Klötze l In diesen Genuss kamen am Freitagabend die Altherren des VfB 07 Klötze, frischgebackener Kreismeister. Die VfB-Oldies hatten sich die „alten Wölfe“ zu einem Freundschaftsmatch ins Geschwister-Scholl-Stadion eingeladen. Dies hatte auch einen besonderen Grund, denn der VfB feiert in diesem Jahr seinen 110. Geburtstag. Diese Partie war also nur einer von mehreren Höhepunkten in der vergangenen Woche an der Purnitz. Letztendlich setzte es für die Platzherren eine 2:7 (1:3)-Niederlage, doch das Ergebnis geriet doch eher in den Hintergrund.

Ganz besonders freute sich die Westaltmark im Vorfeld mit Sicherheit auf den VfL-Aufstiegshelden aus dem Jahr 1997, Roy Präger. Präger ist nicht nur in Wolfsburg eine Ikone, sondern auch in der Altmark dank seiner humorvollen und sympathischen Art äußerst beliebt. Doch der gelernte Offensivmann konnte die Reise nach Klötze gar nicht mit antreten. Schließlich befand er sich mit der Aida gerade auf Kreuzfahrt und spannte ein paar Tage aus. Was Präger, der beim VfL hinter den Kulissen viel zu tun hat, zweifelsohne zu gönnen war, war andererseits für die vielen Fans im Klötzer Stadion eine traurige Randnotiz. Dennoch durften sie sich auf das Mitwirken von weiteren ehemaligen VfL-Größen wie Mathias Stammann oder Peter Kleeschätzky freuen. Auch Ingo Vandreike dürfte dem einen oder anderen Zuschauer womöglich ein Begriff gewesen sein, denn er trainierte mehrere Jahre die zweite Mannschaft des VfB Germania Halberstadt sowie den SV Stahl Thale und war mit seinen Teams des Öfteren zu Landesligapartien in der Altmark zu Gast.

Steven Elksne rackert unermüdlich

Die Mehrheit der Namen im VfL-Lager war allerdings doch eher unbekannt. So war es wohl nicht einmal verwunderlich, dass die VfB-Oldies lange – gespielt wurden übrigens zweimal 45 Minuten – sehr ordentlich dagegenhielten. Zwar hatten die „Wölfe“ im Mittelfeld sicherlich die Hoheit, doch die Platzherren bewiesen Kampfgeist und glänzten mit hoher Laufbereitschaft. Besonders hervorzuheben ist dabei wohl Steven Elksne, der auch in der Schlussphase noch fit genug war, um mit seinen Sprints die gegnerische Abwehr zu beschäftigen. Mit einem Flachschuss eröffnete Matthias Grupe allerdings in Minute vier den Torreigen für die Mannen aus der VW-Stadt. In der Folge bewahrte der starke VfB-Schlussmann Rodney Hermanski seine Farben mehrfach vor weiteren Einschlägen. Kein Wunder, dass Hermanski oftmals Szenenapplaus bekam. In der 17. Minute durfte dann auch der Schlussmann jubeln, denn Martin Kausch erzielte für den kämpferischen VfB doch tatsächlich den Ausgleich. Dabei bewies Kausch Coolness, umspielte erst noch Wolfsburgs Keeper André Göhmann und schob aus spitzem Winkel zum 1:1 ein. Die Zuschauer waren natürlich aus dem Häuschen.

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Die Klötzer rochen Lunte, doch in der Defensive offenbarten sie ab und an doch zu große Lücken, die die abgebrühten Niedersachsen zu nutzen wussten. Beispielsweise in Form eines Kopfballtores von Thomas Orth zur 2:1-Führung nach einer halben Stunde. Aus spitzem Winkel legte Jan Wiedenroth auch noch zum 3:1 (41.) nach. Das hätte aber vor dem Pausenpfiff des souveränen Schiedsrichters Sven Schottenhamel noch nicht das Ende vom Lied sein müssen. Schließlich scheiterte Patrick Schwieger gleich doppelt am stark reagierenden Schlussmann Göhmann (44.) und verpasste somit den Klötzer Anschluss.

Stattdessen legten die „Wölfe“ unmittelbar nach Wiederbeginn nach einem Klötzer Abwehrschnitzer durch Orth zum 4:1 (46.) nach, womit dann wohl doch die Vorentscheidung gefallen war. Vandreike (53.) und Valerie Renz (55.) legten anschließend auch noch zum 6:1 nach. Die Niedersachsen hatten konditionell nun doch eindeutige Vorteile. Dennoch – und das muss man den Purnitzstädtern hoch anrechnen – gaben sie sich nicht auf und wollten zumindest noch den zweiten Treffer. Für diesen sorgte dann auch tatsächlich erneut Kausch nach tollem Zusammenspiel mit dem nimmermüden Elksne – 2:6 (60.). Zwar erzielte das letzte Tor dieser Partie erneut der VfL in Person von Grupe (7:2/70.), dennoch sorgte ein VfB-Akteur für die wohl kurioseste Szene dieser Partie. An der Außenlinie verpasste Kevin Riewe dem Wolfsburger Heinrich Worms ganz frech einen Tunnel und konnte sich anschließend ein Grinsen selbst nicht verkneifen. Dass fast im Gegenzug Gäste-Akteur Orth noch einmal die Querlatte traf (78.), war doch eher eine Randnotiz. Zuvor hatte bereits VfL-Keeper Göhmann gegen Kausch (73.) geklärt. Insgesamt sahen die Zuschauer eine attraktive Partie mit neun Treffern, in der der VfB 07 Klötze mit zwei Kausch-Toren und einem Riewe-Tunnel immerhin nicht ganz leer ausging.

VfB 07 Klötze: Hermanski – Schumann, Schwieger, Brune, Elksne, Neuschulz, Meyer, Könnig, Kausch, R. Schulz, Sprycha (M. Schulz, Steffens, Riewe, Wieneke, Rieck, Bammel).

VfL Wolfsburg: Göhmann – Sabatino, Kleeschätzky, Elsner, Vandreike, Stammann, Grupe, Wilhelm, Wiedenroth, Orth, Worms, Renz, Lazzara, Helmke, Breden.

Torfolge: 0:1 Matthias Grupe (4.), 1:1 Martin Kausch (17.), 1:2 Thomas Orth (30.), 1:3 Jan Wiedenroth (41.), 1:4 Thomas Orth (46.), 1:5 Ingo Vandreike (53.), 1:6 Valerie Renz (55.), 2:6 Martin Kausch (60.), 2:7 Matthias Grupe (70.).

SR: Sven Schottenhamel.

Vorkommnisse: Keine.