Die Bundesliga-Kegler des SV Binde überwintern auf dem dritten Tabellenplatz. Diese hervorragende Leistung ist aber nur die Spitze des Binder Eisberges, der sein dickes Ende sogar noch unter der Oberfläche verbirgt.

Binde l Um die Erfolgsgeschichte des altmärkischen Vorzeige-Bohlekegelvereins darzustellen, muss man allerdings das gesamte Jahr 2011 betrachten. So schafften die Männer in der 2. Bundesliga den Klassenerhalt. Damit aber noch nicht genug. Richard Albrecht (Jugend), Burkard Thiede (Herren A) und die Kreisauswahlmannschaften (Herren und Herren A), an denen sich die Binder mit sieben von acht Akteuren beteiligten, holten jeweils Landesmeistertitel in die westliche Altmark. Auch der zweite Platz bei der LM der Herren von Nils Jagodzinski ist nicht hoch genug einzuschätzen.

Aushängeschild des Binder Vereins ist jedoch die Bundesligamannschaft. Die startete in ihre zweite Saison sogar so gut, dass nach der Hinrunde der dritte Tabellenplatz zu Buche steht. Und der kommt auch nicht von ungefähr, wie Kenner der Szene wissen. Das Team stellte sich nach dem ersten Jahr auf die schwierige Arendseer Bahn mit all ihren Tücken ein - die Binder Zwei-Bohlebahn ist nicht bundesligatauglich - und ließen den Gegnern auf der "Heimbahn" keine Chance.

Auch die Trainingsleistungen stabilisieren sich, Ausreißer nach unten gibt es kaum noch. Ein weiterer großer Vorteil der Westaltmärker ist die mannschaftliche Geschlossenheit und die Leistungsdichte aller zehn im Kader befindlichen Akteure. Während Burkhard und Carlo Thiede sowie Mannschaftsleiter Alf Schernikau, Lutz Krüger, Stafan Dombrowski und Wolfram Albrecht zum Stammkader gehören, können auch Reinhard Schulz, Wolfgang Behrens, Frank Schulz oder auch Nils Jagodzinski eventuelle Lücken schließen. Und selbst, wenn es einmal richtig eng werden würde, steht immer Bernd Jagodzinski bereit, der übrigens zu sämtlichen Auswärtsspielen mitreist. "Das kann man gar nicht hoch genug würdigen", gab Schernikau zu Protokoll.

Zu den absoluten Saisonhöhepunkten gehörten ohne Zweifel die beiden Heim-Partien gegen Union Oberschöneweide am ersten Spieltag oder aber auch das Match gegen den souveränen Spitzenreiter und Erstbundesliga-Absteiger SG Berlin 07. Während gegen Oberschöneweide gleich zum Auftakt dem tollen Binder Publikum ein echter Krimi geboten wurde, der knapp an einem Holz hing, so ist der Erfolg gegen die SG 07 ein einzigartiger Erfolg. "Es ist nur uns gelungen, diese Mannschaft mit 3:0 zu bezwingen. Alle anderen Teams geben Punkte ab oder verloren sogar." Und die Binder gewannen nicht nur, sondern stellten in dieser Partie unter tosendem Beifall der Zuschauer einen neuen Teambahnrekord auf.

Was auch im Gedächtnis bleibt, sind die Auswärtsspiele gegen Rostock und Stavenhagen. Am Sonnabend noch in Rostock verspielten die Binder die große Chance auf einen Zusatzpunkt leichtfertig, doch einen Tag später in Stavenhagen sollte der unerwarteter Weise gelingen. "Das hätten wir nie gedacht, dass wir da etwas holen, aber es ist super gelaufen für uns, so dass wir den Auswärtspunkt verdient mitgenommen haben", schwärmte Schernikau weiter.

Apropos Zuschauer: Die sind in Arendsee einmalig. "Das haben uns auch schon die Gästemannschaften bestätigt. In diesem Zusammenhang sind wir in der Liga in aller Munde, denn was bei uns los ist, glauben viele nicht", richtet Schernikau seinen Dank an das treue Publikum.

Für die Rückrunde haben sich die Binder vorgenommen, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen, ein Ziel, was durchaus realisierbar ist.

 

Bilder