im Team und die erkennbare Einsatzfreude. Verbesserungen des Spielniveaus sind dagegen jedoch nur spärlich auszumachen. "Wir schließen zu viele Angriffe erfolglos ab. Es fehlt an klaren Aktionen und Wurf-Präzision. Obwohl wir intensiv an Verbesserungen arbeiten, können die Leistungen nicht befriedigen. So geraten wir zu oft in die Defensive und schlucken zu viele Gegentore", bestätigt auch Trainer Heiko Suske. Neben den 4:18 Punkten wird das durch die desolate Tordifferenz von 273:330 klar untermauert. Schlechter steht nur Tabellenschlusslicht MTV Weferlingen da.

Doch den Platz in der Verbandsliga wollen die Altmärker nicht kampflos räumen. Der 29:28-Auswärtssieg zuletzt in Haldensleben, der Erfolg über den MTV Weferlingen und die höchst unnötige 31:32-Niederlage gegen Osterburg haben das erkennen lassen und hoffentlich das für Siege nötige Selbstvertrauen gesorgt. "Wir müssen sehen, dass wir wie bisher gegen die Mannschaften der unteren Tabellenhälfte Punkte holen und zu Hause ebenfalls wieder Siege gegen starke Gegner einfahren", fordert Trainer Suske. Wenn am 7. Januar der Tabellenzehnte Halberstadt, der sieben Pluspunkte auf seinem Konto hat, nach Mieste kommt, könnte die SG-Sieben mit einem Sieg den leichten spielerischen Aufwärtstrend bekräftigen und ein weiteres Hoffnungszeichen für den Anschluss an die für den Ligaerhalt sicheren Plätze setzen.

SV Oebisfelde II

Die Oebisfelder sind in der vergangenen Saison nur hauchdünn dem Abstieg entgangen. Grund, warum die SVO-Zweite nicht in der Nordliga spielt, war der Rückzug der SG Thale/Westerhausen und der Verzicht der TSG Wittenberg aus der Verbandsliga Süd auf die Relegationsspiele.

"Eine solche Saison möchte ich nicht noch einmal erleben", sagte damals Trainer Achim Gamm. Doch mittlerweile sind die Allerstädter, die sich in der Saison 2009/10 noch über die Bronzemedaille freuen konnten, fast schon wieder dort angelangt, wo sie nicht hin wollten - auf einen Abstiegsrang.

Wie in der vergangenen Saison ist die Misere hauptsächlich den personellen Problemen geschuldet. Leistungsträger wie Reno Thiele, Martin Schröder, die Tobies-Brüder sind nicht einfach so zu ersetzen. Hinzu kamen Verletzungen von weiteren Akteuren.

Akut drückt der Schuh vor allem auf der Torhüterposition. Die ist mit Frank Tobies stark, aber nur von ihm allein besetzt. Doch der Keeper brach sich gegen den BSV Magdeburg II einen Finger und wird noch für längere Zeit ausfallen. Gleichwertiger Ersatz war nicht zu finden, so dass sich Routinier Maik Giebel, Robert Haberland und zuletzt der reaktivierte Torsten Wagner zwischen den Pfosten wieder fanden. "Meine Hochachtung an diese drei Akteure. Vor allem Maik Giebel, der inzwischen über 40 Jahre alt ist, hat sich viel Respekt verdient", sagte Trainer Gamm.

Keinen Ersatz gab es hingegen auf den wichtigen Rückraum-Positionen. Martin Schröder, der kurz vor Ende der vergangenen Saison von Rot-Weiß Staßfurt zurückgekehrt war, absolvierte nur sechs Spiele und hat sich inzwischen in Richtung Lok Schönebeck verabschiedet. Linkshänder Reno Thiele laboriert hingegen noch an seinem Kreuzbandriss. Schmerzlich war auch der Ausfall von Lars Tobies im Gommern-Spiel. Eventuell wird er Anfang kommenden Jahres wieder auflaufen können.

Einige Hoffnungen ruhen nun auf Norman Bischoff. Er hat sich aus der Mitteldeutschen Oberliga-Sieben des SVO verabschiedet. Er wird aber erst im letzten Hinrundenspiel gegen Biederitz zum Einsatz kommen.

Den Oebisfeldern steht indes eine brisante Rückrunde bevor. Unglücklich ist dabei die Spielansetzung. Denn die Allerstädter haben nur noch fünf Heimpartien. Acht Mal müssen sie dagegen in fremden Hallen antreten.

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